Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 295

Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840

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1Kolli (A.)
2zu allen Zeiten geöffnet war, die sich in musikalische oder poetische Wettstreite einlassen wollten.
3Kolli (Antonio), geb. 1738 (nach Andern 1740) zu Bergamo, † 1802 zu Neapel; ein ausgezeichneter Violinspieler. Trat 1762 in die Dienste des Herzogs von Württemberg. In Stuttgart traf er Nardini, der ihn weit übertraf; doch L. zog sich in die Einsamkeit zurück, studirte ein Jahr hindurch Tag und Nacht, und verbunkelte nun seinen Gegner, der ihm willig das Feld räumte, und nach Italien zurückkehrte. 1775—78 war er in Petersburg. Ueberall erwarb er sich durch sein höchst ausgezeichnetes Spiel den allgemeinsten Beifall; man nannte ihn gewöhnlich nur den „musikalischen Luftspringer.“ Noch hatte Keiner vor ihm eine solche Höhe auf dem Griffbrette erstiegen; dabei überließ er sich so ausschweifenden und regellosen Fantasien, daß oft der Tact verschwand, und Niemand ihn begleiten konnte. In seiner Methode suchte er das Zarte der Nardini’schen und das ausdrucksvoll Kräftige der Ferrari’schen Schule zu vereinigen. (Concerte; Sonaten; Violinschule &c.)
4Lombardische Musik, früher oftmaß gebrauchte Benennung für italienische Musik.
5Longa oder Lunga (die lange), wird die Note von vier Schlägen genannt; man trifft sie nur noch in alten Kirchenmusiken, Chorälen und Fugen. Sie galt vor Zeiten in dem sogenannten modo minori perfecto drei Breves in dem imperfecto aber nur zwei; s. Noten. [Beisp. C b.]
6Longhi-Möser ( ), berühmte Virtuosin auf der Harfe; Gattin des Concertmeisters und Violinspielers Möser zu Berlin.
7Longitudinalschwingungen; s. Klangfigur.
8Lorenz (Friedr. Aug.), Fagottvirtuos an der Kapelle in Dresden, im Februar 1796 zu Chemnitz geb.
9Lorenzani (Paolo), Schüler von Drazio Benevoli, zu Rom geb., eine Zeitlang Komponist am Hofe Ludwigs XIV., 1694 Kapellmeister am Vatican, † am 29. Oct. 1713; vorzüglicher Komponist. (Motetten, Psalmen.)
10Loritus (H.), aus Glarus; s. Glarean.
11Lotti (Antonio), Kapellmeister der Republik an S. Marco zu Venedig, studirte 1684 den Contrapunkt unter Legrenzi und ward schon in den neunziger Jahren des 17ten Jahrhunderts als einer der genialsten Komponisten für Kirche, Kammer und Theater in ganz Italien gefeiert. Um 1718 ward er an den Hof zu Dresden berufen, kehrte aber schon Jahres darauf wieder nach Venedig zurück, wo er zu Anfang des Jahres 1740 starb. Lotti war das Haupt der Venetianischen Schule, ein Meister, welcher im sublimsten Contrapunkt wie im concertirenden oder solennem Kirchenstile, im geistlichen Drama wie im Madrigal Keinem nachstand, und den kühnsten und zugleich regelmäßigsten Harmonisten aller Zeiten sich anreihte. Aus seiner Schule gingen hervor B. Marcello, Galuppi, Pescetti u. A. m. (Messen, Cantaten, 8-stimmiges und 6-stimmiges Crucifixus von 1717; Madrigalen &c.; Opern, s. B. Giustino; Achille placato; Porsena &c.)
12Louis von Preussen; s. Ferdinand.
13Loure, ein französischer Tanz von langsamer Bewegung und ernstem Charakter, 4 oder 8 Tact; zwei Theile von 8 oder 16 Tacten, charakteristisch für die steife Grazie der Degen- und Haarbeutelperiode. Auch ist
14Loure der Name eines alten, dem Dudelsacke oder der Sackpfeife ähnlichen Instrumentes.
15Loyset Pieton; s. Pieton.
16Lubin (Leon de St.); s. Saint-Lubin.
17Lucas (Ignaz), am 29. April 1762 zu Krintsch geb., seiner Zeit der schlesische Walzerkönig, war Gründer und bis 1817 Direktor der Breslauer Tanz- und Gartenmusik, seit 1815 Gesang- und Violinlehrer am kathol. Schullehrer-Seminar und Regens Chori an der Sandkirche zu Breslau; ein durch seine unermüdliche Tätigkeit im Fache der Tonkunst hochverdienter Mann, der über 650 Musiker bildete, und von 1789 bis 1817 die Musik zu beinahe 700 Festlichkeiten lieferte.
18Lucernitates wurden die Lieder genannt, welche die ersten Christen bei ihren nächtlichen religiösen Zusammenkünften sangen.
19Ludimoderator, auch Ludimagister (lat.), Meister des Spiels, s. v. a. Organist.
20Ludi spirituales, geistliche Spiele, wurden die aus dem Mittelalter herstammenden, in Verse gebrachten und abgesungenen Legenden und heiligen Geschichten genannt, aus welchen sich das Oratorium entwickelte (s. d.).
21Ludovici, ein vorzüglicher italienischer Altist, um 1690 an der Kapelle in Stuttgart. Er hatte mit dem gleich berühmten Filz in Mannheim die Gewohnheit gemein, allemal kurz vor dem Singen Spinnen zu essen, die er mit Eifer sing und in Schachteln aufbewahrte.
22Ludwig XIII., der Gerechte, König von Frankreich (1610—43), war auch als Freund der Tonkunst und Komponist bekannt. Seine Werke, von denen Kircher in seiner „Musurgie“ und auch Laborde Proben mittheilen, werden auf den Bibliotheken in Paris aufbewahrt. Geb. 1601, gest. am 4. Mai 1643.
23Lübeck (Vincent), einer der berühmtesten Orgelspieler seiner Zeit, 1654 zu Podingsbüttel im Bremen’schen geb., erhielt den ersten Unterricht von seinem Vater, Organist in Flensburg; ward 1674 Organist in Stade, 1702 an der Nicolaikirche in Hamburg, wo er am 9. Febr. 1740 starb.
24Lübeck (J. H.), Kapellmeister im Haag; ein bedeutender Violinvirtuos. (Kompos.)
25Lüders (Hans Heinr.), am 24. Febr. 1677 zu Rellingen geb., Schüler J. H. Müller’s in Glückstadt und des berühmten Vincent Lübeck in Hamburg, war 1706 Organist in Flensburg, einer der ausgezeichneten Orgelspieler seiner Zeit; † 1740. (Festjahrgang; Passionsoratorium; 12 Claviersuiten.)

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