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Scan 112
Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840
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1bestehende, ober- und unterhalb der Hauptnote angebrachte Verzierung. [Beisp. 38 g.]
2Doppelwirbel, eine Schlagart auf den Pauken.
3Doppelzunge, die verdoppelte Aussprache der bei einigen Blasinstrumenten gebräuchlichen Silben oder Zungenstoße zur Erlangung eines runden Vortrags geschwinder Noten. Unter den Blasinstrumentisten sind besonders doppelzüngig die Flötisten und Trompeter; s. Junge.
4Doppio, doppelt, zweifach.
5Doppio movimento, doppelte Bewegung, bedeutet da, wo eine Taktart mit einer andern abwechselt, z. B. der ‡ mit dem ‡, daß nun die Viertel eben so geschwind genommen werden sollen, als im vorhergehenden Tempo. Gebräuchlicher ist in diesem Falle L'istesso tempo (s. d.)
6Doppipedale, bedeutet die Verdoppelung der Noten oder gleichzeitige Fortbewegung der Füße in Octaven.
7Dorische Tonart, Modus dorus, eine Tonart der griechischen Musik, auch eine der acht Kirchentonarten. Thamyraß aus Thrakien soll der Erfinder derselben gewesen sein; ihre Tonleiter entspricht unsren Tönen d, e, f, g, a, h, c, d. In dieser Tonart sind unter andern gesetzt die Choralmelodien: Jesus Christus unser Heiland, der von uns rc.; Christ ist erstanden von der Marter alle rc.; Christ lag in Todesbanden rc.
8Dorn (Heinrich), in Königsberg am 4. November 1804 geb., Musikdirektor in Leipzig; seit 1833 in Riga. In Berlin bildete er sich im Umgange mit Berger, Klein und And. Schrieb die Opern: Die Rolandsknappen, die Bettlerin, Abu Kara von Bechstein, und Arztarres, die große musikalische Talente verrathen, doch zu künstlich und gelehrt waren, als daß sie hätten Popularität erlangen können.
9Dossauer (Jost. Joh. Friedr.), 1783 zu Hasselrieth bei Hildburghausen geb., einer der größten Violoncellisten unsrer Zeit, Kapellist in Dresden, früher am Orchester in Leipzig. Schüler Kriegk's in Meiningen. (Ueber 100 Werke. Concerte für Violoncell, Fantasien, Capriccios, Trios, Sonaten, Variationen. — Der kleine Clavierspieler. — Herausgeber des Amphion.)
10Double, Doppelschlag, auch Doppelvorschlag.
11Double bémol, Doppel-b (bb).
12Double croche, Sechzehntelnote.
13Double dièse, Doppelkreuz (## oder ×).
14Doubles, heißt so viel als Variations. Dann nennen die Franzosen so auch die Stellvertreter der beim Schauspiele, der Oper und dem Ballett angestellten ersten Künstler und Künstlerinnen, welchseitige Stellvertreter nach den Regeln des Einschachtelungssystems in abnehmender Talentproportion im Notfalle wiederum von Doubles oder Doublures vertreten werden können.
15Doubllette, heißt im Französischen dasjenige Orgelregister, welches um eine Octave höher steht, als das Prinzipal.
16Douzème, die Duodecime.
17Dowland (John), geb. 1562, berühmter englischer Lautenist, auch Dichter; einer der gepriesensten Künstler seiner Zeit. Reiste als Virtuos 1584 nach Frankreich; war beim Landgrafen Moritz in Cassel in Gunst, 1595 in Italien, 1600 von König Christian IV. nach Kopenhagen eingeladen. Komponirte viele Songs. † in England 1615.
18Doxologia magna (die große Verherrlichungsformel), nennt man in der römisch-katholischen Kirche den Gesang: Gloria in excelsis Deo etc., und parva, die kleine, das Gloria patri, filio etc.
19Draghi (Antonio), aus Ferrara, Hofkomponist in Wien am Ende des siebenzehnten Jahrhunderts. Dichtete viele seiner Opern selbst. (86 Opern und Oratorien.)
