Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 114

Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840

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1Dreistigkeit
2Aus der Umkehrung oder Verwechslung des Dreiklanges entsteht der Sexten- und Sext-Quarten-Accord (s. b.). Vergl. Verboppelung und Signatur.
3Dreistigkeit. So wie für jeden gebildeten Mann, heisst es irgendwo, der sich nicht in seine vier Pfähle verschließen, sondern das Vergnügen des geselligen Umganges geniessen will, eine gewisse freie Bewegung ein nothwendiges Erforderniss ist, um so unerlässlicher ist es für jeden Sänger oder Instrumentisten, der öffentlich aufzutreten gesonnen ist, sich einer edlen Dreistigkeit zu befleißigen; worin es denn auch Manchem, mehr als in Spiel und Sang, zu einer bewundernswürdigen Virtuosität zu bringen gelungen ist. one of two readings
4Dreistigkeit. So wie für jeden gebildeten Mann, heisst es irgendwo, der sich nicht in seine vier Pfähle verschließen, sondern das Vergnügen des geselligen Umganges geniessen will, eine gewisse freie Bewegung ein notwendiges Erforderniss ist, um so unerlässlicher ist es für jeden Sänger oder Instrumentisten, der öffentlich aufzutreten gesonnen ist, sich einer edlen Dreistigkeit zu beflissigen; worin es denn auch Manchem, mehr als in Spiel und Sang, zu einer bewundernswürdigen Virtuosität zu bringen gelungen ist. one of two readings
5Dreistimmig, a tre, a tre voci.
6Dreistimmig (triphonisch) nennt man ein Tonstück für drei verschiedene Stimmen, entweder für Sänger (Terzett) oder für Instrumente (Trio), oder überhaupt in der Stimmenführung eines Sazes. Derselbe besteht alsbann aus einer Ober-, einer Mittel- und einer Grundstimme, wovon die erste als Hauptstimme, oder auch abwechselnd alle drei mehr oder minder concertirend behandelt sind. Die ältesten bekannten Beispiele von triphonischer Harmonie, in welcher zwei Stimmen in Terzen, Quarten und Sexten gehen und der Bass hier und da die Accorde bestimmt, fallen in das dreizehnte und vierzehnte Jahrhundert, wie die von Professor Fétis in Paris entdeckten Lieder des Adam de la Hale (1250—1280) und Francesco Landino (1350—1410) beweisen.
7Dreivierteltact (4), Mensure à trois tems; diejenige Gattung der ungeraden Tactart, die aus 3 Viertelnoten zusammengesetzt ist; s. Tact.
8Dreizweiteltact (3), Mesure à trois blanches; einfache ungerade Tactart, bestehend aus drei halben Schlägen oder Noten; s. Tact.
9Drese (Adam), um 1630 geb., zuletzt Kapellmeister in Arnstadt. Schüler Marco Sacchis. † 1718. Meister im Recitativ. (Melodieen zu Büttner's Liedern, Intraden und Arien, Kirchenmelodieen, z. B. Seelenbräutigam &c.)
10Dressler (Rafael), ausgezeichneter Virtuös auf der Flöte, vorher in Hannover, später in London, starb zu Mainz am 12. Febr. 1835. (Variationen, Concerte, Etudes pour la Flûte.)
11Drexel (Friedr.), einer der tüchtigsten Guitarrervirtuosen der jezigen Zeit. (An 50 Werke, worunter 20 Gesänge &c.)
12Dreyer (Joh. Melchior), fruchtbarer Komponist, Organist am Dom zu Ellwangen. Schrieb um 1790. (Kirchenstücke.)
13Dreyssig (Anton), 1774 in Böhmen geb., 1815 als Hoforganist in Dresden. Stiftete baselst eine Singacademie.
