Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 194

Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840

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1Grund (Eduard)
3Schwenke's Schüler; war von ersterem eigentlich zum Studieren destimmt, ward aber von seiner überwiegenden Lust zur Musik getrieben, die Schule zu verlassen. Als vierzehnjähriger Knabe war er schon ein tüchtiger Clavierspieler, und unter rauschendem Beifall führte er in seinem siebenzehnten Jahre ein Clavier- und auch ein Violoncelconcert aus. Das war aber das letzte mal, wo er zu seiner Befriedigung spielte; eine Erkältung, die ihn bald darauf in einer Nacht ergriff, und ihm nach und nach eine verlähmte rechte Hand zog, verbitterte sein Jugendleben; und erst als er nach mehreren Jahren und manchem harten innern Kampf den Entschluß gefaßt hatte, sein Lieblingsinstrument ganz aufzugeben, kehrte sein angeborener froher Humor wieder. Aber auch die Lieblingsidee, die Welt als Virtuos zu bereisen, mußte aufgegeben werden, und der Nothwendigkeit weichend, auf Unterricht die Pflege der Kunst sich beschränken. Ein verfehlter Lebenszweck ist unbezweifelt das schmerzlichste, was es geben kann; eben so gewiß aber ist's, daß das Bewußtsein eines fördernden Wirkens, selbst in einem engern Kreise, zwar nicht Ersatz für das nicht zu ersetzende, wohl aber geringen Trost und große Zufriedenheit gewährt. Grund bildete manchen tüchtigen Schüler, und brachte manche größere musikalische Aufführung zu Stande in einer Stadt, wo trotz aller Mittel und ungeheuren Liebe zur Kunst, aus Gründen, deren Erörterung nicht hierher gehören, dergleichen immer auf große Hindernisse stoßen, und acht Künstlerisches schwerlich je gedeihen wird. Unter Grund's Leitung ferner besteht seit 1819 die Singacademie, und seit 1828 dirigirt er die Philharmonischen Concerte, fast die einzigen vier im Jahre, in welchen dem Kunstfreunde eine Beethoven'sche Sinfonie und überhaupt Ausgezeichnetes gereicht wird. Vier Dosen in den musikalischen Sandsteppen der großen Handelsstadt. (Kompositionen: Ramler's Auferstehung und Himmelfahrt Jesu; Oper: Die Burg Falkenstein; Quartette (in G moll und Es dur), mehrere Sonaten für Pianoforte mit Begleitung von Cello und Violine; großes Divertissement für Pianoforte zu vier Händen mit Violoncell, 2 große Polonaisen, vierhändig; Etuden, Lieder 6 Sammlungen. Ferner in Manuscript: die Oper Mathilde von Carot. Pichler; Hymnen von Krummacher; große achtstimmige Messe in H moll für Singstimmen ohne Begleitung; drei geistliche Lieder; mehrere Ouvertüren und Sinfonien; großes Octett für Pianoforte mit Blasinstrumenten u. s. w.)
5Grund (Eduard), Bruder des Vorigen, im Mai 1802 zu Hamburg geb. Seit 1829 Hofkapellmeister in Meiningen, ein tüchtiger Violinvirtuos, voller Feuer und Energie. (Quatuor brillant etc.; Grand concert und concertino per il Violino. In Manuscript: Solos für Violine; zwei Ouvertüren, mehrere Quartette und vortreffliche Lieder.)
7Grundabsatz, derjenige Abschnitt der Melodie, der auf der Grundlage des Dreiklanges der Tonica schließt. [S. Beisp. 3 b.]
9Grundaccorde, Accords fondamentaux (franz.), auch Grundstammaccorde, heißen diejenigen wesentlichen Dreiklänge, welche einen Fundamentalton der Tonart zu ihrem Grundtone, also ihren Six auf der ersten, vierten und fünften Stufe haben. Vergl. auch Stammaccorde.
11Grundbass, Basse fondamentale (franz.). Die Fundamentaltöne der Tonart, auf welche sich alle einzelne Accorde einer Grundstimme, durch deren Verbindung das harmonische Gewebe eines Tonstückes zum Vorschein kommt, gründen müssen, wenn sie als einzelne Glieder des Ganzen die unumgänglich nothwendige Beziehung auf die zum Grunde liegende Tonart enthalten sollen. Diese Fundamentaltöne einer jeden Tonart sind die Tonica mit ihrer Ober- und Unterdominante. Die Kenntniss des Grundbasses dient zur Beurtheilung der Richtung der Harmonie in zweifelhaften Fällen, und diese gründet sich auf die Ableitung der Stamm- und abstammenden Accorde. [In Beisp. 44 steht der durch Benuzung der Verwechslung melodisch gestaltete Bass unter a), der Grundbass, auf welchen jener zurückzuführen ist, unter b.)] Rameau war der erste, der ein geordnetes System des Grundbasses aufstellte, und somit die Accordenlehre wissenschaftlich begründete.
13Grundharmonie, so viel als Grundaccord. Grundnote, die tiefste Note eines Accords, gleichbedeutend mit Grundton (s. b.).
15Grundsatz der Trägheit, Principium inertiae, (aufgestellt und ausgebildet durch Gottfried Weber). Das einmal in eine Tonart gestimmte Gehör stimmt sich nicht ohne hinreichenden Grund in eine andere um, und nimmt jede vorkommende Tonverbindung, welche an sich selbst in der bisherigen Tonart stattfindlich ist, in der Regel auch wirklich für leitereigen, nicht für eine Ausweichung. So z. B. in einem Satz aus C dur einen vorkommenden A moll-Dreiklang, nicht etwa als Accord auf der ersten Stufe dieser Molltonart, oder zweiten Stufe in G dur, dritten in F dur, vierten in E moll, sondern als Accord auf der sechsten Stufe der bisherigen Tonart C dur. Kommt hingegen dem Gehör eine in der bisherigen Tonart nicht befindliche Tonverbindung vor, die es für eine Ausweichung erklären muß, so nimmt es diese als eine möglichst wenig entfernte, d. h. in eine mit der bisherigen möglichst nah und innig verwandte Tonart. (S. Theorie, 2r Bd., §. 192.)
17Grundstammaccord; s. Grundaccord.
19Grundstimme, die tiefste Stimme eines Tonstückes, die Folge der Baßtöne derjenigen Accorde, die, an einander gereiht, die Harmonie desselben ausmachen, und aus welchen die Melodie herfließt; mithin die eigentliche Grundlage der Harmonie.
21Grundton, richtiger Hauptton, Tonique

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