Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

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Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879

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1einem genialen Forschergeist beseelt und mit allen Hilfsmitteln der modernen Wissenschaft ausgerüstet, war er befähigt, den Handwerksgeheimnissen seiner grossen Vorgänger zum grössten Theil auf die Spur zu kommen, und da er seine Erfahrungen mit Glück und Geschick praktisch verwerthet hat, so ist anzunehmen, dass seine Arbeiten in Zukunft denen der älteren Italiener an Werth kaum nachstehen werden. Vuillaume’s künstlerisches Streben ist um so höher zu achten, als in neuerer Zeit die Massenproduktion auch in dem Gebiet des Geigenbaues auf den Geschmack des grösseren Publikums nachtheilig gewirkt hat, und demzufolge die individuelle Arbeit nicht nach Verdienst geschätzt wird. Die fabrikmässige Anfertigung von Geigen, meist natürlich höchst untergeordneter Art, blüht vornehmlich in Frankreich und in Deutschland. Dort ist es die Stadt Mirecourt im Departement der Vogesen, der Geburtsort Vuillaume’s, welche Streichinstrumente in unzählbarer Menge fabricirt; in Deutschland ist das sächsische Voigtland, insbesondere die Städte Klingenthal und Markneukirchen zum Mittelpunkt der Geigenfabrikation geworden und wird dieselbe dort mit solchem Erfolg betrieben, dass schon im Anfang dieses Jahrhunderts das Minimum der jährlich angefertigten Geigen 30,000 Stück betrug. Quantitativ von geringerer Bedeutung ist die Geigenproduktion einer andern deutschen Stadt, des in den bairischen Alpen gelegenen Mittenwald; dagegen sind die hier verfertigten Instrumente im Durchschnitt von höherem künstlerischen Werth, weil die dabei Betheiligten in der Regel einzeln arbeiten, und somit die durch die Arbeitstheilung (das eigentliche Merkmal der Fabrikwaare) bedingten Mängel glücklich vermieden werden. Ueberdies wirkt der in den deutschen Alpenländern heimische Sinn für bildnerische Kunst, der sich z. B. in den dortigen, berühmt gewordenen Holzschnitzereien ausspricht, zum Erfolg der Mittenwalder Instrumentenmacher wesentlich mit; sogar einige Künstler ersten Ranges sind aus ihnen hervorgegangen, wie der in Berlin ansässige Geigenmacher Neuner (ein Mitglied des an der Spitze des Mittenwalder Geigenexportes stehenden Hauses Neuner & Hornsteiner), welcher sich in Paris unter Leitung Vuillaume’s zu einem der Besten seines Faches ausgebildet hat. — Dass die von den Italienern des vorigen Jahrhunderts hinterlassenen Modelle, wie für die künstlerisch strebenden Geigenmacher, so auch für die Fabrikanten einzig maassgebend sind, braucht wohl kaum besonders erwähnt zu werden; abgesehen von den kleineren für Unterrichtszwecke bestimmten sogenannten Halb- und Dreiviertels-Geigen, sind die Dimensionen wie die Proportions-Verhältnisse der einzelnen Theile für alle Streichinstrumente unverändert dieselben geblieben. Was endlich den Violinbogen betrifft, so hat er, wie die Violine keinerlei Veränderung erfahren, seitdem er durch den französischen Instrumentenmacher François Tourte (geboren zu Paris 1747) vor etwa einem Jahrhundert die denkbar höchste Leistungsfähigkeit erhielt, hauptsächlich dadurch, dass derselbe der bis zu seiner Zeit einwärts gebogenen Stange die Biegung nach rückwärts gab, die früher zusammengeballten Haare vermittelst einer am Frosch angebrachten Metallplatte in Flächenform vereinte und durch eine am untern Ende der Stange angebrachte Schraube das An- und Abspannen der Haare ermöglichte.
3Es erübrigt noch, in einem kurzen Rückblick der grossen Violin-Virtuosen zu gedenken, welche gleichzeitig mit den Koryphäen des italienischen Geigenbaues und mit ihnen Hand in Hand gehend, der Violine zu ihrer Herrscherstellung unter den Instrumenten verholfen haben. Bereits aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wird von einem Geigen-Virtuosen Namens Albert berichtet, den Franz I. in Italien kennen lernte und mit sich nach Paris nahm. Ueber die Art seiner Leistungen ist nichts Näheres bekannt; auch der, ein Jahrhundert später als Concertmeister am kursächsischen Hofe in Dresden wirkende Carlo Farina aus Mantua wird nur als Componist von Tänzen für die Geige genannt. Inzwischen aber war jene Vervollkommnung im Bau der Geige vor sich gegangen, welche der Familie Amati in erster Reihe zu danken

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