14Drieberg (Friedr. von), preuß. Kammerherr, geb. 1785 zu Charlottenburg; studirte unter Spontini's Leitung, und machte es zur höchsten Aufgabe aller seiner musikalischen Studien, das System der alten griechischen Tonkunst aus der bisherigen Dunkelheit hervorzuziehen und bis in ihr innerstes Prinzip zu erforschen. Seine geistvollen und gelehrtten Werke erregten grosses Aufsehen, wurden aber in dem was sie an irrigen Ansichten enthalten mochten, durch Perné und Chladni widerlegt. (,,Die mathematische Intervallenlehre der Griechen;" ,,Aufschlüsse über die Musik der Griechen" u. a. m.; Opern: ,,Don Cocagno" und ,,Sänger und Schneider.") one of two readings
15Drieberg (Friedr. von), preuss. Kammerherr, geb. 1785 zu Charlottenburg; studirte unter Spontini's Leitung, und machte es zur höchsten Aufgabe aller seiner musikalischen Studien, das System der alten griechischen Tonkunst aus der bisherigen Dunkelheit hervorzuziehen und bis in ihr innerstes Prinzip zu erforschen. Seine geistvollen und gelehrtten Werke erregten grosses Aufsehen, wurden aber in dem was sie an irrigen Ansichten enthalten mochten, durch Perné und Chladni widerlegt. (,,Die mathematische Intervallenlehre der Griechen;" ,,Aufschlüsse über die Musik der Griechen" u. a. m.; Opern: ,,Don Cocagno" und ,,Sänger und Schneider.") one of two readings
16Driflöte, eine aus dreiseitigen Pfeifen bestehende Orgelstimme.
17Drittheilston, ein kleines, aus der Diesis und dem syntonischen Komma bestehendes Intervall, welches als Differenz zwischen der reinen Octave und der aus der Addition von vier kleinen Terzen entstehenden Octave, im Verhältnisse 8:9:8, zum Vorschein kommt. Letztere Octave ist nämlich um diesen, Drittheilston grösser als die Octave in ihrem reinen Verhältnisse 1.
18Drobisch (Karl Ludw.), geb. zu Leipzig am 24. Dec. 1803, studirte 1821 unter Dröss den Contrapunkt und widmete seine ganze Thätigkeit auf Studium der Kirchenmusik. Seit 1826 lebt er in München. Viele seiner Werke reihen sich dem Besten an, was in jeziger Zeit für die Kirche geschrieben worden ist.
19Droite (main), die rechte Hand.
20Droste Hülshoff; s. u. Hülshoff.
21Drouet (Louis), erster Flötist der Königl. Kapelle in Paris, einer der berühmtesten Virtuosen, die je gelebt haben. (Ueber 150 Werke.)
22Druckwerk. Eine der beiden Arten des Regierwerks der Orgel, wodurch die Cancellen-Ventile in den Windladen aufgehoben werden.
23Drucker. 1) Ein zu den Schnarrwerken der Orgel gehöriger Mechanismus, vermittelst welchem die Pfeifen derselben gestimmt werden; s. Krücke und Orgel. 2) Die unmittelbar unter dem Fortepiano angebrachten Züge.
24Dubitatio, eine oratorische Figur, die in Tonstücken grössern Umfanges zuweilen angebracht wird und in der scheinbaren Unbestimmtheit der Anlage, des Zusammenhanges, so wie des melodischen und harmonischen Ganges besteht; zum Zweck den Zuhörer über die Absicht des Komponisten eine Zeitlang in Ungewissheit zu lassen.
25Doubourg (Matthew), zuletzt Königl. Kapellmeister in Irland, natürlicher Sohn des Tanzmeisters Isaac, zu London 1703 geb., † 1767. Außerordentlich fertiger Violinvirtuös, Schüler Geminian's, kam 1728 an Cousser's Stelle nach Dublin. Erzog einen gleichfalls außerordentlichen Violinisten, Namens Elegg.
26Duclos in Paris; s. Tactmesser.
27Ductus; s. Agoge.
28Dudà, Dudka und Dubotka (Rohrpfeife), ein uraltes russisches Blasinstrument. Es besteht, wie die Doppel-Flöte der alten Griechen und Römer, aus zwei Rohrpfeifen, gewöhnlich von verschiedener Größe, die vermittelst eines einzelnen Mundstücks intonirt werden. Jede Pfeife hat drei Tonlöcher für die Finger derjenigen Hand, mit welcher sie traktirt wird.

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