Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 408

Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840

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1Ruhebett
3Violinmacher. Vorzüglich werden die Geigen des Lektors sehr geschätzt und teuer bezahlt.
5Ruhebett (musikalisches), die Erfindung eines Mechanicus; dasselbe spielt, sobald man sich darauf hinlegt, eine Rossinische Arie, ungefähr so lange, als ein müder Mensch braucht um einzuschlafen, und jenachdem man den daran befindlichen Wecker gestellt, zur bezeichneten Stunde einen Spontinischen Marsch, der mit einem solchen Lärm loslegt, daß selbst ein Siebenschläfer augenblicklich davon erwachen müßte. Von Ironie war bei dem ehrlichen Erfinder nicht die Spur; alles göttliche Eingebung.
7Ruhender Bass; der Bass, welcher mehrere Takte hindurch, während der Fortbewegung der andern Stimmen, auf einem Tone liegen bleibt.
9Ruhepunkt, Ruhezeichen; s. Fermate.
10Ruhig, tranquillamente.
11Ruhig gehend, Andante (s. b.).
12Rui monte (Pet.), unter diesem Namen findet man auch Pierre de la Rue (s. b.) aufgeführt.
14Rule Britannia, eins der pompösesten Volkslieder, die es gibt, durch welches der Komponist Thomas Arne seinen Namen unsterblich gemacht. Ein grandioses Bild von Englands Volkstümlichkeit und Beherrschung des Meeres; ein Freiheitston, der mit den Stürmen nach allen Weltgegenden hin erschallt. Was aber ein brittischer Freiheitston ist, sagt Heine, habe ich erfahren, indem ich, im wildesten Seewetter, ein englisches Schiff vorbeisegeln sah, auf dessen Verdeck mehrere Menschen standen, und Wind und Wetter fast frevelhaft trozig überbrüllten mit ihrem alten
15Rule Britannia, 'rule the waves,
16Britons never shall be slaves!
18Rullante (it.), wirbelnd, s. v. a. Tremolando.
19Ruloffs, auch Roeloffs (Bartholom.), 1740 zu Amsterdam geb., Organist und Musikdirektor daselbst, geschätzter Komponist und Violinspieler. † am 13. Mai 1801. (Opern, Oratorien, Sinfonieen zc.)
21Rumling (Siegm. Freiherr von), geb. 1747 im Hessischen, † am 7. Mai 1823 als erster Intendant der Hofkapelle zu München, ein geschätzter Komponist. (Opern, Ballets, Sinfonieen, Sonaten, Lieder zc.)
23Rummel (Christian), Hofmusikdirektor zu Nassau; ein beliebter und fruchtbarer Komponist. (Concerete, Quartette, vieles für Militärmusik, Pianoforte zc.)
25Rumpeln, die Bassgeige schlecht spielen.
27Rumpf (Konrad), Kapellmeister des Kurfürsten von Sachsen um 1530, verfertigte mit Joh. Walther gemeinschaftlich zur deutschen Messe die ersten Melodien und machte sich besonders durch Verbesserung der Choralgesänge um den Kirchengesang verdient.
29Runde Note, Ronde (frz.), die ganze Tactnote. Taf. I. Beisp. C d.
31Rundgesang, ein Lied, dessen Schlusverse bei jeder von einer einzelnen Stimme vorgetragenen Strophe im Chor wiederholt werden, z. B. das Trinklied in Gretry's „Richard Löwenherz."
33Rundiren nennen die Orgelbauer den Zinnplatten die runde Gestalt geben, welche sie als Pfeifen haben sollen.
35Rungenhagen (Carl Friedrich), Musikdirektor, Komponist und nach Zelter's Tode 1832 Direktor der Singakademie in Berlin, wurde daselbst geboren am 17. Sept. 1781 und war der Sohn eines dortigen Kaufmanns. Dem Wunsche seines Vaters nachgebend trat er in dessen Geschäft ein und konnte erst später seiner Neigung folgen und ausschließlich der Tonkunst sich widmen. Im Clavierspielen hatte er Witthauer und Benda zu Lehrern und benutzte bei seinen Versuchen in der Komposition Zelter's Winke, in dessen Singakademie er 1801 eintrat. Als Lehrer erwarb er sich einen bedeutenden Ruf, und machte sich als Komponist durch seine gebiegenen Werke höchst vorteilhaft bekannt. (Oratorium: „Christi Einzug in Jerusalem;" La Morte d'Abele; eine Misse; 8-stimm. Kirchenstücke, Motetten, Sinfonieen, Quartetten zc.)
37Ruppe (Friedr. Christian), am 18. Febr. 1771 zu Salzungen geb., Hofmusikus in Meiningen, Violinist und Clavierspieler, starb am 14. Aug. 1834 als herzogl. Rath und Kammersecretair. (Oratorien und Cantaten, Concerte u. a. Kompos. f. Pfe.)
39Rurestris (Orgel); s. v. a. Feldflöte.
40Russische Hornmusik; die Beschreibung s. u. Hornmusik. Sie entstand aus der rohen und sehr unmusikalischen Jagdmusik des kaiserlichen Hofes, in einer Zeit, da die russischen Jäger noch von keinem andern Instrumente wußten als von einem uralten gerade auslaufenden Waldborne, welches nicht mehr als einen Ton angab. Auf Veranlassung des 1751 zum Ober-Jägermeister ernannten Hofmarschalls Narischkin, versuchte es der Wöhme Maresch, aus den gegebenen rohen Elementen Erträgliches zu schaffen. Er benutzte 37 dieser Menschen als Orgelpfeifen in dem Umfang von drei Octaven, und übergab jedem seine Stimme, die größtentheils aus Pausen bestand, zwischen welche die dann und wann vorzutragende Note geschrieben war. Die größte Schwierigkeit war das Pausiren, indes brachten es Uebung und Knute doch so weit, daß schon nach zwei Jahren ein Stück öffentlich ausgeführt werden konnte. Seitdem hat diese Vortragsart sich zu einer bedeutenden Virtuosität herangebildet. Statt 37 hat man nun 60 Hörner (deren einige Bläser zwei haben) für fünf Octaven; die tiefsten 7 bis 8 Fuß, die höchsten 1 bis 1 1/2 Fuß lang.
42Ruspipe (Orgel); s. v. a. Rauschflöte.
43Rust (Friedr. Wilh.), dem 6. Juli 1739 zu Wörlitz geb., studierte nach dem Willen seiner Eltern die Rechte zu Leipzig, dann aber bei entschiedenem musikalischen Talent, unter der Fürsorge seines Fürsten, Komposition bei Hock und Benda. 1765 reiste er im Gefolge des Herzogs nach Italien und wurde 1775 Hofmusikdirektor in Dessau. Er war ein fertiger Clavierspieler und Violinist, und lieferte manche

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