Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879 › scan 510
Scan 510
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879
12 lines. Read by computer on 12 September 2026. Printed page 504. See the scan on archive.org.
1Gage als Chorist bei der Königl. Oper engagirt. Als später der Graf Brunswik-Corompa, Theaterdirektor in Pesth, durch Berlin reiste, nahm Zschiesche Gelegenheit, bei diesem ein Engagement als Solist am genannten Theater nachzusuchen, das er auch nach glücklich bestandener Probe erhielt. Bei dieser musste er unter Anderem die erste Stimme einer Fuge für zwei Violoncello solfeggiiren, während der Graf die zweite auf dem Violoncello spielte. In Pesth trat Z. im Januar 1820 zuerst als Aruspex in Spontini's »Vestalin« auf. Er blieb hier bis zum Jahre 1823 und ging dann nach Temesvar, doch kehrte er wieder nach Pesth zurück, nachdem der treffliche Sänger Babnigg, der durch sein Beispiel einflussreich auf seine eigene Ausbildung geworden war, die Leitung übernommen hatte. 1826 ging er nach Berlin, und nachdem er auf der Königstädtter Bühne erfolgreich als Gaveston (»Die weisse Dame«) gastirt hatte, wurde er unterm 27. Mai 1827 engagirt. 1829 kam er dann an die Königl. Hofbühne, der er durch eine ganze Reihe von Jahren als eines der beliebtesten Mitglieder angehörte, bis er sich pensioniren liess am 1. October 1861. Zschiesche war im Besitz einer Stimme von seltenem Umfang (sie reichte vom Contra-C bis in die eingestrichene Octave), dabei war sie wohlgebildet und in Bezug auf musikalische Sicherheit ist er nur selten erreicht, gewiss niemals übertroffen worden. Sein Opernrepertoire umfasste alle bedeutenden Basspartien: Sarastro, Leporello, Masetto, Osmin, Rocco, Pizarro waren seine Meisterleistungen. Dabei wirkte er mit gleichem Erfolg auch im Oratorium. 1833 wurde er Mitglied der Singakademie und seitdem sang er häufig die Passpartien in den Oratorien von Händel, Bach, Mendelssohn, Cherubini, Spohr, Haydn, Schneider, Löwe u. s. w. Trotz seiner sehr anstrengten Tätigkeit erhielten sich seine Stimmmittel eine lange Reihe von Jahren in ungeschwächter Frische und am 24. November 1859 feierte er in voller Rüstigkeit sein fünfzigjähriges Jubiläum, bei welcher Gelegenheit er durch den General-Intendanten von Hülsen vom Könige Friedrich Wilhelm IV. ein Gnaden geschenk erhielt und auch anderweitig durch vielfache Beweise der Anerkennung erfreut und geehrt wurde. Am 21. September 1861 verabschiedete er sich als Sarastro, um am 1. October in den Ruhestand zu treten. Doch erschien er auch nachher noch einigemal als Gast auf der Königl. Hofbühne. Er starb am 7. Juli 1876. Seine Tochter:
3Zschiesche, Pauline, widmete sich ebenfalls der Bühne und wurde durch ihn ausgebildet. Sie war in Stettin, später in Aachen, Riga, Danzig und Berlin engagirt und nahm dann ein Engagement in Petersburg an.
5Zschocher, Johann, geboren am 16. Mai 1821 in Leipzig, erhielt seinen ersten gründlichen Unterricht im Clavierspielen von Jul. Knorr. Trotz seiner Anlagen und seiner Liebe zur Musik musste er dem Wunsch seiner Eltern entsprechend als Lehrling in eine Buchhandlung treten. Erst später war es ihm vergönnt, sich ganz der Musik zu widmen. Nachdem er noch den Unterricht von Th. Kullak, Adolf Henselt und Franz Liszt genossen, errichtete er 1846 das bekannte Musikinstitut, das bald ein bedeutendes Ansehen errang und treffliche Resultate erreichte.
7Zuane, genannt Chiozzotto und unter dem Namen Mistro oder Maestro Zuane bekannt, wurde zu Chioggia geboren und erhielt als Nachfolger von Giac. Filippo de' Servi die Stelle des ersten Organisten an der Markuskirche zu Venedig am 7. December 1406. Sein Nachfolger war Maestro Bernardino im April 1419. Die Manuscritpe der Kirchenmusikstücke von Z. sind mit vielem Anderen aus den Archiven der Kapelle San Marcus verschwunden.
9Zuanmaria (…), der älteste berühmte Cornetbläser zu Venedig, lebte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts und gehörte zur Kapelle der San Marcus-Kirche daselbst. Der Poet Andrea Calmo, ein Zeitgenosse, belobt ihn sogar in seinen lateinischen Gedichten.
11Zuber, Gregorius, Stadtmusikus und Violinist zu Lübeck um die Mitte des 17. Jahrhunderts, hat veröffentlicht: Paduanen, Gaillarden, Balleten, Cou-
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.