Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 85

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879

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1Durch Veränderung der Lagen werden dann selbstverständlich neue Doppelgriffe möglich, wie beispielsweise folgende:
3III.
4IV.
6Auch drei- und vierfache Griffe sind auszuführen, namentlich wenn leere Saiten dabei in Anwendung kommen:
8IV.
10Wie auf der Violine, sind auch auf der Viola Flageoletttöne zu erzeugen, doch wird seltener davon Gebrauch gemacht, weil die Violinen besser dazu zu verwenden sind; ihre Höhe spricht leichter an und ihr Flageolett ist bequemer einzuführen. Zur Ausführung von brillantem Figurenwerk, hell schallenden Figurationen wie für Klangwirkung durch die Flageoletttöne ist die Violine immer geeigneter als die Viola. Das was diese vor jener voraus hat, sind die tieferen Töne der C-Saite und ist der kräftigere, fast rauhe Klang, den sie namentlich in der Tiefe entwickelt. Sie ist darnach weit weniger selbständig, sondern vielmehr als verbindendes Mittelglied zwischen dieser und dem Violoncello zu verwenden. In dieser Verbindung überträgt man ihr gern charakteristische Begleitungsfiguren. Doch übernimmt sie auch wie oben angegeben in einzelnen Fällen die Ausführung der Melodie, die namentlich auf den höheren Saiten sehr wirkungsvoll ist, oder sie unterstützt die Violoncellomelodien mit ihrem eindringlichen Klange; oder auch die Violinen in der tieferen Octave. Die Stricharten und die dadurch bedingten Vortragsweisen wie das Pizzicato, das Spiel mit Sordinen u. s. w. hat die Viola mit der Violine gemein. Zu verschiedenen Zeiten sind Versuche gemacht worden, die Viola selbständig als Soloinstrument zu verwenden. Ferdinand David hat ein Concertstück für Viola geschrieben, Robert Schumann Stücke für Viola und Clavier (op. 113, Cassel, bei Luckhardt), doch mit wenig durchgreifendem Erfolg. Energischer hat Hermann Ritter die Angelegenheit angegriffen. Von der ganz richtigen Anschauung ausgehend, dass ihre gegenwärtige Gestalt und die Besonderheit ihres Klanges die selbständigere Verwendung hindert, hat er eine veränderte Bauart vorgeschlagen. Es ist hier nicht der Ort, zu untersuchen, wie weit seine Reform begründet ist, wir empfehlen aber die von ihm hierüber verfasste Schrift: »Die Geschichte der Viola alta und die Grundsätze ihres Baues. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. Mit fünf in den Text gedruckten und zwei Tafeln Abbildungen. Leipzig, Verlagsbuchhandlung von J. J. Weber« dringend allen denjenigen, welche die ganze Frage speciell angeht und die Antheil an ihrer Lösung nehmen können und müssen. Im 17. Jahr-

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