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Scan 161
Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840
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1G (sol); die fünfte Klangstufe der diatonischen, oder die achte der diatonisch-chromatischen, und die siebente der alten Tonleiter; in der Solmisation g sol re, auch g.sol re ut, oder schlechtweg sol genannt. Die Saite G bildet in dem Verhältnisse 2 gegen den Ton C eine vollkommen reine Quinte. Der Ton G ist der gemächlichste in der Tonsetzung der Singstimmen, indem der Discantist diesen Satz so gut wie der Bassist in dem Umfange seiner Stimme hat. Ferner wird dieser Buchstabe als Abkürzung für gauche (s. Mano) gebraucht.
3G dur, eine harte Tonart, in welcher, um das Subsemitonium modi zu erhalten, der Ton f in lis verwandelt werden muß.
5G moll, weiche Tonart, hat zwei b Vorzeichnung.
7G- oder richtiger g-Saite, die dickste Saite auf der Violine, oder die vierte der Gitarre.
9G-, eigentlich g-Schlüssel (Clé de sol), bezeichnet auf dem Liniensysteme die Stelle des eingestrichenen g; woraus sich aus der Länge der Zeit ein ganz anderes Zeichen gebildet hat; s. Zeichen.
11G. G. g. g. g. uc.; s. A. A. a. a. a. uc.
13G sol re ut, in der Guidonischen Solmisation die Note g, sowohl in der kleinen als auch in der eingestrichenen Octave. Auch wurde der g-Schlüssel nach diesen Silben benannt.
15G ut, in der alten Solmisation das große G, als der tiefste Ton des aus sieben Hexachorden bestehenden Guidonischen Tonsystems.
17Ga, die vierte der Belgischen Silben; s. Boedisation.
19Gabel nennt man beim Clavierspiele das Greifen einer Terz oder Quarte mit dem dritten und vierten, oder mit dem vierten und fünften Finger, um das Ueberschlagen der Finger zu ersparen und das Spiel bequemer zu machen. Gabel (Instrument); s. Stimmgabel.
21Gabler, ein ausgezeichneter Orgelbauer in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts, lebte zu Ravensberg. Baute das große Werk von 76 Registern für vier Manuale und Pedal in der Abtei Weingarten in Schwaben.
23Gabler (Christoph Aug.), sehr gefälliger Clavierkomponist, Sohn eines Predigers zu Mühldorf im Voigtlande, studirte 1798 die Rechte zu Leipzig. Er lebte um 1800 in Reval als Virtuos und Musiklehrer. (Sonaten und Variationen für Pianoforte, Lieder mit Clavier, Sonaten und Fantasien für Harfe; der Pilger am Jordan, Abschied vom Dörfchen, und andere Gesänge, Freimaurer Lieder.)
25Gabrieli (Andrea), Contrapunktist und Organist zu S. Marco in Venedig in der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts, ein großer Meister. (Madrigale, heilige Gesänge, Psalmen, Messen, Motetten.)
27Gabrieli (Giovanni), vortrefflicher Komponist und Organist an der Markuskirche von Venedig. † 1612. (Symphoniae sacrae, Canzonen, Kirchenstücke.)
29Gabrieli (Catharina), die Tochter eines Koch's und deshalb la Cuochetina genannt; große Sängerin, zu Rom 1730 geb., Schülerin Metastasio's, vorzüglich ausgezeichnet in der komischen Oper. Die Kaiserin Catharina II. berief sie nach Petersburg und gab ihr dort ein jährliches Gehalt von 5000 Dukaten, dazu alles frei. Sie besaß viel Grazie, Weltbildung und Verstand; dabei großen Eigensinn. Da sie einst auf keine Weise zum Singen zu bewegen war, und die Kaiserin endlich ihr sagen ließ, es sei undankbar, da selbst ihr Feldmarschall nicht so viel Gehalt bekäme, als sie, erwiederte sie: man möchte diesen aber auch einmal in der Oper singen lassen! Joseph II. ließ sie einmal zwölf Tage gefangen setzen, weil sie durchaus nicht vor ihm singen wollte. 1775 ging sie nach London; 1777 nach Bologna. Zehn Jahre später fand sie Reichardt in Rom, wo sie sich gänzlich von der Welt zurückgezogen hatte. Schwerlich, sagt der strenge Schubart von ihr, wird eine Sängerin gefunden werden, wenn es nicht unsere große deutsche Mara ist, die es ihr an Biegsamkeit der Kehle, am Zerschmelzen der Töne, und sonderlich am Portamento gleich thut. Sie ist der Triumph der heutigen Singkunst. one of two readings
30Gabrieli (Catharina), die Tochter eines Koch's und deshalb la Cuochetina genannt; große Sängerin, zu Rom 1730 geb., Schülerin Metastasio's, vorzüglich ausgezeichnet in der komischen Oper. Die Kaiserin Catharina II. berief sie nach Petersburg und gab ihr dort ein jährliches Gehalt von 5000 Dukaten, dazu alles frei. Sie besaß viel Grazie, Weltbildung und Verstand; dabei großen Eigensinn. Da sie einst auf keine Weise zum Singen zu bewegen war, und die Kaiserin endlich ihr sagen ließ, es sei undankbar, da selbst ihr Feldmarschall nicht so viel Gehalt bekäme, als sie, erwiederte sie: man möchte diesen aber auch einmal in der Oper singen lassen! Joseph II. ließ sie einmal zwölf Tage gefangen setzen, weil sie durchaus nicht vor ihm singen wollte. 1775 ging sie nach London; 1777 nach Bologna. Zehn Jahre später sand sie Reichardt in Rom, wo sie sich gänzlich von der Welt zurückgezogen hatte. Schwerlich, sagt der strenge Schubart von ihr, wird eine Sängerin gefunden werden, wenn es nicht unsere große deutsche Mara ist, die es ihr an Biegsamkeit der Kehle, am Zerschmelzen der Töne, und sonderlich am Portamento gleich thut. Sie ist der Triumph der heutigen Singkunst. one of two readings
32Gansbacher (Joh.), gegen 1785 zu Sterzing in Tyrol geb., Schüler des Abt Vogler und Studiengenossen C. M. v. Weber's und Meyerbeer's in Darmstadt. 1810 in Mannheim. Vormals Oberlieutenant; jetzt Domkapellmeister zu Wien. Seine Werke vereinigen italienischen Gesang mit deutscher Kraft. (Kirchenstücke, Lieder, Cantaten; Sonaten, Variationen für Pianoforte.)
34Gaffi (Bernardo), geschätzter Komponist und Claviervirtuos zu Rom, Schüler Pasquini's, blühte um 1693. Schrieb zwei Cantaten und das Oratorium Innocenza gloriosa.
36Gafor (Franchinus), zu Lodi 1451 geb., † 1522. Sohn eines Soldaten zu Bergamo, Schüler Godendach's, erst Prof. der Musik zu Verona, zuletzt Kapellmeister in Mailand; hielt musikalische Vorlesungen, besaß große musikalische Gelehrsamkeit, zog viele Schüler. (Practica musicae, 1502, Theoria, 1496. Harmonia musica instrumentorum, 1518, und vieles Andere.) Er war der erste, der die Lehre von den zwölf Moden aus dem Boeth gründlich und fasslich erklärte. Marchettus von Padua (1274) und Joh. de Muris (1323)
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