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Scan 221
Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840
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1Herold (L. J. F.) one of two readings
2Herold (L. F. F.) one of two readings
4Meisterwerke von Haydn und Mozart für ein Harmoniechor von zwölf Stimmen.)
6Herold (Louis Jos. Ferdinand), Sohn des Musiklehrers Herold in Paris, baselbst geb. am 28. Januar 1791, war Jöging des Conservatoire, und studirte Komposition unter Mehul und Cherubini. 1812 erwarb ihm seine Cantate „Mlle. de Lavalière“ den ersten Preis und einen dreijährigen Aufenthalt in Rom zu fernerer Ausbildung. Darauf reiste er nach Neapel, wo sein erster Versuch, „La Gioventù di Enrico V,“ gesiel, von dort nach Wien und München, und Ende 1815 nach Paris zurück. Nun suchte ihn Boyeldieu durch gemeinschaftliche Bearbeitung des „Charles de France“ in der musikalischen Welt einzuführen. Dann brachte Herold 1817 „Les Rosières“ und „La Clochette,“ 1818 „Le Premier-venu,“ 1819 „Les Troqueurs“ und „L’Amour platonique,“ 1820 „L’Auteur mort et vivant,“ die aber mit Ausnahme des „Zauberglockchens“ wenig oder gar nicht ansprechen wollten. Bis dahin hatte der unbekannte Jüngling, wie in Paris alle Anfänger, um Texte formlich gebettelt, ohne von einem der Leute des großen Fabrikherrn Scribe erhört zu werden. Nun verbrachte er drei Jahre in tiefem, unmuthigen Schweigen; bitter beklagte er sich über den Verlust seiner besten Jahre; und da er zum Stundengeben sich nicht entschließen konnte, so nahm er die ihm angebotene Stelle eines Accompagnateur am italienischen Theater, die aber seine ganze Zeit in Anspruch nahm, so daß ihm zum Schaffen wenig mehr übrig blieb. 1823 lieferte er, so zu sagen auf Bestellung, die kleine Oper „Le Muletier,“ welche gesiel, und „Lasthénie“ ohne den geringsten Erfolg. 1824 komponirte er mit Aubert „Vendôme en Espagne“ und „Le roi René,“ beides Gelegenheitsstücke. „Le Lapin blanc“ fiel wegen seines, für eine königliche Bühne zu verb besundenen komischen Textes förmlich durch. Hierauf beschäftigte er sich, wie früher, fast ausschließlich wieder mit Fortepiano-Kompositionen. Endlich trat er 1826 mit „Maria, oder verborgene Liebe“ auf, die allgemeinen Beifall fand und seinen Ruf begründete. Um diese Zeit wurde er Chorführer bei der großen Oper, und die Gewissenhaftigkeit, mit welcher er drei Jahre hindurch diesem Amte vorstand, untergrub seine ohnehin schwache Gesundheit. Höchstens zu Balletten, kleinen Chören u. dgl. konnte er nebenher noch Musse finden. 1829 erschien „L’Illusion,“ 1830 „Emmeline,“ welche letztere Oper nicht gesiel. Hatte er sich früher ziemlich eigenthümlich gezeigt, so verleitete Rossini’s und Aubert’s Glück doch auch ihn zur Nachahmung. Ja, den Letztern suchte er sogar noch durch stärkere Effekte zu überbieten, und versiel dadurch in eine erzwungene und unnatürliche Manier, wo bei er sich indes immer durch einen seltenen Melodieenreichthum und eine geschickte Führung der Stücke im Ganzen auszeichnete. Großes one of two readings
7Herold (Louis Jos. Ferdinand), Sohn des Musiklehrers Herold in Paris, baselbst geb. am 28. Januar 1791, war Jöging des Conservatoire, und studirte Komposition unter Mehul und Cherubini. 1812 erwarb ihm seine Cantate „Mlle. de Lavalière“ den ersten Preis und einen dreijährigen Aufenthalt in Rom zu fernerer Ausbildung. Darauf reiste er nach Neapel, wo sein erster Versuch, „La Gioventù di Enrico V,“ gesiel, von dort nach Wien und München, und Ende 1815 nach Paris zurück. Nun suchte ihn Boyeldieu durch gemeinschaftliche Bearbeitung des „Charles de France“ in der musikalischen Welt einzuführen. Dann brachte Herold 1817 „Les Rosières“ und „La Clochette,“ 1818 „Le Premier-venu,“ 1819 „Les Troqueurs“ und „L’Amour platonique,“ 1820 „L’Auteur mort et vivant,“ die aber mit Ausnahme des „Zauberglöckchens“ wenig oder gar nicht ansprechen wollten. Bis dahin hatte der unbekannte Jüngling, wie in Paris alle Anfänger, um Texte formlich gebettelt, ohne von einem der Leute des großen Fabrikherrn Scribe erhört zu werden. Nun verbrachte er drei Jahre in tiefem, unmuthigen Schweigen; bitter beklagte er sich über den Verlust seiner besten Jahre; und da er zum Stundengeben sich nicht entschließen konnte, so nahm er die ihm angebotene Stelle eines Accompagnateur am italienischen Theater, die aber seine ganze Zeit in Anspruch nahm, so daß ihm zum Schaffen wenig mehr übrig blieb. 