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Scan 68
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879
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1die Orgel« (Offenbach, André). Als nachgelassenes Werk durch Heckel bei Simrock in Bonn herausgegeben: »24 leichte Orgelstücke«. »Zwei Trios für Clavier, Violine und Bass«, op. 1 (Mainz, 1781). »Sechs Sonaten für Clavier«, op. 2 (Leipzig, 1782). »Allgemein fasslicher Unterricht im Generalbass mit Rücksicht auf den jetzt herrschenden Geschmack in der Composition, durch treffende Beispiele erläutert« (Leipzig, Enoch Richter, 1805, gr. 8°).
3Vierstimmig ist der Satz, in welchem vier Stimmen selbständig geführt und zu gemeinsamer Wirkung verbunden sind. Er ist zunächst auf die Natur der Gesangsorgane begründet. Diese sind in vier, durch Umfang und Klangfarbe bestimmter charakterisirte Klassen geschieden: in Sopran oder Discant, Alt, Tenor und Bass und somit erscheint die Vierstimmigkeit in der Natur begründet. Zwischen Sopran und Alt tritt allerdings noch der Mezzosopran und zwischen Tenor und Bass der Bariton, allein nicht eigentlich als selbständige Stimmklassen, sondern wie im Artikel Singstimme gezeigt ist, als Mischgattungen, die wohl an sich, nicht aber in der Organisation des Chors und der Mehrstimmigkeit überhaupt selbständig werden. Selbstverständlich sind auch noch eine ganze Reihe anderer Zusammenstellungen von vier Stimmen möglich; es kann jede der oben genannten normalen Stimmklassen in vier Stimmen getheilt werden, so dass ein Satz von vier Sopranen oder vier Alten, von vier Tenören oder vier Bässen ausgeführt wird; es können zwei Soprane mit zwei Alten oder drei Soprane mit einem Alt, selbst drei Alte mit einem Sopran, zwei Alte mit zwei Tenören, zwei Tenöre mit zwei Bässen u. s. w. zum vierstimmigen Satz vereinigt werden, allein es sind das immer ausnahmsweise Zusammenstellungen, zu dem Zweck unternommen: bestimmte Klangeffekte zu gewinnen. Die auf die Natur der Stimmen begründete Organisation des vierstimmigen Satzes bleibt immer die oben erwähnte und sie ist auch für die Entwicklung der Instrumentalmusik maassgebend geworden. Diese folgte dem vocalen Muster so treu, dass jede Instrumentengattung zunächst in einem solchen vierstimmigen Chor sich darstellt; das 17. Jahrhundert hatte: Discant-, Alt-, Tenor- und Bassflöten, Zinken und Posaunen und Discant-, Alt-, Tenor- und Bassgeigen u. s. w. und erst allmähig ging die Musikpraxis weiter und organisirte, wiederum in engstem Anschluss an die vocale Vierstimmigkeit, den Bläserchor so, dass Flöten, Oboen und Clarinetten den Sopran und Alt vertraten, die Fagotte aber Tenor und Bass. Der Streicherchor dagegen behielt jene Anordnung der vocalen Vierstimmigkeit bei, die Discantgeigen traten als erste und zweite Geige an Stelle des Sopran und Alt, die Viola an Stelle des Tenors und da noch zum Violoncello der Contrabass als tieferes Bassinstrument hinzutrat, so konnte das Cello auch ab und zu den Tenor ersetzen, und die Viola dem Alt überwiesen werden. Obgleich der Streicherchor damit fünf Instrumente erhielt, so wurde der Satz im Grunde deshalb noch nicht fünfstimmig, denn der Contrabass geht in der Regel mit dem Violoncello; er unterstützt dies, da er 16 füssig erklingt, eine Octave tiefer. Auch dass den Streichinstrumenten Doppelgriffe zu Gebote stehen, ändert selbstverständlich nichts an der ursprünglichen Organisation, die auf die Vierstimmigkeit basirt ist.
5Viertelnote, lat. Semiminima, franz. Noire, engl. Crotchet, der vierte Theil der Semibrevis unserer ganzen Note; hat bekanntlich diese Gestalt (s. Notenschrift).
7Viertelsorgel, ein veralteter, ganz unpassender Ausdruck für eine kleine Orgel.
9Viertelpause, Suspirium, Sospiro, Soupir, das Zeichen für das Schweigen während der Dauer einer Viertelnote, hat diese Gestalt in unserer Zeit, nicht mehr wie früher.
11Viertelston (Neuntelton), sonst auch Diesis genannt, heisst das kleinste Intervall, der Unterschied zwischen des und cis, es und dis, ges und fis, as und gis u. s. w., der nicht auf den Tasteninstrumenten mit feststehenden Tönen,
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