Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 352

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände, 1880

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1und wichtige Institut vor dem Herabsinken bewahrt. Durch dieses Amt, so wie durch die lange Reihe seiner in Frankreich mustergültig gewordenen Werke ist A. Schöpfer und Haupt einer Schule geworden, der alle jetzt lebenden französischen Operncomponisten ohne Ausnahme angehören.
3Auberlen, Samuel Gottlob, geboren am 23. Novbr. 1758 zu Feilbach bei Stuttgart und um 1825 als Organist und Musikdirector zu Ulm gestorben, nachdem er früher in Zürich, Tübingen, Schaffhausen u. s. w. theils als Conzertmeister, theils als Dirigent, theils als Organist angestellt gewesen war. Er hat ein Oratorium und mehrere Cantaten, im Uebrigen aber gefällige und ansprechende Lieder componirt und eine Selbstbiographie unter dem Titel »Samuel Gottlob Auberlen's, Musikdirector und Organist am Münster zu Ulm, Leben, Meinungen und Schicksale« herausgegeben.
5Aubert, Name mehrerer in der Musik verdienter Franzosen. 1. Aubert, Jacques, geboren 1678 und um 1727 erster Violinist in dem Orchester der Grossen Oper zu Paris, wurde 1748 Intendant der Musik des Herzogs von Bourbon, zog sich im J. 1752 in das Privatleben zurück und starb am 19. Mai 1753. Ausser mehreren Compositionen für sein Instrument hat er eine Oper, Ballets und Cantaten hinterlassen. Von seinen Söhnen sind hier zu nennen: a) Louis A., der älteste, geboren 15. Mai 1720, war von 1755 bis 1771, wo er wahrscheinlich starb, gleichfalls erster Violinist im Orchester der Grossen Oper zu Paris. Auch er schrieb Violin- und Balletstücke. b) Abbé Jean Louis A., geboren 15. Februar 1731 zu Paris und gestorben daselbst 10. Novbr. 1814, ist nur durch eine Schrift gegen die Kunst- und religiösen Ansichten J. J. Rousseau's weiterhin bekannt geworden. — 2. Aubert, Pierre François Olivier, geboren zu Amiens im J. 1763, bildete sich zu einem vortrefflichen Violoncell-Virtuosen heran und nahm in der Komischen, so wie in der Italienischen Oper in Paris einträgliche Stellungen ein. Von ihm erschienen zwei gute Schulen für sein Instrument und ausserdem Streichquartette, Duos u. s. w., ausserdem auch eine kleine Schrift über Geschichte der Musik.
7Aubery du Boulley, Prudent Louis, geboren 9. Decbr. 1796 zu Verneuil, erhielt bereits früh von seinem Vater Unterricht auf dem Klavier und der Guitarre, für welche Instrumente er schon als Knabe zu componiren anfing. Im J. 1808 wurde er auf das Pariser Conservatorium gebracht, wo er sieben Jahre hindurch dem Klavierspiel, so wie unter Méhul, Monsigny und Cherubini dem Studium der Composition oblag. Seine Verheirathung bald darauf führte ihn in's Privatleben, dem er jedoch schon 1820 wieder entsagte, um Unterricht zu ertheilen und zahlreiche Compositionen zu veröffentlichen. Aber brustleidend musste er sich 1827 ganz auf's Land zurückziehen und begab sich nach Grosbois, einem bei seiner Vaterstadt belegenen Dorfe. Von dort aus organisirte er seit 1830 in seinem und den benachbarten Departements zahlreiche Blechmusikcorps, welche wesentlich zur Hebung des musikalischen Sinnes unter den Landbewohnern beitrugen und für die er zahlreiche Stücke theils componirte, theils arrangirte. Er hat auch eine Oper »Les amants querelleurs« geschrieben, von der jedoch nur einzelne Stücke erschienen sind. Ausserdem hat er sich durch viele Romanzen und Chansons, Sonaten und Tänze für Klavier, eine Serenade für Orchester, Duos, Trios, Quartette, Quintette, ferner durch Guitarrestücke, eine gute Guitarreschule und eine »Grammaire musicale« einen hervorragenden Namen erworben.
9Aubigny von Engelbrenner, zwei Schwestern, Töchter eines hessischen Majors und kunstgeübte Dilettantinnen und Sängerinnen, von denen die ältere den Consistorialrath Horstig in Bückeburg heirathete, die jüngere aber, Nina, 1777 in Cassel geboren und von Sales in Coblenz gebildet, ihren Ruf als ausgezeichnete Altistin bis nach London und Bombay trug, wo sie leider verschollen ist. Von ihr erschien auch ein vortreffliches Buch: »Briefe an Natalie über den Gesang«, ferner verschiedene Aufsätze in der »Leipziger Musikalischen Zeitung« und einige Lieder.
11Aubin, Jeanne Charlotte Saint-, s. Saint-Aubin.
13Audace (ital.), Vortragsbezeichnung: kühn, beherzt, identisch mit ardito (s.d.).
15Audimont, Henri d', um 1760 Kapellmeister in Paris und tüchtiger Kirchencomponist, dem der Fürstabt Gerbert in seinem Werke »De cantu et musica sacra« ein hohes Lob ausstellt. A. starb zu Ausgange des vorigen Jahrhunderts.

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