1823 lieferte er, so zu sagen auf Bestellung, die kleine Oper „Le Muletier,“ welche gesiel, und „Lasthénie“ ohne den geringsten Erfolg. 1824 komponirte er mit Aubert „Vendôme en Espagne“ und „Le roi René,“ beides Gelegenheitsstücke. „Le Lapin blanc“ fiel wegen seines, für eine königliche Bühne zu verb besundenen komischen Textes förmlich durch. Hierauf beschäftigte er sich, wie früher, fast ausschließlich wieder mit Fortepiano-Kompositionen. Endlich trat er 1826 mit „Maria, oder verborgene Liebe“ auf, die allgemeinen Beifall fand und seinen Ruf begründete. Um diese Zeit wurde er Chorführer bei der großen Oper, und die Gewissenhaftigkeit, mit welcher er drei Jahre hindurch diesem Amte vorstand, untergrub seine ohnehin schwache Gesundheit. Höchstens zu Balletten, kleinen Chören u. dgl. konnte er nebenher noch Musse finden. 1829 erschien „L’Illusion,“ 1830 „Emmeline,“ welche letztere Oper nicht gesiel. Hatte er sich früher ziemlich eigenthümlich gezeigt, so verleitete Rossini’s und Aubert’s Glück doch auch ihn zur Nachahmung. Ja, den Letztern suchte er sogar noch durch stärkere Effekte zu überbieten, und versiel dadurch in eine erzwungene und unnatürliche Manier, wo bei er sich indes immer durch einen seltenen Melodieenreichthum und eine geschickte Führung der Stücke im Ganzen auszeichnete. Großes one of two readings
9Hertel (Joh. Christ.)
11Glück machte daher 1831 seine allgemein beliebt gewordene Oper „Zampa.“ Eine Brustkrankheit, deren Reim in Folge allzugroßer Anstren gung und Tätigkeit sich entwickelt hatte, raffte ihn fort; er starb am 18. Januar 1833 in der Blüthe seiner Jahre. Es gehört zu seinem Missgeschick, daß er bei seinem Auftreten, jung und unbekannt, keinen günstigen Text sich verschaffen konnte, ja in seiner Verzweiflung darüber selber Lustspiele in Opern umzuwandeln versuchte, oder gar zu ältern verbrauchten Textbüchern seine Zuflucht nehmen mußte; dann aber hauptsächlich, daß er nach dem Beifall, den die „Maria“ gesunden, die Zeit seines Glücks nicht rascher durch neue Werke benutzen konnte, da seine Verpflichtung als Gesangsdirektor ihm alle Muße dazu raubte. Dies muß er tief gefühlt haben, da er nach dem über alle Erwartung großen Erfolg des „Zampa,“ sein frühes Ende ahnend, sich entschloß, auf alle Gefahr hin das Versäumte nachzuholen. Trotz aller ärztlichen Verbote, die verordnete Reise nach Italien aufgebend, benutzte er die ihm zugemessene Frist eifrigst zur Anfertigung neuer Werke, durch welche er seinen Ruf zu sichern hoffte. Als sein „Médecin sans médecine“ zur Aufführung kam, war er schon dem Grabe nahe; die Kunde von dem glänzenden Erfolg des „Pré aux Clercs“ nahm er mit in’s Grab. Von „Ludovic“ hinterließ er nur vier Nummern; sein Freund Halevy über nahm dessen Beendigung. Wohl auch mögen die Mühen und innern Bewegungen, die mit dem Eingruben und in Scene setzen einer neuen Oper verbunden zu sein pflegen, dazu beigetragen haben, seine schwach gewordenen Lebens kräfte vollends zu erschöpfen. Eine Anerken nung seines Eifers und seiner Redlichkeit in Erfüllung dieser Amtspflichten war das Kreuz der Ehrenlegion, welches ihm 1829 überreicht wurde. Seine übrigen Kompositionen sind: „Missolunghi,“ „L’Auberge d’Auray,“ beides Fragmente; Anteil an der „Marquise de Brinvilliers;“ fünf Ballette: „Astolphe et Jo conde,“ „La Somnambule,“ „Lydie,“ „La Fille mal gardée“ und „La Belle au bois dormant;“ 1814 in Rom 2 Sinfonieen, 3 Quartette, Tänze u. c.; schließlich 57 Werke für Pianoforte, worunter 3 Concerte, 6 Sonaten, 12 Fantasien u. c.
13Herstrich heißt bei dem Contrabass, dem Violoncello und auch bei der Viola di Gamba derjenige Bogenstrich, bei welchem man nahe am Frosch des Bogens zu streichen beginnt, und denselben von dem Instrumente rechts abwärts bewegt; s. das Nähere unter Bogen und Bogenstrich, wie auch unter Herabstrich.
15Hertel (Joh. Christ.), zuletzt Mecklenb. Streliz. Concertmeister und Virtuos auf der Gambe, zu Dettingen in Schwaben 1699 geb., wo sein Vater fürstl. Kapellmeister war. Studirte in Halle. Erntete dann bei Heß in Darmstadt. Reiste nach Holland. Wurde dann Concertmeister in Eisenach, und kam darauf
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