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Scan 425
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879
8 lines. Read by computer on 12 September 2026. Printed page 419. See the scan on archive.org.
1eine Cantate, »Der Wasserneck« (op. 30) und seine Variationen für Orchester wie einzelne Lieder. Seine Frau:
3Wüerst, Franziska, geboren am 20. Mai 1829 zu Graudenz als Tochter des Oberlandesgerichtsraths Weimann, erhielt eine sorgfältige Erziehung, widmete sich bald aber ganz der Musik. Sie ging nach Berlin und machte hier bei Jähns und später bei Stern gründliche Gesangstudien. 1852 verheiratete sie sich mit Wüerst und gehörte bald zu den geschätztesten Lieder- und Oratorien-sängerinnen Berlins. Seit October 1874 ist sie Vorsteherin der Gesangsklasse in Kullaks »Neuer Akademie der Tonkunst«.
5Wüllner, Franz, ist am 28. Jan. 1832 zu Münster in Westphalen geboren, er besuchte dort das Gymnasium und sein entschiedenes Talent für Musik fand früh durch Unterricht im Clavierspiel und in der Composition die nötige Nahrung. Nachdem Wüllner dann den Entschluss gefasst hatte, die Musik zum Lebensberuf zu erwählen, ging er 1848 nach Frankfurt a. M., wo er den Unterricht von A. Schindler und Kessler genoss. Einen halbjährigen Aufenthalt in Berlin benutzte er zu Studien im Contrapunkt unter Grell’s und Dehn’s Leitung. In Brüssel, wohin er sich dann wandte, wurde der Verkehr mit Fétis und Kufferath einflussreich auf seine weitere Entwickelung. 1854 liess er sich in München nieder und wurde hier 1856 Klavierlehrer an der Königl. Musikschule. 1858 folgte er dann einem Rufe als städtischer Musikdirektor nach Aachen und ging 1865 nach München zurück als Kapellmeister der Vocalkapelle. 1867 übernahm er die Leitung der Chorgesangsklasse der Königl. Musikschule und gründete zugleich die Concerte der Vocalkapelle zur Pflege des a Capella-Gesanges. Nach Bülow’s Abgänge (1869) übernahm er auch die Funktionen eines Kapellmeisters am Theater und die Direktion der musikalischen Akademie. 1870 wurde er zum ersten Hofkapellmeister und zum Professor und Inspektor der Königl. Musikschule ernannt. 1877 folgte er dann einem Rufe als erster Hofkapellmeister und Direktor des Conservatoriums nach Dresden. Von seinen Compositionen sind namentlich zu nennen: op. 15 »Heinrich der Finkler«, Cantate für Männerchor, Soli und Orchester — errang in Aachen 1864 den Preis — zwei Messen (op. 20 und 29), fünf Motetten (op. 25), ein Miserere (op. 26) und ein Salve Regina (op. 14), Chorlieder (op. 6 und 12), Lieder für eine Singstimme, Sonaten und Clavierstücke.
7Wuiet, Caroline, auch unter dem Namen Auffdiener bekannt, wurde 1766 als die Tochter eines Organisten zu Rambouillet geboren und galt, fünf Jahre alt, bereits als sogenanntes Wunderkind. Sie erregte durch ihr Clavier-spiel die Aufmerksamkeit der Königin Maria Antoinette, die für ihre Ausbildung eine Pension bestimmte, worauf Beaumarchais und Demoustier ihre Lehrer in der Literatur wurden und Grétry ihre Ausbildung in der Musik übernahm; Greuze unterrichtete sie in der Kunst des Malens. Wegen ihren Verbindungen mit der Königlichen Familie wurde sie in der Revolutionszeit zur Deportation verurtheilt, entkam aber nach England und ging von dort nach Holland, wo sie als Musiklehrerin lebte. Als sie unter dem Direktorat nach Paris zurückgekehrt war, machte sie sich bald einen Namen sowol als Schriftstellerin wie als Componistin. Ausser Romanen veröffentlichte sie Romanzen und Gesänge, wovon einige damals einen allgemeinen Erfolg hatten, z. B. die Romanze »Comme elle était jolie« und die Chansonette »Moi j’aime la danse«. Ferner wurde im Theater Beaujolais 1786 eine kleine Oper »L’Heureuse Erreur«, zu der sie Worte und Musik geschrieben, aufgeführt. 1807 verheiratete sie sich mit dem Hauptmann im Geniecorps Auffdiener, der in Portugiesischen Diensten stand und den sie nach Lissabon begleitete, wo sie den Namen Donna Elidora annahm. Durch das Eindringen der französischen Armee in Portugal und Spanien wurde sie veranlasst, nach Paris zurückzukehren, wo sie wieder Musikstunden ertheilte und Romanzen veröffentlichte. Die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte sie zurückgezogen in einer Art von stiller Geisteskrankheit
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