Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 170

Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840

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1Geige
3aufrichten zu können. Diese Stimme, welche man auch den Stimmsstock oder die Seele nennt, ist ein dünnes, rundes Stäbchen von Holz, so lang, als das Instrument hoch ist, welches ein wenig hinter dem rechten Füschchen des Steges innerhalb des Körpers aufgerichtet wird, und sich an die Ober- und Unterdecke stemmt, damit erstere einen Gegendruck gegen die obersten beiden Saiten erhalte, weil diese, vermöge ihrer höheren Spannung, scharfer auf die Decke drücken. Damit aber auch die beiden unteren Saiten einen Gegendruck erhalten, ist inwendig an der Oberdecke, in der Gegend des F-Loches, wo das linke Füschchen des Steges steht, ein schmales Stückchen Holz angeleimt, welches der Balken oder Träger heißt, und längs derselben hinläuft. Einige Instrumentenmacher leimen diesen Balken nicht an, sondern lassen ihn gleich bei dem Ausboheln und Ausschneiden der Oberdecke stehen, so daß es mit derselben aus einem Stücke gearbeitet ist. Balken und Stimme haben auf die Güte und Reinheit des Tons einen großen Einfluß, weshalb sie mit großer Vorsicht gearbeitet werden müssen. one of two readings
4aufrichten zu können. Diese Stimme, welche man auch den Stimmsstock oder die Seele nennt, ist ein dünnes, rundes Stäbchen von Holz, so lang, als das Instrument hoch ist, welches ein wenig hinter dem rechten Füschchen des Steges innerhalb des Körpers aufgerichtet wird, und sich an die Ober- und Unterdecke stemmt, damit erstere einen Gegendruck gegen die obersten beiden Saiten erhalte, weil diese, vermöge ihrer höheren Spannung, särfer auf die Decke drücken. Damit aber auch die beiden untern Saiten einen Gegendruck erhalten, ist inwendig an der Oberdecke, in der Gegend des F-Loches, wo das linke Füschchen des Steges steht, ein schmales Stückchen Holz angeleimt, welches der Balken oder Träger heißt, und längs derselben hinläuft. Einige Instrumentenmacher leimen diesen Balken nicht an, sondern lassen ihn gleich bei dem Ausbuheln und Ausschneiden der Oberdecke stehen, so daß es mit derselben aus einem Stücke gearbeitet ist. Balken und Stimme haben auf die Güte und Reinheit des Tons einen großen Einfluß, weshalb sie mit großer Vorsicht gearbeitet werden müssen. one of two readings
6An dem oberen Theile des Instruments ist der Hals eingesetzt, auf welchem das in der Mitte etwas gewölbte Griffbrett liegt, welches bis in die Mitte der beiden F-Löcher hinabreicht. Oben am Griffbrett liegt der Sattel, ein querüberliegendes Stückchen Elfenbein, mit vier runden Einschnitten, in welchen die Saiten ruhen, damit sie nicht unmittelbar auf dem Griffbrette ausfliegen. Den Kopf des Instruments, welcher bei dem Sattel anfängt, bildet der Wirbelkasten, auch Lauf oder Wandel genannt; er besteht aus einem hohlen Kästchen, in welchem die Stimmwirbel laufen, und ist oben gewöhnlich mit einer Schnecke oder auch mit einem Löwenkopfe verziert.
8Die Saiten sind an dem unteren Theile des Instruments vermittelst eines Knotens in die Löcher eines gewölbten Bretttchens eingeäht, welches vermittelst einer Schleife von Darmseiten, an einem, am unteren Theil des Deckels befindlichen, hölzernen oder elsenbeinernen Knöpfchen befestigt ist, und die Saitenfessel oder der Saitenhalter heißt, und laufen von demselben über den in der Mitte des Körpers befindlichen, mit zwei Füßen versehenen Steg (s. d.) und das Griffbrett hin, bis zu den Stimmwirbeln. Der Kapellmeister Spohr erfand eine Art Saitenhalter, welcher unten wie ein kleiner Teller geformt ist, und sich beim Spielen besser an die Backen anlegt, und gewöhnlich auch nur Spohr'scher Saitenhalter genannt wird. one of two readings
