Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 172

Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840

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1Gemeine Umkehrung
2doppelten, den gemeinen oder einfachen Contrapunkt. Ein gemeiner Kopf, sagt Schiller, wird den edelsten Stoff durch eine gemeine Behandlung entehren, ein großer Kopf und ein edler Geist hingegen wird selbst das Gemeine zu adeln wissen. So Mozart die gemeinen Naturen Leporello, Papageno u. A.
3Gemeine Umkehrung; s. Umkehrung.
4Gemengter Contrapunkt; s. Contrapunkt.
5Gemengtes Metrum, eine Zusammensetzung des geraden und ungeraden Metrums, bestehend in stets wiederkehrender Abwechselung zwei- und breitheiliger Zeitmomente, wie z. B. der 4/4 Takt, wovon ein Beispiel in Boyel dieu's weisser Dame.
6Geminiani (Francesco), 1666 zu Lucca geb., wurde über 90 Jahre alt. Violinspieler, Schüler Gorelli's; wurde Orchesterdirektor in Neapel; ging 1714 nach London, wo er durch sein Spiel großes Aufsehen machte. Gab dort 12 Sonaten für Violine, Violon und Clavier heraus, die auch seinen Ruhm als Komponist begründeten. Legte eine Gemälde- sammlung an, vielleicht weil es Corelli gethan hatte, verfuhr aber dabei mit Leidenschaft und ohne Geschmack, und wurde darüber arm. Gab dann Concerti grossi heraus. Reiste 1748 nach Paris, ließ dort seine Werke für die Franzosen stehen, und kehrte 1755 nach London zurück. † 1762 zu Dublin. (Rules for playing the Violin. — Guida armonica. — Art of playing the Guitar. — Solos für Violine, Violinconcerte, Solos für Violoncell, Sonaten; Lessons for the Harpsichord, Trios.) Seine Kompositionen haben mehr Mannigfaltigkeit in der Modulation und Kunst im Saz der verschiedenen Instrumente, als die des Corelli; dieser übertrifft ihn jedoch in der Melodie, wie auch an Klarheit und Ordnung. one of two readings
7Geminiani (Francesco), 1666 zu Lucca geb., wurde über 90 Jahre alt. Violinspieler, Schüler Corelli's; wurde Orchesterdirektor in Neapel; ging 1714 nach London, wo er durch sein Spiel großes Aufsehen machte. Gab dort 12 Sonaten für Violine, Violon und Clavier heraus, die auch seinen Ruhm als Komponist begründeten. Legte eine Gemälde- sammlung an, vielleicht weil es Corelli gethan hatte, verfuhr aber dabei mit Leidenschaft und ohne Geschmack, und wurde darüber arm. Gab dann Concerti grossi heraus. Reiste 1748 nach Paris, ließ dort seine Werke für die Franzosen stehen, und kehrte 1755 nach London zurück. † 1762 zu Dublin. (Rules for playing the Violin. — Guida armonica. — Art of playing the Guitar. — Solos für Violine, Violinconcerte, Solos für Violoncell, Sonaten; Lessons for the Harpsichord, Trios.) Seine Kompositionen haben mehr Mannigfaltigkeit in der Modulation und Kunst im Saz der verschiedenen Instrumente, als die des Corelli; dieser übertrifft ihn jedoch in der Melodie, wie auch an Klarheit und Ordnung. one of two readings
8Gemischtes Metrum ist dasjenige, dessen Grundeintheilung in zwei, und die späteren, aus jener entspringenden in drei Zeittheile zerrüttet; oder auch die Verboppelung einer ungeraden Tactart, als 4/8, 6/8, 12/8 u. s. w. one of two readings
9Gemischtes Metrum ist dasjenige, dessen Grundeintheilung in zwei, und die späteren, aus jener entspringenden in drei Zeittheile zerrüttet; oder auch die Verboppelung einer ungeraden Tactart, als 4/8, 6/8, 12/8 u. s. one of two readings
10Gemshorn. Eine Flötenstimme in der Orgel, zuweilen von 16, gewöhnlich aber von 2—4 bis 8 Fußton, bei welcher die Pfeifen oben fast um die Hälfte enger sind, als unten bei dem Kerne. Sie wird auch oft Koppel- flöte oder Spillflöte genannt; und wenn sie als Quintenregister gebraucht wird, nennt man sie von dem ihr eigenen näselnden Tone, Nasat, und ist alsdann eine gebeckte Quinte, meistens von 3 oder 1 1/2 Fußton.
11Genast (Franz Eduard), 1798 zu Weimar geb., Baritonist, früher in Leipzig, jetzt am Theater in Weimar. (Die Oper: die Sonnenmänner; Lieber.)
12Genaue Umkehrung; s. Umkehrung.
13Genera densa oder spissa, die dichten Klanggeschlechter, nannten die Alten das chromatische und enharmonische Klanggeschlecht, weil die Töne derselben dichter aneinander liegen, als in der diatonischen Tonleiter; s. Genus rarum.
