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Scan 270
Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840
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1Klingen
2Klingen; s. Klang.
3Klingende Stimmen oder Register nennt man an der Orgel diejenigen, welche nach Anschlagen der Tasten Töne angeben, im Gegensatz der stummen (s. d.).
4Klingkunst wird die Musik von einigen neuern Dichtern und Puristen genannt.
5Klingohr (Frz.), geb. zu Tropplowitz in Schlesien, den 16. März 1793, früher Kapellmeister des Fürsten Radziwill, ein tüchtiger Clavierspieler, privatirt jetzt als Lehrer in Posen. Sein Bruder
6Klingohr (Jos. Witb.), geb. den 11. April 1783, war 1810 Anhalt-Plessischer Kapellmeister, † den 16. Januar 1814, Pianoforte-Virtuos und trefflicher Komponist im Fache des religiösen Gesanges. (Messe, Stationes, Offertorien, Sonaten, Variationen, Gesänge &c.)
7Klirrtöne. Bekanntlich erklingt eine Saite um so tiefer, je länger sie ist. Chladni erwähnt einer in dieser Hinsicht auffallenden Erscheinung. Wenn man einer ausgespannten Saite einen Steg so unterlegt, daß sie nicht fest aufliegt, sondern ihn nur schwach berührt, und man reist die Saite so, daß sie senkrecht auf diesen Steg auffschlägt, so gibt sie einen Ton, der tiefer ist (bei dem Stande des Steges unter der Mitte der Saite z. B. eine Quinte tiefer), als ihr natürlicher Ton, wenn sie ganz und unbehindert schwingt. Diese tieferen Töne werden von Chladni Klirrtöne genannt. (Versuche zu deren Erklärung in Chladni's Akustik und in der Allg. Mus. Zeitung 1816 S. 17.)
8Klokenbring (Friedr. Arnold), geh. Kanzleisekretär in Hannover, am 31. Juli 1742 zu Schnackenburg geb.; spielte bereits im neunten Jahre die Orgel, bildete sich dann auf dem Karolineum in Braunschweig unter dem Kapellmeister Schwanberger. Phantasire vor trefflich. Kozebue's erbärmliches Pasquill: „Bahrdt mit der eisernen Stirne“ (1790) machte auf ihn einen so fürchterlichen Eindruck, daß er wahnsinnig wurde. Der Dr. Hahne- mann kurirte ihn zwar; doch starb er am 12. Juni 1795. (Klopstock's Ode: Selmar an Selma, Volkslieder u. a. R.)
9Klöppel heißen die Werkzeuge von Holz oder Metall, mit einigen Schlaginstrumenten zum Erklingen gebracht werden; z. B. Pauke, Trommel, Hackbrett, Triangel, Glocke &c.
10Klößchen werden die Stückchen Holz genannt, welche in dem Korpus eines Geigeninstruments, in den Ecken der beiden Ausschnitte angeleimt werden, um Boden und Decke dauerhafter mit einander zu verbinden. Sie sind ein erforderlicher Theil eines guten Instruments, und erweckt der Mangel derselben immer kein gutes Zutrauen, weil er einen schlechten und leichtsinnigen Arbeiter verrath.
11Kloß (Carl), 1792 in Mohrungen bei Sangerhausen geb., Sohn des Cantors baselbst. Besuchte anfänglich die lateinische Schule, gab dann mehrere Jahre hindurch Unterricht in Leipzig. Türk in Halle nahm ihn im 17ten Jahre als obersten Choristen in's Haus; nach dessen Tode wurde er (1813) Mitglied des Orchesters in Leipzig, dann Direktor der Kapelle des Fürsten Jablonowsky, und endlich 1819 als Organist zu Elbing angestellt. (Lieder und Gesänge, Gesänge der Berliner Liebertafel, Rondo's, Märsche, Sonaten mit Viol. Begl.; Cantaten, Chöre der evangel. Liturgie &c.)
12Kleßch, Kammermusikus in Dessau; ausgezeichneter Contraviolonspieler; † 1834.
13Knaut (Heinr. Theod.), Opernsänger in Braunschweig, später in Bremen; geb. in ersterer Stadt am 14. Februar 1805; ein ausgezeichneter, mit schönem Tenor und seelenvollem Organ begabter, sehr gebildeter Künstler. one of two readings
14Knautz (Heinr. Theod.), Opernsänger in Braunschweig, später in Bremen; geb. in ersterer Stadt am 14. Februar 1805; ein ausgezeichneter, mit schönem Tenor und seelenvollem Organ begabter, sehr gebildeter Künstler. one of two readings
15Knecht (Justin. Heinr.), am 30. Sept. 1752 zu Biberach geb., ein würdiger und sehr fruchtbarer Künstler; fertiger Clavier-, Violin- und ausgezeichneter Orgelspieler, einer der tüchtigsten Theoretiker Deutschlands. † am 11. Dec. 1817, nachdem er sich von dem Musikdirektorium der königl. Hofmusiker in Stuttgart zurückgezogen hatte, in seiner Vaterstadt am Schlagflüsse. (Generalbassschule, viele Orgelstücke, Orgelschule; Briefe über Harmonie; Alphab. Handbuch der vornehmsten Artikel aus der musik. Theorie; mehrere Abhandlungen; Clavier- schule; über die Stimmung der musikalischen Instrumente; musik. Katechismus; viele Beiträge in der Realzeitung, 1788; Magnificat, Psalmen, Motetten, Choräle, Te Deum, Choralbuch, Clavier-Vorspiele &c.)
16Kniegeige; s. Viola da Gamba.
17Kniezug, ein unter einigen Orgelmanualen angebrachter Registerzug, der mit dem Knie regiert wird.
18Knoll (Catharine von, geb. Hug), Sängerin am Hoftheater in Stuttgart, geb. 1796 zu Ravensburg; genoss 1823 in Italien Orlandi's Unterricht, und wird ganz besonders im Vortrag vom Kirchengesange gerühmt.
19Knopp (G.), Concertmeister zu Meiningen, berühmter Violoncellvirtuos, Schwiegersohn des seiner Zeit nicht minder berühmten Kriegk.
20Knopf=Regal; s. Apfel=Regal.
21Knoten; s. Schwingungsknoten und Solomonischer Knoten.
22Knox (Joh.), der berühmte Reformator Schottlands, geb. 1505 zu Gifford, gest. am 24. Nov. 1572; stiftete die presbyterianische Kirche, führte einen geregelten musikalischen Gottesdienst ein, und komponirte selbst Kirchenmelodien. (Common tunes.)
23Kobuisa, eine Art Fiedel oder Geige der Kirgisien ohne Oberdecke; die Saiten bestehen aus Pferdehaaren, welche mit einem Bogen, gleich dem Violoncell, angestrichen werden. Die kirgisischen Baksa's (Zauberer oder Ärzte wie die Schamanen in Siberien) bedienen sich derselben bei ihren Beschwörungen.
24Koch (Franz), 1761 zu Mittersil im Salzburgischen geb., war ein Buchbindergeßelle und dann preuß. Soldat. Lebte 1800 zu Breslau. Virtuos auf der Mundharmonica. (Verewigt one of two readings
25Koch (Franz), 1761 zu Mittersil im Salzburgischen geb., war ein Buchbindergeßelle und dann preuß. Soldat. Lebte 1800 zu Breslau. Virtuos auf der Mundharmonica. (Berewigk one of two readings
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