Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 86

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879

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1hundert bezeichnete man mit Viola überhaupt alle Bogeninstrumente zusammengenommen und gab der besonderen Gattung noch ein entsprechendes Beiwort. Darnach unterschied man zunächst zwei Hauptarten: die Viola da braccio (s. d.) — Armgeige — welche an die Schulter des linken Armes gelehnt, auf diesem ruhte, und die Viola da gamba (s. d.) — Kniegeige — welche wie unser Violoncello zwischen den Beinen gehalten wurde. Jene waren die kleineren Instrumente dieser Art, also höher liegend, für die Oberstimmen berechnet und hatten in der Regel vier Saiten, mit Ausnahme der Tanzmeister-Geige — Pochette — die nur mit drei Saiten bespannt war; diese, die Viola da gamba, hatte in der Regel sechs Saiten. Aus dem Namen Viola entstand dann später erst der Name Violino, als Diminutivum von Viola, bezeichnete also eine kleinere Viola, Violono aber als Augmentivum eine grössere Art der Viola — den Bass, so wird dieser noch bei Haydn bezeichnet, Violoncello erscheint dann wieder als Diminutivum von Bass. — Ehe durch Haydn namentlich das Streichquartett und der Streicherchor in der jetzt feststehenden Weise organisirt wurde, wurden diese Instrumente verschieden gemischt: zwei Violinen mit drei Violen oder auch drei Violinen mit zwei Violen u. s. w. Die Viola da gamba war in sechs Unterarten vorhanden (s. d.), drei für Bass und je eine für Tenor, Alt und Diskant, und auch die Viola da braccio kam in mehreren Arten zur Anwendung (s. d.).
3Viola, in der Orgel eine, den Klang des gleichnamigen Saiteninstruments nachahmende offene Flötenstimme von 4 und 8 Fuss. Als Quintenregister (0,84) heisst sie Quartviola oder auch Quintflöte, in 1,25 Meterton dagegen Violet.
5Viola alta — d’Alto und Viola di Tenore, s. Viola.
7Viola bastarda, Violbastarda, eine Art Viola da gamba, die ihren Namen nach Prætorius (»Syntagma musicum. De organographia«, Wolfenbüttel, 1619) daher hat, weil sie »ein Bastard sei von allen Stimmen; sintemal es an keine Stimme allein gebunden, sondern ein guter Meister die Madrigalien, vnd was er sonst vff diesem Instrument musiciren wil, vor sich nimpt, vnd die Fugen vnd Harmony mit allem Fleiss durch alle Stimmen durch vnd durch bald oben aussen Cant*), bald unten aussen Bass, bald in der mitten aussen Tenor und Alt heraussen suchet.« Im Anfange des 17. Jahrhunderts gab man auch der Viola bastarda Resonanzsaiten von Stahl und Messingdraht, wie der Viola d’amore, die nicht gegriffen wurden, sondern nur durch Resonanz den Klang der Darmsaiten verstärken sollen. Das Instrument zeichnet sich von den andern der Gattung durch seinen grösseren Resonanzkörper wie durch die Höhe der Zargen aus.
9Viola da braccio, s. Viola.
11Viola da gamba, Kniegeige, Gambe, Basse de Viole, wie oben bereits erwähnt, eine Gattung von Bogeninstrumenten, unserem Violoncello ähnlich. Es war Anfangs mit fünf Saiten bespannt, später wurde noch eine sechste und von Marin Marait noch eine neue hinzugesetzt, so dass das Instrument Ende des 17. Jahrhunderts mit sieben Saiten bezogen war, die in folgenden Tönen gestimmt wurden:
13\[ one of two readings
14A_1 – D – G – c – e – a – d^1. one of two readings
15\] one of two readings
16A₁ — D — G — c — e — a — d¹. one of two readings
18Das Instrument war einstmals sehr beliebt, da es nicht nur zur Verstärkung des Basses, sondern auch zum Solospiel sehr gut zu brauchen war und einen sehr angenehmen Ton hatte. Es wurde namentlich bei der Ausführung des Bass continuo mit verwendet, war aber auch ebenso im Concert als Soloinstrument sehr wohl gelitten. Auch Joh. Seb. Bach hat die Viola da gamba mehrfach selbständig als Begleitungsinstrument in seinen Arien eingeführt. Sie wurde je nach der Lage im Bass — Tenor — Alt und Discantschlüssel notirt, oft, wie meist bei Bach, auf zwei Systemen wie für Orgel oder Clavier, zuweilen auch nach der Lautentabulatur. Wie bei der Laute war das Griffbrett mit
20*) D. h. aus dem Discant.

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