Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 366

Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840

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1pikanter Geist aus. Von seinen zahlreichen Kompositionen sind die wenigsten erschienen. (3 Messen, 1 Requiem, Concerte, Quartette, Chöre, „Witkingerbalk," Lieder &c.; „der Sturm," ein für Paganini komponirtes Ton- gemälde u. v. a.)
3Panofka (Heinr.), 1810 in Breslau geb., seit 1833 in Paris; ein tüchtiger Violinspieler und geistig gebildeter Musiker; Schüler Eugé's. (Berichte über Paganini, Aufsätze in der N. Zeitschr. s. Mus. &c.)
5Panseron (Aug.), am 26. April 1795 in Paris geb., brach eine neue Bahn für die Romanze, indem er von der bisher gebräuchlichen Form abwich, und sie mehr dem Charakter des Textes anpaßte. 1826 wurde er als Singlehrer am Conservatorium angestellt. (3 Messen, 1 Requiem, 4 Opern, die merkwürdige Ballade: „Le Songe de Tartini" und über 300 Romanzen.)
7Pantaleon, gewöhnlicher Pantalon genannt, ein jetzt veraltetes krustisches Saiteninstrument, welches 1690 von Pantaleon Hebenstreit zu Eisleben erfunden und 1705 von Ludwig XIV., seinem Erfinder zu Ehren, mit obigem Namen belegt ward. Es war dem alten Hackbrett ähnlich, nur bedeutend länger und breiter, dabei mit Draht- und Darmseiten bezogen, und hatte einen dem des Claviers gleichen Umfang. Auch nannte man
9Pantalon, 1) das von Schröter erfundene Fortepiano, bei welchem der Schlag der Hämmer von oben herab auf die Saiten geschah, und 2) solches, bei dem die Saiten von metallenen Hämtern oder Drahtstiften geschellt wurden.
11Pantalon, ein Fortepiano, dessen flügelförmiger Corpus aufrecht steht.
13Pantalonzug, eine Veränderung an Clavieren, um den rauschenden, nachklingenden Ton des alten Pantalons hervorzubringen. Dies geschieht mittelst schmaler Stückchen Blech, welche sich durch den Zug zwischen die Be- tuchung und die Stelle, wo die Tangenten anschlagen, schieben; was wunderschön klingt!
15Pantomime (gr.), Mienen- und Geberden- spiel. Die Pantomime, im Sinne einer ganzen stummen Vorstellung eines Drama's in Verbindung mit dem höheren Tanz und der Musik ist vorzüglich von den Franzosen ausgebildet worden. Das von Noverre erfundene pantomimische Ballett stellt eine interessante Handlung durch Tanz und Geberden vor, und hat Plan, Knoten und Entwicklung. Die Musik besteht dabei aus einer ununterbrochenen Folge von verschieden Arten und Gattungen der Tonstücke, bei welchen der Ausdruck der Empfindungen von dem Inhalte und Verfolge der Handlung bestimmt wird. Hier soll sich nun mit der Sprache der Töne die Sprache der Geberden eben so innig vereinen, wie in der Oper die der Poesie. Noverre schuf Voltaire's Semiramis in ein Ballet um, und hierin übertraf ihn noch sein Schüler Galeotti zu Kopenhagen, der sogar Shake-
17speare's Macbeth und Romeo und Julie in großen fünfactigen pantomimischen Darstellungen auf die Bühne brachte.
19Paolucci (Giuseppe), ein gelehrter, gründlich musikalisch-gebildeter Minorit, tiefer Kenner des Contrapunkts und Kirchenstils. (Arte pratica di Contrapunto &c. 2 Thle. Venedig 1756; ist wegen der darin enthaltenen Beispiele aus den großen Meistern früherer Jahrh., für alle Künstler ein Werk von hoher Wichtigkeit.)
21Papagenoflöte; seit dem Bekanntwerden der Mozart'schen „Zauberflöte" führt auch die Syrinx (Pansflöte) diesen Namen, nach dem besiederten vortrefflichen Vogelsteller Papageno.
23Pape (Ludw.), am 14. Mai 1809 zu Lübeck geb., tüchtiger Violin- und Violoncellspieler, auch als Komponist beachtenswerth; war früher im Königstädtter Orchester in Berlin, später in Hannover und dann in Frankfurt a. M. angestellt, seit 1834 wieder in Lübeck. (Quintett, Quartett, Violinstücke &c.)
25Paphlagonische Trompete, ein Instrument der alten Griechen von tiefem Ton, deren Schalltrichter einem Ochsenkopfe glich.
27Parabosco (Girolamo), geb. zu Piacenza; um 1540 Organist an der San Marco Kirche in Venedig; als Orgelspieler, Komponist und Dichter berühmt. † 1587. (Gli Disporti, Novellen; viele Theaterstücke; Lettere amorose; Motetten und Madrigale.)
29Parademarsch; s. Marsch.
31Paradiazzeuix, in dem Tonsystem der Griechen (s. d.) der unserm c entsprechende Ton.
33Paradies (Mar. Theresia), geb. am 15. Mai 1759 zu Wien; wurde in ihrer Jugend blind, besuchte als ausgezeichnete Pianofortevirtuosin Paris, London und andere Hauptstädte Europas, und ward überall als Phänomen bewundert. Sie starb am 1. Febr. 1824 als Vorsteherin einer musikalischen Bildungsanstalt in Wien, in welcher sie die von ihr erfundene Lehrmethode mittelst Karten mit erhobenen Figuren in Anwendung brachte. (Opern, Cantaten, 12 Sonaten, Lieder &c.)
35Paradoxos, wurde der Sänger oder Instrumentist genannt, der in den olympischen Spielen den Preis erhielt.
37Paraglossen nannte man ehemals die Cancellen-Ventile (s. d.) der Orgel.
39Parakontaktion, der Name eines in der griechischen Kirche gebräuchlich gewesenen, nunmehr verschollenen Wechselgesanges.
41Parallell-Bewegung; s. Bewegung.
43Parallelen; die auf der Winblade stehenden Registerzüge der Orgel. Sie bestehen aus eichenen Bretttchen, so lang wie die Windlade, und mit eben so viel Löchern versehen als diese hat. Sie halten den Wind von dem Pfeifenstocke ab, oder führen ihn durch denselben in die Pfeifen.
45Paralleltonart; s. Nebentonart.
47Paramese; der unserm kl. h entsprechende Ton der Griechen; s. Tonsystem der Alten.
49Paranete; s. Tonsystem d. A.

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