Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 162

Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840

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1Gagliarda
2hatten den vier Notenarten des Franco noch eine fünfte (Minima) zugefügt. Bei Franchinus kommt zuerst die weitere Theilung der Minima in Semiminima major und minor nebst ihren Gestalten vor.
3Gagliarda (ital.), Gaillarda (franz.), ein veralteter italienischer, lustig ausgelassener Tanz im Dreivierteltact, auch Romanesque genannt.
4Gagliano (Marco da), berühmter Komponist zu Florenz im siebenzehnten Jahrhundert. (Madrigale, Opern.) Einer der Begründer unserer jetzigen dramatischen Musik, insofern er 1616 gemeinschaftlich mit Peri und Giacobi die Euridice des Rinuccini, dessen Daphne aber zum zweiten Male ganz allein komponirte.
5Gail (Sophie), eine Pariserin, begleitete die Catalani auf Reisen. (Opern, z. B. les deux jaloux; sehr beliebte Romanzen.) Ihrer Benutzung des O pescador dell'onda, Fidelin etc. verbandt diese italienische Melodie so allgemeine Verbreitung. Sie war Boyelbien's Schülerin.
6Galante Fuge, so viel als freie Fuge, deren Zwischensätze wie im Theater- oder im Kammerstile geschrieben sind. Galante Schreibart, galanter Stil, der freie oder weltliche Stil, im Gegensatz zu dem gebundenen oder kirchlichen. Was die eigentliche Galanterie oder Courtoisie des Stils betrifft, so ist diese, merkwürdiger Weise, nicht sonderlich in den Schriften deutscher Musikgelehrten zu Hause, wie aus Niedt, Mattheson, Gottfr. Weber u. A. zu ermeessen, die alle gern per Grobgedacht zu Werke gehen.
7Galilei (Vincenzo), Vater des berühmten Physikers, um 1530 bis 1540 zu Florenz geb., Schüler Zarlino's, musikal. Theoretiker und Lautenist. Mitglied der berühmten Gesellschaften bei dem Grafen Bardi, und nachmal's bei Corsi in Florenz, denen wir die Entstehung des Recitativs und der daraus hervorgegangenen Oper verdanken. Er und Giulio Caccini bereiteten durch ihre Neuerungen in der Musik gewissermaassen die Oper vor, indem sie öffentlich ihre Gedichte, abwechselnd mit Arioso-Stellen und Begleitung der Viole, recitirten. So lieferte Galilei in seinen Klagesliedern Jeremiä und der pathetischen Scene des Ugolino die ersten Versuche von einstimmigem Gesange. Auch war er der erste, der öffentlich gegen die überkünstelte Schreibart der damaligen Contrapunktisten auftrat. Ihm verdanken wir drei von Ulypius übrig gebliebene griechische Urmelodien, die er 1581 zu Florenz drucken liess (Il Fronimo etc. 1568. Discorso intorno alle opere di Zarlino. Dialogo della musica antica e moderna etc.). Sein Sohn, der unsterbliche Galileo Galilei (geb. 1564), den die stupide Orthodoxie der damaligen Zeit zur Verlängnung der Wahrheit zwang, hat sich durch seine Discorsi e demostrazioni matematiche, 1638, nicht geringes Verdienst um die Musik erworben, indem er seinen Nachfolgern in der Akustik und Klanglehre darin wacker vorarbeitete. Uebrigens war er selbst ein tüchtiger Musiker und spielte mehrere Instrumente mit großer Fertigkeit. Seinem Forschungsgeiste haben wir die Fernröhre zu verdanken, und die Orgelbauer mögen sich immerhin etwas zu Gute thun auf den Umstand, daß das erste, womit er die Planeten beobachtete, nichts anders war, als eine Orgelpfeife, worin er Gläser angebracht hatte.
8Gall's Schädellehre: Musikorgan; s. Organ.
9Gallenberg (Graf v.), ein Dilettant, von welchem mehrere Kompositionen vorhanden, als Rhapsodie pour le Pianosorte Op. 3., Fantaisie etc. Op. 4 u. s. w. Sehr gefällige Melodien, deren eine von Moscheles zu dem bekannten Rondeau expressif sur un thème favori de Gallenberg, dédié à son épouse (geb. Embden) benutzt wurde.
10Gallerano oder Galerano (Leandro), zuletzt Kapellmeister in Padua, zu Brescia geb., blühte zu Anfange des siebenzehnten Jahrhund. (Messen, Motetten.)
11Galopp, Galoppade, Galopp-Walzer, ein seit einigen Jahren ganz besonders in Aufnahme gekommener Tanz im Zweivierteltact, von vier Reprisen und rascher Bewegung. Pikanter und charakteristisch in der Erfindung sind die Six galops brillans, composés (en 1833) pour les bals de l'Opéra par Auber, Boieldieu, Carafa, Halevy, Herz et Labarre, deren zweiter, als der glänzendste und schönste, des größten Erfolges sich zu erfreuen hatte. Unter allen berühmten aber hat wohl der Galopp aus Auber's Maskenball den höchsten Gipfel der Berühmtheit erreicht. Merkwürdig übrigens, daß der hüpfende Galopp vom schwerfälligen Deutschland nach Frankreich verpflanzt, und dagegen die bleierne Menuett vom leichtfügigen Frankreich nach Deutschland gebracht werden mußte! one of two readings
12Galopp, Galoppade, Galopp-Walzer, ein seit einigen Jahren ganz besonders in Aufnahme gekommener Tanz im Zweivierteltact, von vier Reprisen und rascher Bewegung. Pizzant und charakteristisch in der Erfindung sind die Six galops brillans, composés (en 1833) pour les bals de l'Opéra par Auber, Boieldieu, Carafa, Halevy, Herz et Labarre, deren zweiter, als der glänzendste und schönste, des größten Erfolges sich zu erfreuen hatte. Unter allen berühmten aber hat wohl der Galopp aus Auber's Maskenball den höchsten Gipfel der Berühmtheit erreicht. Merkwürdig übrigens, daß der hüpfende Galopp vom schwerfälligen Deutschland nach Frankreich verpflanzt, und dagegen die bleierne Menuett vom leichtfügigen Frankreich nach Deutschland gebracht werden mußte! one of two readings
13Galot, in Paris, ein großer Meister auf der Laute. Im Jahre 1653 suchte ihn der berühmte Froberger auf, um Geschmack und Spielart nach ihm zu bilden.
14Galoubet, Flutet, ein hohltöniges Blasinstrument, welches nur drei Löcher hat; wird in Frankreich noch jetzt, jedoch selten gebraucht.
15Galuppi (Balbassaro, genannt Buranello), 1703 auf Burana, einer Insel bei Venedig geb., Kapellmeister an St. Markus, Organist an mehreren Kirchen, einer der ausgezeichnetsten Opernkomponisten, Schüler Lotti's. Schon jung war er ein fertiger Clavierspieler und noch vor seinem zwanzigsten Jahre liess er in Venedig seine erste Oper aufführen (Gli amici rivali). 1740 wurde er Lehrer am Conservatorium degl' Incurabili, an dem er selbst gebildet worden war. 1766 rief ihn die Kaiserin Catharina II. nach Petersburg; führte in Russland die italien. Kirchenmusik ein. 1768 wieder in Venedig. Er hinterliess 77 Opern. Seine Musik zeichnet sich durch Eigenthümlichkeit der Ideen, Geist, Geschmack und Schönheit der Melodien aus, doch ist sie

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