9Die Saiten sind an dem untern Theile des Instruments vermittelst eines Knotens in die Löcher eines gewölbten Bretttchens eingeäht, welches vermittelst einer Schleife von Darmseiten, an einem, am untern Theil des Deckels befindlichen, hölzernen oder elsenbeinernen Knöpfchen befestigt ist, und die Saitenfessel oder der Saitenhalter heißt, und laufen von demselben über den in der Mitte des Körpers befindlichen, mit zwei Füßen versehenen Steg (s. d.) und das Griffbrett hin, bis zu den Stimmwirbeln. Der Kapellmeister Spohr erfand eine Art Saitenhalter, welcher unten wie ein kleiner Teller geformt ist, und sich beim Spielen besser an die Backen anlegt, und gewöhnlich auch nur Spohr'scher Saitenhalter genannt wird. one of two readings
11Innerhalb des Körpers sind die Ecken der Schweifungen mit aufrecht stehenden Klößchen ausgefüttert, und rings herum an der Zarge sind oben und unten schwache Leistchen angeleimt, damit die Decken fester und sicherer an dieselbe befestigt werden können. Diese Leistchen nennt man die Futterung, und dürfen an einem gut gearbeiteten Instrumente eben so wenig wie die auf der Oberdecke ringsum am Rande hinlaufende ausgelegte Linie von schwarzem Holze, von den Geigenmachern Flödel genannt, fehlen. Findet man auch zuweilen Instrumente ohne Futterung, oder nur mit schwarzer Farbe gezogenem Flödel, von ziemlich gutem Ton, so kann man doch mit Sicherheit nicht auf die Fortdauer oder gar Verbesserung derselben hoffen; und gewöhnlich zeugt dieser Mangel von der Arbeit eines Pfuschers.
13Der Bogen, mit welchem die vier Saiten der Geigeninstrumente zur Ansprache gebracht werden, so wie die Art ihn zu führen, ist bereits Seite 47 beschrieben worden.
15Es ist den mehrsten, eben erst aus den Händen der Instrumentenmacher hervorgegangenen Instrumenten eigen, daß ihr Ton noch roh, unbiegsam und schwer zur Ansprache zu bringen ist, und man ihnen erst durch das sogenannte Ausspielen einen bessern Klang und einen schöneren, volleren und kräftigern Ton zu geben suchen muß; aber mehr als alle andern besitzen die Geigeninstrumente diese Eigenschaft, so daß, besonders weil die feinern und harzigen Theile des Fichtenholzes, die der Güte und leichten Ansprache dieser Instrumente äußerst nachtheilig sind, sich so langsam verflüchtigen, mehr als ein Menschenalter erforderlich ist, sie völlig auszuspielen. Daher kommt es auch, daß die alten Geigeninstrumente so viele Vorzüge vor den neuern behaupten, und oftmaß mit großen Summen bezahlt werden.
17Geigen-Bogen; s. Bogen.
18Geigen-Clavicymbel; s. Gambenwerk.
19Geigenharz; s. Colophonium.
20Geigenprinzipal, eine Flötenstimme der Orgel von Zinn, zu 8 oder 4 Füsten.
21Geigenregal. Ein veraltetes Schnarrwerk in der Orgel, von so angenehmem Tone, daß spitzfindige Organisten es auch Jungfernregal nannten, oder auch Jungfernwerk, Jungfernstimme (Vox virginea).
22Geigensaiten; s. Darmseiten und Violine.
23Geigenschlüssel, falschlich für Violinschlüssel.
24Geigenspieler; s. Violinspieler.
25Geigenwerk, gleichbedeutend mit Geigenregal und auch Gambenwerk (s. d.).
26Geißler (Carl), seit 1823 Cantor und Musikdirektor in Zschopau, geb. 1802. Er ist ein Schüler Fischer's, und trägt durch seine Tätigkeit viel zur Wiederbelebung des musikalischen Sinnes in dortiger Gegend bei. Seit einigen Jahren ist er fleißiger Komponist, und man findet in seinen Werken ein sorgfältiges Studium, namentlich älterer Meisterwerke. Er ist Mitarbeiter an mehreren vorzüglichen musikalischen Werken, und seine Gesänge, Pianoforte- und Orgelkompositionen (bei Breitkopf und Härtel, Hofmeister und Kistner) verdienen, daß man sie kennen lerne. Gewiß wird er, bei fortgesetztem Studium, noch manches Gute zu Tage fördern.

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