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Scan 499
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879
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1oder C bis d². Zur Zeit der ersten Anfänge der mehrstimmigen selbständigeren Ausbildung der Instrumentalmusik waren die Zinken ein sehr beliebter Chor; die ersten vier genannten Arten führten die oberen Stimmen; der grosse Zinken (5) übernahm den Bass. Nach Prätorius' Angabe war sein Klang gar unlieblich und er sieht ihn gern mit einer Posaune vertauscht. In der Anweisung, die Prätorius (Syntag. mus. Tom. III) für die Zusammenstellung der Instrumente giebt, behandelt er den Zinken-Chor ziemlich eingehend pag. 154 ff., er stellt ihn mit dem Discant-Geigen-Chor zusammen: »Wenn in einem Chor diese vier Claves signatae in Cantu regulari vel transposito befunden werden, so giebt es recht einen Cornetten- oder Violinen-Chor. Doch das in den gar hohen Chor fast besser ist die Violin als die Cornetten zu gebrauchen, es setz dann, das ein guter Cornettist, der seine Cornet wol zu moderiren und zu zwingen wisse vorhanden, vnd also den höchsten Cantum vor sich behalte. Mann braucht aber nit allzeit eitel Cornetten oder eitel Violin, sondern vermengts bissweilen vntereinander also, das man ein Violin vnd zween Cornet, zwo Violin vnd ein Cornet, ein Violin, ein Cornet vnd ein Quer- oder Blockflöt gebrauchet« u. s. w. Für die Ausführung von zweichörigen Motetten des Orlandus giebt Prätorius folgende Anleitung: »Zum ersten Choro kann man gar füglich 3 Querflöten, oder drey stille Zincken oder drei Violin; oder aber 1 Violin, 1 Cornett vnd eine Quer- oder Plackflöt vnter einander gemenget; zum Basset aber einen Tenoristen« u. s. w. Als man gegen Ende des 17. Jahrhunderts damit begann, die verschiedenen Gattungen von Instrumenten zu mischen, behielt man den Zinken für die Oberstimmen bei: zwei Cornetti und drei Trombonen war in den Stadtpfeifereien eine sehr beliebte Zusammenstellung; aber auch mit »Violinen, Flautinis, Clarinis und Fagotto« finden wir sie gemischt und beim Abblasen der Choräle auf Kirchenchören und Thürmen waren sie noch im vorigen Jahrhundert allgemein im Gebrauch. Bei der veränderten Organisation des Orchesters in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts fanden sie indess nur noch selten einen Platz und verschwanden schliesslich ganz.
3Zinn ist, da es härter ist als Blei, besser zu Orgelpfeifen geeignet als dies. In der Verbindung mit Blei nennt es der Orgelbauer Metall. Es wird aus dem Zinnstein gewonnen, der fast in allen Ländern der Erde vorhanden ist. England allein liefert jährlich 60,000 Centner, Ostindien ist unermesslich reich an Zinn. In Deutschland gewinnt man es namentlich im Böhmischen und Sächsischen Erzgebirge. Das englische Zinn (Bianka-Zinn) wird von den Orgelbauern dem deutschen vorgezogen.
5Zinnhammer heisst ein mittelmässig grosser Hammer mit gut polirter, viereckiger Bahn, mit welchem die gegossenen Zinnplatten der Orgelpfeifen geschlagen werden, um sie dichter zu machen, wodurch der Klang der Pfeifen dann heller wird.
7Zinnhobel, ein Hobel, mit dem die zu Orgelpfeifen bestimmten Zinnplatten behobelt werden.
9Zinnkrücke, s. v. a. Giesslade.
10Zinnpfeife, s. v. a. Orgelpfeife.
12Zinnprobe nennt man die vom Orgelrevisor anzustellende Untersuchung der Güte des Zinnes in den zu einem neuen Orgelwerke gelieferten Pfeifen. Es handelt sich hierbei um Feststellung zweier Punkte: 1) wie viel Theile Blei, 2) wie viel Theile Zinn enthält eine Pfeife? In Bezug auf diese Legirungen theilt Grossner in seiner Mechanik eine brauchbare Tabelle mit. Die Versuche, von welchen die Tabelle die Resultate enthält, machte der Professor Meissner in Wien mit böhmischem Zinn und Villacher Blei. Derselbe fand die specifische Schwere des Zinnes 7,312, des Bleies 11,352. Da der Unterschied zwischen englischem und böhmischem Zinn im Gewicht ein geringer ist, so sind obige Zahlen auch für englisches Zinn und Blei anzuwenden. Nach obigen Zahlen kann man demnach die Metallmischung einer fertigen Stimme
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