Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 113

Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840

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1Drathsaiten. Die gewöhnlich zum Bezuge der Clavier- und einiger Lauteninstrumente benutzten Saiten von Eisen oder Messing. Sie werden auf folgende Weise versiert. Eine vorher noch stark geschmiedete Messing- oder Eisenstange wird durch die immer kleiner werdenden Löcher eines Instruments gezogen, das man ein Zieheisen nennt, alsbann polirt und auf kleine hölzerne Röllchen gewunden, auf denen die Grade der verschiedenen Stärke der Saiten durch Zahlen bezeichnet sind. Die Güte der Drathsaiten besteht hauptsächlich darin, daß sie die rechte Härte haben; sind sie zu weich, so ziehen sie sich zu sehr, und geben keinen hellen Ton; sind sie hingegen zu hart, so können sie selten, ohne zu zerspringen, in die gehörige Stimmung gebracht werden.
3Drechsler, Herzogl. Dessauischer Kammermusikus. Ausgezeichneter Violoncell-Birtuos.
5Drechsler (Jos.), geb. am 26. Mai 1782 zu Wallischbürchen in Böhmen; Professor der Harmonielehre in Wien, erwarb sich durch seinen Unterricht in der Theorie und im Orgelspiel grosses Verdienst um die Musik. (Zahlreiche Kompos.; worunter 10 Missen, ein Requiem u. a. Kirchenstücke; 6 Opern; 18 Singspiele und mehrere Lokalposen, z. B. „der Diamant des Geisterkönigs;“ Orgelschule, Generalbassschule, Clavierschule u. c.)
7Dreher, Tanzmusik; s. Länderer.
9Drehorgel, Leierorgel, Leierkasten (lat. organum portatile, franz. Orgue de Barbarie). Ein tragbares Instrument mit Pfeifenwerk von verschiedener Größe. Es besteht aus einem vierseitigen Kasten, in welchem zwei bis drei Register Pfeifen liegen, die gewöhnlich einen Tonumfang von drei Octaven umfassen, und durch eine Walze, auf welcher die Melodie durch eingeschlagene Stifte geordnet ist, vermittelst Ventile zur Ansprache gebracht werden. Der Träger braucht nur die an der rechten Seite des Kastens befindliche Kurbel zu drehen, so dreht sich die Walze, setzt den kleinen, gleichfalls im Innern des Instruments liegenden Blasebalg in Bewegung, und spielt, nachdem sie durch einen neben der Kurbel befindlichen Zapfen gestellt wird, mehrere Stücke. Man hat auch eine kleine Art, welche die Franzosen Serinette (Vogelorgel) nennen, welche nur ein Register von 9—10 kleinen Pfeifen hat, und entweder zum Spielwerk der Kinder, oder auch die Singsvögel zum künstlichen Singen abzurichten, dient.
11Drei. Die Zahl 3 bedeutet im Generalbass die Terz, auch den vollkommenen Accord; in ausgeschriebenen Stimmen die Triole, und in der Clavierapplicatur den dritten Finger.
13Dreichteltact, 3/8, Trois-huit. Die aus drei Achteln zusammengesetzte ungerade Tactart.
15Dreichörig ist ein Instrument, dessen Töne jeder durch drei in den Einklang gestimmte Saiten angegeben werden.
17Dreieckichte Lyra; s. Lyra.
19Dreieinseltact (3/1 oder durchstrichene 3), eine aus drei ganzen Noten zusammengesetzte, selten vorkommende Tactart.
21Dreier, Numerus ternarius, Rhythme ternaire. Das aus drei Tacten bestehende melodische Glied einer Periode.
23Dreifache Intervalle nennt man solche, die von ihrem Grundtone zwei Octaven höher abstehen, als die Zahl, welche sie benennt, anzeigt. Die Quarte G c z. B. ist ein einfaches, G c ein 2-faches, G c ein 3-faches Intervall.
25Dreigestrichene Octave, die fünfte Octave unseres Tonsystems, deren Töne dreigestrichene Töne oder Noten genannt werden. Unter dreigestrichene Noten versteht man zuweilen auch Zweiunddreißigstelnoten.
27Dreiklang, Trias, Accord, überhaupt jeder aus drei verschiedenen Tönen zusammengesetzte Accord; im engern Sinne die Verbindung eines Grundtones mit seiner Terz und Quinte. Man unterscheidet consonirende und dissonirende Dreiklänge (s. Dissonanz). Zu den ersteren gehört 1) die harte Dreiklangsharmonie (Trias harmonica major, Accord parfait majeur), auch Hauptaccord mit großer Terz und reiner Quinte, die in der Durtonleiter ihren Sitz auf der ersten, vierten und fünften Stufe hat, in der Molltonleiter auf der fünften und sechsten (Beisp. 40 1) a, d, e, m, n; und 2) der weiche oder kleine (Mollaccord) mit kleiner Terz und reiner Quinte, auf der zweiten, dritten und sechsten Stufe der Durtonleiter [b, c, f], und auf der ersten und vierten der Molltonleiter [h, l]. Zu den dissonirenden gehört 1) der verminderte oder weichverminderte Dreiklang, bestehend aus kleiner Terz und vermindelter Quinte, auf der siebenten Stufe der Dur- und auf der zweiten und siebenten der Molltonleiter [g, i, o], wozu ältere Tonlehrer noch einen andern auf der willkürlich erhöhten sechsten Stufe rechneten [n]; 2) der übermäßige, mit großer Terz und übermäßiger Quinte, auf der dritten Stufe der weichen Tonart [k]. Außer diesen gibt es noch zwei un eigentliche Dreiklänge, entstehend aus der willkürlich chromatischen Modificierung eines ihrer Intervalle: 1) der hartverminderte, auf der zweiten Stufe der weichen Tonart, bestehend aus Grundton, erhöhter kleiner Terz und kleiner Quinte [p]; 2) der doppelt-verminderte auf der erhöhten vierten Stufe der weichen Tonart, mit vermindertem Terz und vermindertem Quinte [q]. Ersterer bringt mit hinzugefügter Septime in der zweiten Umkehrung den Terz-Quarten-Accord mit der übermäßigen Sexte hervor [r]; letzterer in der ersten Verwechslung und mit der Septime verbunden aber den Sext-Quinten-Accord mit der übermäßigen Sexte [s]. Beide sind also einzig und allein zur Erklärung des aus dieser Verwechslung hergeleiteten übermäßigen Sextenaccords willkürlich aufgestellt worden. Unter Beisp. 40 2) findet man die von Gottfr. Weber als Grundharmonien angenommenen und nach ihm bezeichneten natürlichen oder leitereigenen Dreiklänge der Dur- und Molltonleiter angegeben. Die Erklärung der Bezeichnung s. u. Zeichen.

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