20Draghi (Giov. Battista), Organist der Königin Maria von England, in Italien geb., ein ausgezeichneter Orgelspieler und Flügelvirtuos. (Die Operette Psyche (1673), The Wonders in the Sun (1706).)
21Dragonetti, Virtuos auf dem Contraviolon in London, stand ums Jahr 1802 in seiner Blüthe. Ein in seiner Art einziger Künstler, hat es zu einer Fertigkeit gebracht, die alles bisher Gehörte übersteigt; seine Nachahmer sind alle nur schwache Copieen seiner Vortrefflichkeit geblieben.
22Drama per musica, Drama mit Gesang, Singspiel, Oper. Als die symbolischen Gere- monien anfingen ihren poetischen Werth zu verlieren, versielen die Geistlichen in Italien durch die dramatische Form der geistlichen Gere- monien, besonders in der plastischen Dar- stellung christlicher Geschichten, auf die Idee, mit dramatischen Vorstellungen aus der Leidens- geschichte und dem Leben der Heiligen auch Musik zu verbinden; dies der Ursprung des Sings- spiels oder lyrischen Dramas. Im Jahre 1440 ließ der Papst Eugen IV. in Rom sogar auf öffentlichem Plaße die Bekehrung des Apostels Paulus (von Francesco Baverini) mit musi- kalischer Declamation vorstellen, wobei sich hier und da Choralgesang einmischte. Das erste weltliche Singspiel Orfeo von Angelo Po- litiano ward im Jahre 1475 in Florenz auf- geführt und fünf Jahre darauf, 1480, in Rom ein musikalisches Trauerspiel, wozu der Kardinal Riatti, ein Nefse des Papstes Sixtus IV., die Worte gedichtet hatte. So trat die singende Muse aus dem Kloster, wo schon biblische Ge- schichten dramatisirt worden waren, auf den Markt und in die Gaukelbuden, und erschien etwa ein Jahrhundert später verebelt als Oper auf der Bühne und als Oratorium in der Kirche. Die Geschichte ihrer fernern Ausbil- dung ist in diesen beiden Artikeln nachzuschlagen. one of two readings
23Drama per musica, Drama mit Gesang, Singspiel, Oper. Als die symbolischen Gere- monien anfingen ihren poetischen Werth zu verlieren, versielen die Geistlichen in Italien durch die dramatische Form der geistlichen Gere- monien, besonders in der plastischen Dar- stellung christlicher Geschichten, auf die Idee, mit dramatischen Vorstellungen aus der Leidens- geschichte und dem Leben der Heiligen auch Musik zu verbinden; dies der Ursprung des Sings- spiels oder lyrischen Dramas. Im Jahre 1440 ließ der Papst Eugen IV. in Rom sogar auf öffentlichem Plaße die Bekehrung des Apostels Paulus (von Francesco Baverini) mit musi- kalischer Declamation vorstellen, wobei sich hier und da Choralgesang einmischte. Das erste weltliche Singspiel Orfeo von Angelo Po- litiano ward im Jahre 1475 in Florenz auf- geführt und fünf Jahre darauf, 1480, in Rom ein musikalisches Trauerspiel, wozu der Kardinal Riatti, ein Neffe des Papstes Sixtus IV., die Worte gedichtet hatte. So trat die singende Muse aus dem Kloster, wo schon biblische Ge- schichten dramatisirt worden waren, auf den Markt und in die Gaukelbuden, und erschien etwa ein Jahrhundert später verebelt als Oper auf der Bühne und als Oratorium in der Kirche. Die Geschichte ihrer fernern Ausbil- dung ist in diesen beiden Artikeln nachzuschlagen. one of two readings
24Drath-Geige; s. Nagel-Geige.
25Drath-Harfe, Spitz- oder Flügel-Harfe (ital. Arpanetta), eine kleine pyramidenförmige Harfe, deren Resonanzboden, an dessen beiden Seiten Drathsaiten für Discant und Bass gezogen sind, in der Mitte liegt.
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.