Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 87

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879

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1Bünden versehen, welche die Griffe für die Töne der Scala abgrenzten. Diese wurden zunächst beseitigt und schliesslich die Zahl der Saiten auf vier reducirt und das Instrument in unser Violoncello umgewandelt. Prätorius berichtet in dem angeführten Werk von fünf Arten der Viola da gamba: 1) Gar Gross Bass-Viol (Contrabasso da gamba) mit vier Saiten in \( E_1 \) (auch \( D_1 \)) — \( A – D – G \) gestimmt. 2) Gross Bass-Viol da gamba, fünf- oder sechssaitig mit \( E_1 \) oder \( D_1 \) als tiefster Saite. 3) Klein-Bass-Viol da gamba, ebenfalls sechssaitig, in \( G_1 – C – F – A – d – g \) gestimmt. 4) Tenor- und Alt-Viol da gamba mit meist sechs Saiten, in \( D – G – c – e – a – d_1 \) gestimmt, und 5) die Violetta picciola oder Cant Viol da gamba mit sechs Saiten in verschiedener Stimmung. Schon in jener Zeit wurde übrigens in der Praxis, unter den fahrenden Musikanten und den Stadtpfeifern die Bezeichnung Geige, und zwar polnische Geige, für die Viola da braccia allgemein angenommen, während man die Viola da gamba einfach mit Viola bezeichnet. Bei den deutschen Theoretikern, wie Agricola (»Musica instrumentalis«, zweite Aufl., 1445) wurden sie nur als grosse und kleine Geigen unterschieden.
3Viola da gamba, Viol di gamba, Gambe, ist eine sehr beliebte Orgelstimme (2,5 M.), die in keiner Orgel fehlen sollte; ihre Mensur ist eng, der Ton scharf streichend; sie hat in zarter Intonation einen niedrigen Ausschnitt. Sie erhält Bärte, da alle eng mensurirten, schwer ansprechenden Stimmen ohne dieselben in der Octave überschlagen. Die Stimme eignet sich nur zu langsamem Vorträgen, giebt in Verbindung mit Hohlflöte einen weichen Ton und muss durchaus von Metall hergestellt werden. Im 5-Meter-Ton stehend, wird sie für das Pedal angewandt und heisst dann Violinbass, im 2,5-Meter-Ton im Pedal stehend Violoncello. Als Pedalstimme erhält sie reichlich Luftzufluss, damit der Ton stark wird. Vorzügliche Violinbässe stellte seiner Zeit der Orgelbauer Schulze sen. in Paulinzelle her.
5Viola d’amore, Viole d’amour, Liebesgeige, ein ehemals sehr beliebtes Bogeninstrument, das auch bei vornehmen Dilettanten für die Hausmusik vielfach Anwendung fand. Der Corpus, dessen Boden gewöhnlich nicht gewölbt, sondern flach war wie bei der Guitarre, ist meist grösser wie bei der Viola alta, die Zargen höher, das Griffbrett breiter und der Steg dem entsprechend grösser. In der Regel war das Instrument mit sechs Darmsaiten bespannt, manchmal auch nur mit fünf, zuweilen aber auch mit sieben, die bei der Ausführung eines Tonstücks in den tonischen Dreiklang der Tonart gestimmt wurden. Neben diesen Darmsaiten hatte das Instrument noch eben so viele Messing- oder Stahlsaiten, die unter dem Saitenhalter angehängt und mit den Darmsaiten im Einklange oder in der Octave gestimmt waren und nur durch Resonanz den Klang verstärkten. »Wenn,« sagt Prätorius, der die Erfindung des Instruments den Engländern zuschreibt, »nun der obersten Saiten eine mit dem Finger oder Bogen gerührt wird, so resonirt die unterste Messings- oder Stälene Saitten per consensus zugleich mit zittern und tremuliren, also dass die Lieblichkeit der harmony hiedurch gleichsam vermehrt vnd erweitert wird.« Später wurden die mitklingenden Saiten dann wie bei den andern erwähnten Gamben gleichfalls weggelassen.
7Viola da spala, Schulterviola, eine kleine Bassgeige, die leichter zu handhaben war als der Contrabass. Sie wurde mit einem Bande an die Brust befestigt, aber auch wie das Violoncello zwischen den Knien gehalteu. Sie wurde mit fünf, aber auch mit vier Saiten bespannt, die wie das Violoncello in \( C – G – d – a \) gestimmt waren.
9Viola di Bordone, Baryton (s. d.).
11Viola pomposa nannte Joh. Seb. Bach die von ihm erfundene Bassviola, die sich von der gewöhnlichen Altviola durch ein merklich grösseres Corpus, höhere Zargen und die tiefere Stimmung \( C – G – d – a \), wozu noch eine Saite \( e^1 \) kam, unterschied. Da es sich unbequemer erwies als das Violoncello, wurde es durch dies bald wieder verdrängt. Dagegen war noch im Anfange

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