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Scan 413
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879
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1am 15. September 1816 zu Warschau geboren, wo sein Vater Arzt war. Seinen ersten Musikunterricht erhielt er von einem Lehrer seiner Vaterstadt Namens Zawadski, 1828 aber wurde er von seinem Vater nach Wien gesandt, um sich unter Würfel's Leitung zum Clavierspieler auszubilden. Nach vierjährigem Aufenthalt in dieser Stadt und mehrmaligem öffentlichen Auftreten daselbst kehrte er nach Warschau zurück, wo er während der drei folgenden Jahre von Elsner, der auch der Lehrer Chopin's gewesen, Unterricht in der Harmonielehre und in der Composition erhielt. Der gute Erfolg dieser Studien zeigte sich in den jährlich zweimal von ihm veranstalteten Concerten, in welchen seine Fortschritte als Pianist und Componist stets die laute Anerkennung seiner Landsleute fanden. Je mehr sich aber W. in seiner Kunst vervollkommnete, desto dringender wurde für ihn das Bedürfniss, sein Talent in grösseren Künstlerkreisen zur Geltung zu bringen und er gelangte in Folge dessen zu dem Entschluss nach Paris zu gehen, woselbst er im September 1835 eintraf. Auch hier gelang es ihm nach kurzer Zeit, die Gunst des Publikums durch sein Spiel sowie durch seine leichtfasslichen und leichtausführbaren, dem Stil nach an Chopin erinnernden Compositionen für sich zu gewinnen, und da sich ihm überdies ein ausgedehnter Wirkungskreis als Lehrer eröffnete, so hat er Paris in der Folge nicht mehr verlassen, ausgenommen zum Zweck gelegentlicher Concertreisen in Frankreich, Deutschland und den Donaufürstenthümern. Unter der grossen Zahl der von W. veröffentlichten Compositionen verdienen seine Clavieretüden op. 20 und 50 (Paris, bei Schlesinger) und op. 90 und 100 (Paris, Troupenas) hervorgehoben zu werden; ferner ein Clavierconcert mit Orchester op. 39; eine Anzahl von Duos für Clavier und Violine, theils mit de Beriot, theils mit Vieuxtemps componirt; drei Duos für Clavier und Violoncell mit Batta; Nocturnen, Phantasien, Walzer, Mazurkas u. s. w.
3Wolff, Heinrich, Violinvirtuose und seit 1838 Concertmeister in Frankfurt, ist daselbst am 1. Januar 1813 geboren. In London, wohin seine Familie zwei Jahre später übersiedelte, erhielt er vom fünften Lebensjahre an Violinunterricht, zuerst von einem holländischen Künstler Namens Binger, später von dem ersten Geiger der italienischen Oper Spagnoletti. Seine Fortschritte waren so bedeutend, dass er sich bereits im neunten Jahre bei Gelegenheit eines Musikfestes in Bath mit Erfolg öffentlich hören lassen konnte. Im Jahre 1824 nach Frankfurt zurückgekehrt, machte er hier weitere Fortschritte im Violinspiel unter Leitung François Fémy's, eines der besten Schüler Baillot's; nach Fémy's Abreise von Frankfurt aber unterrichtete ihn der Concertmeister Hoffmann und gleichzeitig studirte er bei Schnyder von Wartensee die Harmonielehre. Zur Vollendung seiner Ausbildung ging er 1828 nach Wien, wo er durch Mayseder und den Ritter von Seyfried neue Anregung zum Studium der Violine und des Contrapunkts erhielt, sich auch am Schlusse seines Aufenthaltes mehrfach öffentlich hören liess. Von 1830 an machte er Kunstreisen durch Deutschland, Schweden, Dänemark, Holland, Belgien, Frankreich und England; schliesslich von Hamburg aus, wo er mit grossem Erfolg aufgetreten war, über Berlin nach Petersburg. Im Jahre 1835 wurde er von der philharmonischen Gesellschaft in München und 1838 von der Königl. musikalischen Akademie in Stockholm zum Ehrenmitglied ernannt. Von seinen Compositionen sind erschienen: Acht Etüden für die Violine, op. 5 (Frankfurt, Fischer) und sechs Lieder mit Clavierbegleitung.
5Wolff, Hermann, Musikschriftsteller und Componist, ist am 4. September 1845 in Köln a. Rh. geboren und machte seine musikalischen Studien zu Berlin unter Leitung von Franz Kroll und Richard Wuerst. Später wirkte er als musikalischer Kritiker an verschiedenen Berliner Zeitungen und zwar in entschieden fortschrittlichem Sinne, und die gleiche Richtung verfolgt er seit seiner Uebernahme der Redaktion der »Neuen Berliner Musikzeitung« am 1. September 1878. Von seinen Compositionen verschiedener Gattungen er
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