14Generalbass, Fundamentum, Bassus continuus (lat.), Fondamento, Basso continuo (ital.), Basse fondamentale (franz.). Im weiteren Sinne Harmonie- oder Kompositionslehre; im engern und richtigern die Lehre von der Bedeutung und Anwendung der Generalbass- bezifferung und vom Vortrage des Basses, über welchem die Intervalle der Harmonie durch Ziffern angegeben sind (Bezifferter Bass, Basse chiffrée). Der Zweck des Generalbasspielens ist Verstärkung der Harmonie, genauere Bestimmung der Modulation, und Unterstützung der Sänger im Recitativ; diese Kunst erfordert eine genaue Kenntnis der Intervalle, Accorde, Fortschreitung und Auflösung, kurz des grammatischen Theils der Musik. Die Erschließung der Bassbezifferung, auch italienische Tabulatur genannt, wird gemeiniglich dem Lud. Biadana, Kapellmeister an der Domkirche zu Mantua (1606) zugeschrieben; jedoch stellt der Hofrat Kiesewetter dieser Meinung eine begründete Berichtigung entgegen. Diese Praktik, sagt er (die Ausfüllung der Harmonie mit der Orgel), war den Organisten längst vollkommen geläufig; sie verstanden das Accompagnement über eine unbezifferte Stimme (die sie aus den einzelnen Parten für ihren Gebrauch als Basso continuo zusammensetzten) eben sowohl, als vom bezifferten Basse, welchen sie unter sich schon ge- raume Zeit vor dem Jahre 1600 als ein Hülfsmittel für das Gedächtniß, und als einen nützlichen Weiser für besondere, in der Komposition vorliegende Harmoniefolgen eingeführt hatten, regelmäßig, das ist rein, auf den Tasteninstrumenten auszuführen. Allein in Folge der Einführung der Monodien und des concertirenden Stiles musste auf die Begleitung eine größere Sorgfalt gewendet werden. Und so entstanden die Regeln der Begleitung, und der so- genannte Generalbass mit der Bezifferung, als ein eigenes Studium. — Die Bezifferung siehe unter Signaturen. Anweisungen schrieben Ph. Em. Bach, Türk, Gottfr. Weber, Logier u. A. one of two readings
15Generalbass, Fundamentum, Bassus continuus (lat.), Fondamento, Basso continuo (ital.), Basse fondamentale (franz.). Im weiteren Sinne Harmonie- oder Kompositionslehre; im engern und richtigern die Lehre von der Bedeutung und Anwendung der Generalbass- bezifferung und vom Vortrage des Basses, über welchem die Intervalle der Harmonie durch Ziffern angegeben sind (Bezifferter Bass, Basse chiffrée). Der Zweck des Generalbasspielens ist Verstärkung der Harmonie, genauere Bestimmung der Modulation, und Unterstützung der Sänger im Recitativ; diese Kunst erfordert eine genaue Kenntnis der Intervalle, Accorde, Fortschreitung und Auflösung, kurz des grammatischen Theils der Musik. Die Erschließung der Bassbezifferung, auch italienische Tabulatur genannt, wird gemeiniglich dem Lud. Biadana, Kapellmeister an der Domkirche zu Mantua (1606) zugeschrieben; jedoch stellt der Hofrat Kiesewetter dieser Meinung eine begründete Berichtigung entgegen. Diese Praktik, sagt er (die Ausfüllung der Harmonie mit der Orgel), war den Organisten längst vollkommen geläufig; sie verstanden das Accompagnement über eine unbezifferte Stimme (die sie aus den einzelnen Parten für ihren Gebrauch als Basso continuo zusammensetzten) eben sowohl, als vom bezifferten Basse, welchen sie unter sich schon ge- raume Zeit vor dem Jahre 1600 als ein Hülfsmittel für das Gedächtniß, und als einen nützlichen Weiser für besondere, in der Komposition vorliegende Harmoniefolgen eingeführt hatten, regelmäßig, das ist rein, auf den Tasten- instrumenten auszuführen. Allein in Folge der Einführung der Monodien und des concertirenden Stiles musste auf die Begleitung eine größere Sorgfalt gewendet werden. Und so entstanden die Regeln der Begleitung, und der so- genannte Generalbass mit der Bezifferung, als ein eigenes Studium. — Die Bezifferung siehe unter Signaturen. Anweisungen schrieben Ph. Em. Bach, Türk, Gottfr. Weber, Logier u. A. one of two readings
16Generalbassstimme; s. Orgelstimme.
17Generali (Pietro), Kapellmeister in Mantua, 1783 geb., vorzüglicher Komponist. (Opern: le lagrime d'una vedova, I baccanti, beide auch deutsch; Hellena e Alfredo, Adelina, Jesta.) † Nov. 1832.
18Generalpause; allgemeines, in allen Stimmen eines Tonstückes besindliches Stillstands- zeichen, das mehr als einen Tacttheil beträgt. Sie unterscheidet sich von der Fermate auf einer kleinen Pause dadurch, daß sie nicht, wie diese, den Gang des Tactes selbst unterbricht, sondern das Tactgewicht auf kurze Zeit hemmt; s. Pause.
19Generalprobe, die letzte vor der öffentlichen Aufführung. Sie wird mit der größten Genauigkeit, unter Theilnahme aller Mitwirkenden, angestellt.

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