Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 241

Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840

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1Instrumentierung
33) Das Violoncello führt im Orchester, mit dem Contraviolon vereinigt, den Grundbass, und darf sich, um andere Mittelstimmen oder Solos zu übernehmen, nicht gar zu lange davon entfernen, weil sein kräftiger und durchgreifender Ton, wenn der Contraviolon die Grundstimme allein vorträgt, bald vermisst wird. Sein Umfang ist vom großen C bis zum eingestrichenen g, höchstens h zu benutzen; die hohen Töne meistens nur bei pausirendem Contrabass, oder bei Vortrag einer gesangvollen Stelle, Solo, oder auch mit der Violine in der Octave. Oft verstärkt es Bratsche, Fagott, oder ein anderes Instrument. Auch hier findet die Vervielfältigung der Noten in kleinere Zeittheile ihre Anwendung, so wie bei Doppelgriffen die Beachtung der offenen Saiten C, G, d, a. Arpeggiaturen sind der Natur dieses Instruments angemessen.
54) Der Contrabass spielt meistentheils mit dem Violoncello aus einer Stimme und verstärkt den Grundbass, aber um eine Octave tiefer. Sein Umfang also, der vom Contra E bis zum kleinen e, höchstens g, geht, wird in der Partitur dargestellt durch die Töne der höheren Octave, d. h. vom großen E bis zum eingestrichenen e. Doppeltöne sind bei der Tiefe dieses Instruments natürlich nicht zu gebrauchen, da sie nur ein unverständliches Gemurmel hervorbringen würden. Wenn das Cello sehr schnelle oder springende Passagen hat, welche für den Contrabass nicht ausführbar sind, so thut man gut, wenn man für diesen eine Zeitlang eine besondere Stimme schreibt; doch darf der Contrabass allein nicht tief gehen, da diese Töne ohne die Unterstützung des Cello in der Octave sehr undeutlich klingen.
7Noch ist zu bemerken, daß bei den Streichinstrumenten einfache ganze oder halbe Noten, bei einigen zuweilen auch Doppeltöne, häufig wie Bierundsechzigtheile gestrichen und mit tremolo überschrieben werden, wo sie dann durch einen zitternden Anklang desselben Tons in sehr schnellem Tempo ausgeführt werden [Beisp. 47—49]. Sollen die Töne, wie bei Harfe und Guitarre, durch Reissen der Saiten mit den Fingern hervorgebracht werden, so zeigt man dies durch pizzicato an, so wie den Wiedereintritt des Bogens durch coll'arco [Beisp. 47]. Die Worte con sordini bedeuten das Aufsetzen der Dämpfer, senza sordini die hinwegnahme derselben.
9B) Blasinstrumente:
115) Die Flöte (D-, oder richtiger d-Flöte genannt) ist im Umfang vom eingestrichenen d bis zum dreigestrichenen a zu benutzen. Die Tonarten C, G, D dur blasen sich am leichtesten darauf; schwerer F, B, Es dur, am schwersten die Tonarten mit fünf, sechs Kreuzen und vier bis sechs Bein. Wenn sie in Verbindung mit andern Blasinstrumenten aushaltende Töne hat, so ist es gut, sie nicht tiefer als das zweigestrichene e oder d zu legen, weil die schwachen tiefen Töne von den stärkern der übrigen Instrumente gänzlich verdeckt werden. Nur die Töne der höheren Octave sind im Stande, bei Stellen, wo das übrige Orchester mit Kraft beschäftigt ist, durchzutonen; die mittlern und tiefen Töne sind nur in Solostellen und sanften Sägen mit guter Wirkung zu gebrauchen. Bei vollstimmigen Musikstücken sind zwei Flöten, eine erste und eine zweite, welche bei starken Tuttis mehrentheils ziemlich hoch in der Entfernung von Terzen, Sexten oder ähnlichen Intervallen mit einander gehen; sollen sie die Melodie sehr stark hervorheben, so können sie beide unisono die höhere Octave der Violinstimme bilden. Da sie überhaupt meistens höher gehen als die erste Violine, so hat man sich vor unangenehmen oder verbotenen Fortschreitungen gegen dieselbe zu hüten. Außer den gewöhnlichen d-Flöten werden noch Terz- und Quartflöten gebraucht, jedoch seltener in Orchestern als bei Harmoniemusik. Die Terzflöte steht um eine kleine Terz, und die Quartflöte um eine große Quarte höher als die d-Flöte; auf beiden aber heisst doch der tiefste Ton d, obschon er auf der ersten wie f, und auf der zweiten wie g klingt. Beisp. 50 a) stimmt auf der gewöhnlichen D-Flöte im Klang mit der Notenbezeichnung überein; klingt auf der Terzflöte aber wie b) und auf der Quartflöte wie c). Unter dem Namen Piccoloflöte hat man Instrumente, deren Umfang sich sehr hoch erstreckt, und wegen der schwierigen Ausführung mancher Tonarten in verschiedenen Stimmungen gebräuchlich sind.
13a. Die Octavflöte steht eine Octave höher, und hat in diesem Verhältniß denselben Umfang als die D-Flöten, also vom zweigestrichenen d bis zum viergestrichenen a.
15b. Die Es-Flöte steht noch einen halben Ton höher, und hat in diesem Verhältniß denselben Umfang als die vorhergehende.
17c. Die Octav-Terzflöte steht um eine kleine Terz höher als die Octavflöte, oder um eine Decime höher als die gewöhnliche Flöte, also im Umfange vom zweigestrichenen f bis zum fünfgestrichenen c. — Der Umfang dieser drei Flöten wird durch die Noten der D-Flöte dargestellt, so daß die geschriebenen Noten vom eingestrichenen d bis zum dreigestrichenen a [Beisp. 51 a)], die bei der gewöhnlichen Flöte auch wirklich diesen Klang haben, von der Octavflöte geblasen, wie bei b), also um eine Octave höher klingen, als sie geschrieben stehen; bei der Es-Flöte wie c), und bei der Octav-Terzflöte wie d).
19Bei der Anwendung dieser Flöten ist wegen der schwierigen Ausführung mancher Tonarten stets auf die passendste Stimmung Rücksicht zu nehmen. In Es dur z. B. nimmt man entweder die Octav-Terzflöte und schreibt in C dur, welches eine Decime höher klingt [Beisp. 50 d) klingt dann wie e)], oder schreibt die Flötenstimme in D dur und nimmt die Es-Flöte, welche die vorgeschriebenen Noten eine Octave

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