Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 160

Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840

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1Fux (Joh. Jos.)
2Stimmen nach ihrem wahren Klarke, den sie durch Angabe einer bestimmten Taste zum Gehör bringen, anschaulich macht, mag dieses deutlicher machen:
3C. E. F. G.
4Von 1 1/2 Fuß klingen nämlich wie
5= 3/2 = = = c e f g,
6= 4/3 = = = g h c a,
7= 1 = = = e gis a h,
8= 1 = = = c e f g.
10Von 1 1/2 Fuß klingen wie
11= 3 1/2 = = = g h c d,
12= 2 = = = e gis a h,
13= 1 = = = c e f g.
15Von 2 1/2 Fuß klingen wie
16= 3 1/2 = = = g h c d,
17= 4 = = = e gis a h,
18= 4 = = = c e f g.
20Von 5 1/3 Fuß klingen wie
21= 6 2/3 = = = G H c d,
22= 8 = = = E Gis A H,
23= 8 = = = C E F G.
25Von 10 2/3 Fuß klingen wie
26= 16 = = = G H C D.
28Von 16 Fuß klingen wie
29= 32 = = = C E F G.
31Sonst war die größte Pfeife eines 8-, 16-rc. füssigen Registers wirklich 8, 16 rc. Fuß lang, und Fuß und Füston hatten genau genommen eine verschiedene Bedeutung, indem durch erstere die Länge der Pfeifen, durch letzteres die Größe der Töne bezeichnet wurde; allein beim heutigen Orgelbau bindet man sich nicht mehr an jenes Längenmaß, sondern kürzt zur bequemern Einrichtung die Länge der Pfeifen ab, und ersetzt diesen Abgang durch die Weite. Die Benennung Füston oder füssig ist daher jetzt weit passender als Fuß, und man nennt, ohne Rücksicht auf die Länge der Pfeifen zu nehmen, z. B. ein Register, welches dieselbe Tonfolge darstellt, wie das Fortepiano, Violoncello, die Violine, Flöte rc., ein 8füssiges, oder ein Register von 8 Füston; ein um eine Octave höher stehendes ein 4füssiges, ein um eine Octave tiefer stehendes ein 16füssiges u. s. w. — So sagt man auch von andern Instrumenten, z. B. vom Contrabass oder Contrasagott sie seien 16füssig, weil auf ihnen alle Töne der gewöhnlichen Bassstimme um eine Octave tiefer klingen; das Violoncello, die Violine, Clarinette, Flöte und andere der menschlichen Stimme gleich kommenden sind 8füssig oder haben 8 Füston; die Flauto piccolo ist 4füssig u. s. w.
33Fux (Joh. Joseph), Kaiserlicher Oberkapellmeister in Wien, in Steyermark um 1660 geb., bekleidete seinen Posten unter den Kaisern Leopold, Joseph und Karl VI. mit 6000 Gulden Gehalt durch 40 Jahre. Großer Contrapunktist, Kirchen- und Theaterkomponist. Karl VI. ließ 1723 den alten Mann in einer Sänfte von Wien nach Prag zur Kronungsfeier tragen, um dort seine Oper Constanza e Fortezza neben dem Kaiser singend von 100 Sängern und 200 Instrumentisten (worunter Graun als Cellist) unter freiem Himmel aufführen zu hören. Auch sorgte er selbst für die Herausgabe des berühmten, in alle Sprachen übersetzten Werkes von Fux: Gradus ad Parnassum. Wenige Künstler sind ihm gleich geehrt worden. Einst, als der Kaiser eine Oper seines Kapellmeisters in eigener Person dirigirte, rief dieser, der hinter dem Kaiser stand, nach wiederholtem Bravo aus: „O, es ist Schod, daß Ew. Majestät ka Kapellmeister k'worden sind!" Worauf der Kaiser sich umdrehte und antwortete: „Hot nix zu sogen, hob's halter so besser." Seine uns jetzt steif und trocken erscheinende Manier galt damals für schön und originell. Indes sind seine Kompositionen als Muster im reinen Satz zu betrachten. Durch den großen Einfluß auf seine Zeit brachte er ein ausgepünkteltes, grüblerisches Wesen in die damalige Musik, daß sich in einer kaum überhörbaren Vielstimmigkeit und canonischer Künstelei gesiel. Selbst seine Kammermusik ist zu gelehr. (Opern: Elisa, Corona d'Arianna, Enea; Messen, Motetten, der 91ste Psalm, Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Osanna und Agnus, Ouverturen, Trios, treffliche Fugen; Vieles davon ist noch Manuscript und wird in Wien aufbewahrt.) Ueber sein Leben sind wenige Nachrichten vorhanden. Als Matthesson, der ihn mehrmals lächerlich zu machen versucht hatte, späterhin in ihn drang, seine Lebensgeschichte für die Ehrenpforte aufzusetzen, und endlich in einem pochenden Tone dessen Biographie verlangte, antwortete der stolze Mann in anscheinender Bescheidenheit dem Hamburgischen Musikus: „Ich kundte voll vortheilhaftiges für mich, von meinen Aufthommen, unterschiedlichen Dienstverrichtungen überschreiben, wan es nit wider die modesti wäre, selbst meine elogia hervorzustreichen: Indessen sei mir genug, daß ich würdig geschätzt werde, Caroli VI. erster Kapellmeister zu sein."
35Fuxische Wechselnoten sind vier Dissonanzen oder Wechselnoten, von denen man im strengen Satz nur stufenweise auf- oder abgehen konnte, von welchen aber der Kapellmeister Fux in der dritten Gattung des Contrapunkts das Wegspringen einführte, und die daher nach ihm benannt wurden.
37Fz, das abgekürzte Forzando, verstärkt.

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