Books › Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840 › scan 104
Scan 104
Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840
16 lines. Read by computer on 15 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 0. See the scan on archive.org.
1Deudon
2Singen aus dem rechten Tone weichen; abtönen, falsch singen. Nach J. J. Rousseau gibt es zweierlei Sänger, die nie disstoniren; diejenigen, die mit einem richtigen Gehör begabt sind, und Andere, die nie aus dem rechten Tone weichen, weil sie überhaupt nie hinein kommen.
3Deudon, zu Paris 1787, Verbesserer der Harmonika.
4Deutlichkeit der Aussprache, die bei Sängern und Sängerinnen so oft vermißt wird; s. Vortrag.
5Deutsch, 1763 in Breslau geb., † 1810 als Musikdirektor daselbst. Gründer des dortigen Concertvereins.
6Deutsche Art zu Tactiren, nach welcher der erste Schlag auf das Pult, die andern in die Luft geschehen; s. Tactiren.
7Deutsche Flöte (Dolzflöte, Flöte allemande, Flauto dulcis). Eine veraltete Art Querflöte mit sechs Tonlöchern und einem mit einer Klappe bedeckten Loche, die innerhalb des Mundlochs, wie die Flöte à bec, einen Kern hatte. Ihr Tonumfang erstreckte sich vom zweigestrichenen d bis dreigestrichenen g. — Zuweilen wird auch unsere moderne Flöte mit dem Namen deutsche Flöte bezeichnet.
8Deutsche Guitarre; s. Gitter.
9Deutsche Leier; s. Leier.
10Deutsche Musik. Nachdem sie sich im achtzehnten Jahrhundert zuerst von der italienischen unabhängig gemacht hatte, trat sie nach und nach bestimmter in ihrer Eigenthümlichkeit auf, und entwickelte in einer metaphysisch poetischen Sphäre, vorzüglich in grossen, tiefen Harmonieen, den romantischen Charakter der Tonkunst. Auch in ihr offenbart sich der Charakter des Volks ganz besonders durch Ernst, Tiefe und Gemüthlichkeit einerseits, und anderseits durch gründliche Gelehrsamkeit, Gediegenheit und Fleiß. Rühne Modulation, sinnige Charakterzeichnung, fleißige Ausarbeitung, harmonisch reiner Ausdruck der Stärke und Tiefe des Gefühls; das ist deutscher Styl. In der Kunst des Gesangs zwar ist Deutschland weit hinter Italien zurückgeblieben, theils weil es an guten Lehrern und guter Methode fehlte, theils auch, und seltsam genug, weil gerade in diesem Falle die deutsche Beharrlichkeit und Geduld nie, oder nur selten hat Stich halten wollen; dahingegen hat Deutschland fast von jeher das Uebergewicht über Frankreich und Italien hinsichtlich der Instrumentalmusik gehabt. Ramentlich ist dies bei den Virtuosen auf Blasinstrumenten der Fall; früher weniger bei den Violinisten, die sich in der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts vorzüglich durch die Fertigkeit ihrer linken Hand auszeichneten, denen aber das Herausziehen des Tons, die Bogenführung, nicht recht gelingen wollte, während Frankreich und Italien früher bereits, die geschicktesten und berühmtesten Virtuosen besaßen. Doch wußten spätere Meister auch diesen wichtigen Theil der Kunst sich anzueignen, und dem großen Verständniß der Blasinstrumente gesellt sich heutigen Tages ein gleich grosses der Saiteninstrumente. Denn die deutschen Komponisten haben in diesem Fache der Musik unübertroffene Originalwerke aufgestellt, und durch die in ihren Sinfonieen an die Instrumente gemachten Anforderungen die Orchester vorzüglich auf ihre Höhe gebracht. Auch Ausbildung wie nicht minder Ausartung des Pianosortespiels ist deutsches Eigenthum. So weit die Lichtseite. Dass Gelehrsamkeit auch in trockene Pedanterie, Gründlichkeit in Steifheit und Unbeholfenheit, Kunst in Künstelei ausarten kann, beweist hier nicht allein die Musik. Nirgend hat es so viel mathematische Musik und ditto Fantasirmaschinen gegeben als hier. Dass Deutschland schließlich die reichhaltigste und weitläufigste musikalische Literatur besitzt, weiss jeder, der das blaue Buch kennt, das alljährlich, wie jedwedes Unglück, ein Zwilling erscheint, und genannt wird: Leipziger Mess-Katalog. Wie dem im Uebrigen auch sei, so hat doch der Deutsche in der neuesten Zeit die Instrumentalmusik, sowohl in Komposition als Ausführung, auf eine Höhe gebracht, die man vor vierzig, funfzig Jahren wohl noch für unerreichbar gehalten haben mag. Am musikalischen Himmel prangt in unvergänglicher Strahlenpracht ein gelöner Regenbogen, der auf zwei Sternen ruht und bei einem dritten culminirt. Er prangt an Deutschlands Himmel; das Dreigestirn: Bach, Mozart, Beethoven.
11Deutsche Tabulatur. Die bis zur Erfindung der eigentlichen Notenschrift im elften Jahrhundert gebräuchliche Methode, die Töne über dem Texte mit Buchstaben und späterhin auch Strichen zu schreiben. Sie gründete sich auf die von Papst Gregor dem Grossen eingeführte Bezeichnungsart, und wurde in Deutschland durch M. Agricola (um 1524) abgeschafft. Sie theilte die Octaven, jede von c bis h herauswärts gerechnet, in Contratöne, in große, kleine oder ungestrichene, ein-, zwei- und dreigestrichene Octave &c. und diese Bezeichnung (A, A, a, ā, ā, ā &c.), welche die Octave bestimmt, zu der ein Ton gehört, sind der Kürze und Bequemlichkeit wegen in theoretischen Schriften sowohl als auch im Gespräche beibehalten worden; die übrigen Zeichen werden nicht mehr benutzt.
12Deutscher Bass. Ein Geigeninstrument, welches in Ansehung seiner Grösse zwischen einem Contra-Bass und einem Violoncell in der Mitte steht. Es wird mit fünf, zuweilen auch mit sechs Därmsaiten bezogen, die man auf verschiedene Art zu stimmen pflegt. Jetzt ist dieses Instrument nur noch bei der Tanzmusik gebräuchlich, wo es oftmals die Stelle des Contra-Basses und des Violoncells zugleich vertreten muß. one of two readings
13Deutscher Bass. Ein Geigeninstrument, welches in Ansehung seiner Grösse zwischen einem Contra-Bass und einem Violoncell in der Mitte steht. Es wird mit fünf, zuweilen auch mit sechs Darnsaiten bezogen, die man auf verschiedene Art zu stimmen pflegt. Jetzt ist dieses Instrument nur noch bei der Tanzmusik gebräuchlich, wo es oftmals die Stelle des Contra-Basses und des Violoncells zugleich vertreten muß. one of two readings
14Deutscher Violinschlüssel, italienisches Violinzeichen, ist der g-Schlüssel auf der zweiten Linie.
15Devienne (François), Professor am Conservatorium und Fagottist bei der Oper in Paris (auch tüchtiger Flötist), geb. 1760. † 1803 zu
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.