Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 173

Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840

17 lines. Read by computer on 10 September 2026. Printed page 0. See the scan on archive.org.

1Generoso, edel, mit edlem Vortrage.
2Genie. Eine der vielen geheimnisvollen Erscheinungen in der geistigen Natur des Menschen; eine besondere Modification der Kräfte, wodurch sich einzelne Menschen vor andern auszeichnen und sie in ihrer Wirksamkeit übertreffen. Es hat seinen Namen von dem lateinischen Worte Genius, indem man sich einbildete, daß gewissen, mit vorzüglicher Energie des Geistes wirkenden Menschen ein höheres Wesen, ein Genius, einwohne, der sie dazu begeistere. Genie ist eine treibende Gewalt, ein göttlicher Instinkt, geleitet durch eine göttliche Besonnenheit. Es ist das Ursprüngliche, Angeborene, das nicht erlernt werden kann, sich unbewußt äußert, und in einem hohen Grade eigenthümlicher Productivität sich offenbart. Es umfaßt das Geistige wie des Lebens, so der Kunst, bricht sich neue Bahnen und bringt neue Schöpfungen ans Licht. Obwohl es sich selbst Alles verbankt und nicht durch Studium erworben wird, so kann es doch durch Studium vervollkommnen. Dem gewöhnlichen Sprachgebrauche zufolge, bezeichnet Genie haben einen hohen, Genie sein jedoch den höchsten Grad, in welchem der Mensch diese geistige Regsamkeit besitzen kann. Buffon, der wohl vergleichsweise minder war als hatte, erklärt Genie durch aptitude au travail, natürliche Anlage oder Geschick zur Arbeit. Vergl. Talent. Es gibt verschiedene Arten des Ausdrucks genialer Individualität. Die drei Heroen z. B. Homer, Beethoven, Napoleon, deren einer in Worten dichtet, der andere in Tönen, der dritte in Thaten. In Beziehung auf Musik verstehen wir unter Genie einen hohen Grad der Fähigkeit, neue ausgezeichnete musikalische Ideen zu erzeugen, zu entwickeln und zu ordnen; also Schöpferkraft in Tönen. Die Schöpfungen aber des herrschenden Genies, gleichviel ob sie in Thaten, Marmor, Farben oder Klängen sich gestalten, bedürfen ein Auge, in welchem sie wiederstrahlen; dies Auge ist das genialer Auffassung fähige Gemüth, welches das vorgehaltene Bild empfängt, und mit Staunen und Rührung zu jener Größe hinausschaut. Nicht jeder besitzt dies Auge. Daher unterscheidet Jean Paul passive Genies, solche nämlich, die reicher sind an empfangender als schaffender Fantasie. „Es gibt Menschen, welche in eine heilige, offene Seele den großen Weltgeist, es sei im äußern Leben oder im Innern des Dichtens und Denkens, aufnehmen, welche treu an ihm, wie das zarte Weib am starken Manne, das Gemeine verschmähend, hängen und bleiben, und welche doch, wenn sie ihre Liebe aussprechen wollen, mit gebrochenen, verworrenen Sprachorganen sich quälen, und etwas anderes sagen, als sie wollen. Wenn der Talent-Mensch der lustige Papagei und Affe des Genies ist, so sind diese leibenden Grenz-Genies die stillen, ernsten, aufrechten Wald- oder Nachtmenschen desselben, denen das Verhängniß die Sprache abgeschlagen. Es sind — wenn nach den Indiern die Thiere die Stummen der Erde sind, — die Stummen des Himmels. Jeder halte sie heilig, der Tiefere und der Höhere!“ Diese sind’s, die das innere ungetrübte Auge besitzen; nicht aber jene negativen Geister oder Nihilisten, die vor lauter versinsterndem Rauchglase von dem herrlichen Glanz der Sonne nur die Flecken zu sehen im Stande sind. Denn in jeder Auffassung und Beurtheilung dieser Art wird nur das innere Maß der eigenen Genialität oder Poesie zur äußern Anschauung gebracht; und niemand kann von dem Gotte reden, der nicht von dem Gotte erfüllt ist. Das Genie aber zum reinen Verstand verhält sich wie etwa der Straßburger Münster zu einer Privatkapelle, wie der rollende Donner zum aufgespannten Regenschirm, wie ein Napoleon zu einem Wellington. Jenes steht den Wolken, aber auch dem Himmel näher.
3Genus chromaticum, Chromatisches,
4Genus diatonicum, Diatonisches, und
5Genus enharmonicum, Enharmonisches Klanggeschlecht. Vergl. diese Artikel und auch Klanggeschlecht.
6Genus epitriton (dreischlägig), bei den Griechen eine Art von Rhythmus oder Tact, der aus ungeradzähligen Theilen bestand, und der mit dem auch in neuern Zeiten versuchten Siebenviertel oder Siebenachtel Tact Ähnlichkeit hatte.
7Genus inflatile (lat.), die Blasinstrumente.
8Genus percussibile, die Schlaginstrumente.
9Genus rarus, das weite Klanggeschlecht, die diatonische Tonfolge, im Gegensatz der engen oder dichten Klanggeschlechter, d. h. des chromatischen und enharmonischen.
10Genus syntonum, Benennung einiger älteren Theoretiker für die diatonische Tonfolge.
11Genus tensile, die Saiteninstrumente.
12Georg, Musikdirektor am Theater zu Nürnberg. (Eine Messe; Violinconcerte.)
13George (le Chevalier de Saint); s. Saint-George.
14Gerade Bewegung (Motus rectus), das gleichzeitige mit einander Steigen und Fallen zweier Stimmen. Vergl. Bewegung.
15Gerade Tactarten, solche, die eine gleiche Theilung zulassen; s. Tact.
16Gerber (Ernst Ludw.), den 29. Sept. 1746 zu Sondershausen geb., Sohn des Nachfolgenden, sang und spielte schon im neunten Jahre (was Kinder sonst wohl früher zu thun pflegen), lernte Violoncell und sing im vierzehnten Jahre an zu komponiren. Studirte auch frühzeitig die theoretischen Werke von Adlung, Mattheson, Marpurg und Walters musikal. Lexicon. Ging 1763 nach Leipzig, um die Rechte zu studiren. Komponirte daselbst einige Ballette für das Theater. Zeichnete sich als Orgel- und Clavierspieler aus. Bildete sich unter Hiller. Wurde dann Musiklehrer der

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.