Books › Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840 › scan 169
Scan 169
Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840
27 lines. Read by computer on 15 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 0. See the scan on archive.org.
1Gefüllte Note
2sein Spiel überzutragen; s. auch Musikalisches Gefühl.
3Gefüllte Note (Noire), so viel als Viertelnote.
4Gegenbewegung; s. Bewegung und Beisp. 24 p).
5Gegenharmonie, Gegensatz, Contrathema, Contrasubjectum (lat.), Contre-sujet (franz.), ist derjenige Satz, welchen nach vorgetragenen Thema, die erste Stimme beim Eintritt des Gefährten contrapunktisch anhebt, und welchen auch die übrigen Stimmen nach Vollendung des Themas abwechselnd übernehmen. Dieser Satz muß, da er mit dem Hauptsatz zugleich vorgetragen wird, möglichst gegen denselben kontrastiren, was mehr durch metrische, als durch melodische Verschiedenheit zu erreichen ist. Vergl. Fugenbau.
6Gegensatz; s. Contrast und Gegenharmonie.
7Gegenstimme, so viel als Gegenharmonie.
8Gegittertes B oder gegittertes Kreuz, #, B cancellatum (lat.), Dièse (franz.). Das Versehungszeichen, welches einen ursprünglichen Ton um eine halbe Stufe erhöht. In der Bezeichnung des Generalbasses bezeichnet es, einzelnen über Grundnoten stehend, den zu ergreifenden vollkommenen Duraccord; neben Zahlen, übermäßige Intervalle. one of two readings
9Gegittertes B oder gegittertes Kreuz, #, B cancellatum (lat.), Dièse (franz.). Das Versehungszeichen, welches einen ursprünglichen Ton um eine halbe Stufe erhöht. In der Bezeichnung des Generalbasses bezeichnet es, einzeln über Grundnoten stehend, den zu ergreifenden vollkommenen Duraccord; neben Zahlen, übermäßige Intervalle. one of two readings
10Gehen, von musikalischen Instrumenten bedeutet so viel als erklingen.
11Gehende Bewegung nennt man die Fortschreitung einer Stimme von einem Tone zum nächstliegenden andern.
12Gehör (Auditus), im Allgemeinen, ist der Sinn, durch welchen wir die Schwingungen und Bewegungen der Luft, den Schall oder Klang, wahrnehmen, und daher zugleich der Sinn, welcher der geistigen Mittheilung dient, und beim Menschen zum Ton- oder Sprachsinn erhoben wird. Das Organ des Gehörs ist das Ohr, unter welchem Artikel die Beschreibung der innern Gehörwerkzeuge und ihres Baues nachzulesen ist. Die sowohl im Gehörorgan als in der Seele selbst liegende Empfanglichkeit für alle musikalischen Eindrücke, das Vermögen, sie richtig aufzufassen, und die Fähigkeit, sie unverfälscht zum innern Sinne fortzuleiten, nennen wir insbesondere musikalisches Gehör (s. d.). Bei Thieren, die neben ihrer Thiersprache die Fähigkeit besitzen, melodische Laute von sich zu geben und nachahmen zu lernen, ist sie ein Instinct; beim Menschen ein durch die Vernunft zu vervollkommender innerer Triebe.
13Gehse; s. Walker.
14Geige. Mit diesem Geschlechtsnamen bezeichnet man alle diejenigen Saiteninstrumente, deren Saiten durch Streichen mit einem Bogen zum Erklingen gebracht, und durch das Auflegen der Finger verkürzt werden, um die Verschiedenheit der Höhe und Tiefe der Töne hervorzubringen; und besonders noch die Violine (s. d.). Sie haben, ungeachtet die meisten Geschichtschreiber die Erfindung derselben in das Ende des funfzehnten Jahrhunderts setzen, ein hohes Alter, und waren z. B. in Frankreich schon unter Karl dem Großen bekannt. Die jetzt noch gebräuchlichen Gattungen der Geige, von denen man das Eigenthümliche jeder derselben in ihren besonderen Artikeln findet, sind folgende:
151) Die große Bassgeige, auch Contra-violon oder Contrabass (s. d.) (ital. Violone, Contrabasso, franz. Basse de viole, Contre-basse) genannt;
162) die kleine Bassgeige, das Violoncello (s. d.), (ital. Violoncello, franz. Violoncelle, Basse oder Petite basse);
173) die Altgeige, Bratsche, Viola (s. d.), (ital. Violetta, Viola alta, Viola di braccia, franz. Viole, Alto, Quinte), und
184) die Disantgeige oder Violine (s. d.), (ital. Violino, franz. Violon).
19Früher hatte man noch:
205) Die Kniegeige, Gambe, ital. Viola di Gamba (s. d.);
216) die Bastardgeige, ital. Viola bastarda (s. d.), eine ältere Art der Gambe;
227) die Viola pomposa (s. d.);
238) die Liebesgeige, ital. Viola d'amore, franz. Viole d'amour (s. d.);
249) die Schultergeige, ital. Viola di spalla, und endlich
2510) das Bariton (s. d.), ital. Viola di bordone; welche aber sämtlich nicht mehr gebräuchlich sind.
26Alle diese Geigeninstrumente sind nur in Ansehung ihrer Größe, Stimmung und Behandlungsweise von einander unterschieden, und in ihrem Baue und ihren einzelnen Bestandtheilen ganz mit einander übereinstimmend. Sie bestehen nämlich aus einer Oberdecke (Resonanzboden, auch Dach genannt) und einer Unterdecke oder Boden, von gleicher Größe und Form. Die Oberdecke oder der Resonanzboden ist aus völlig ausgetrocknetem Fichtenholz verfertigt, bald mehr bald weniger gewölbt, und der wichtigste Theil bei allen Geigeninstrumenten, weil von der Beschaffenheit und Stärke seines Holzes nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Stärke und völlige Gleichheit des Tons fast einzig und allein abhängt; die Unterdecke oder der Boden besteht aus Ahorn- oder irgend einem andern harten Holze, und ist mit der Oberdecke vermittelst einer Zarge, einem dünnen, nach der länglich runden, und in der Mitte auf beiden Seiten ausgeschweiften Form der beiden Decken gebogenen Span von Ahornholz, verbunden. Diese ausgeschweifte Form dient dazu, daß der Bogen beim Anstreichen der höchsten und tiefsten Saite nicht an die Oberdecke streife. Nahe an diesen beiden Ausschweifungen sind in die Oberdecke zwei Löcher, die sogenannten F-Löcher, eingeschnitten, um die äußere Luft mit der, welche sich im Innern des Instruments befindet, in Verbindung zu bringen, und die sogenannte Stimme
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.