Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 409

Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840

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1Rutschen
2werthvolle Komposition. † am 28. Febr. 1796. (Unkle und Yariko; Concerte, Sonaten, Kirchenmusiken, Chöre, Duette, Lieder, Fugen &c.)
3Rutschen, beim Fortepianospiel mit umgekehrtem Zeigefinger einen Lauf in die Höhe oder Tiefe ausführen, wie in dem bekannten Rutsch-Walzer, dessen Melodie mit einem Finger gespielt wird.
4Rutschen, heißt bald s. v. a. Galoppade oder Hopswalzer, bald Walzer oder Schleifer.
6S.
7S., Abkürzung von Segno, Sinistra (s. Mano), Solo, Sotto, Subito, Sul.
8S., in Musikwerken der ältern Zeit, Huc-bald's z. B. im 10ten Jahrh., wird damit ein Semitonium oder halber Ton angegeben.
9S. pon., s. v. a. Sul Ponticello; am Steg.
10S. S. S. (die drei großen) des 17ten Jahrhunderts, wie sie oft bezeichnet wurden, waren Scheid, Schein und Schüz.
11Saattarah, eine Art in Indien gebräuchlicher Guitarre mit drei Drahtsaiten.
12Sabbath des Blasens, Blasfest, Drommetenfest. Ein jüdisches Fest, an welchem anfänglich ein und später zwei Tage lang, am ersten Tage des siebenten Mondes (Tisri) im Tempel, so lange er stand, und später in den Synagogen mit Hörnern geblasen ward. Es sollte nach der Meinung einiger Rabbiner an die früher von den Israeliten gefeierten Siege erinnern, nach andern zur Bezeichnung des Anfangs des bürgerlichen Jahres dienen.
13Sacades, ein altgriechischer Flötenspieler aus Argos, der Erste, welcher die Flöte allein, ohne Begleitung des Gesanges, gebrauchte, und so in den pythischen Spielen den Preis gewann.
14Sacchi (D. Giovenale), geschätzter musikalischer Schriftsteller, war Professor zu Mailand, und starb daselbst im Sept. 1789. (Diss. del numero delle corde etc.; Della divis. del tempo; Vita del Cav. Broschi &c.)
15Sacchini (Antonio M. G.), einer der bedeutendsten italienischen Komponisten und würdigsten Sprößlinge der alten Neapolitanischen Schule, am 13. Mai 1735 zu Neapel von geringen Eltern geb., Schüler Durante's, von dem er sich die schöne Instrumentalbegleitung angeeignet hat. Zuerst bildete er sich im Violinspiel. Doch bald wandte er sich auf die Komposition. 1762 war er bei dem Theater in Rom angestellt; von hier aus bereiste er mehrere Städte Italiens, und komponirte in Mailand die „Olympiade," worin der herrliche Priesterchor und die weltberühmte Arie „Se cerca, se dice etc." 1769 ging er an Gasluppi's Stelle nach Venedig. Dort komponirte er viel für die Kirche und bildete vor treffliche Sänger. Darauf erhielt er einen Ruf nach London. Auf der Reise dahin führte er 1771 in Stuttgart, München und Mannheim mit großem Beifall mehrere seiner Opern auf. In London, wo er zehn Jahre blieb, komponirte er 15 Opern, worunter 1775 den „Avaro deluso," sein Meisterstück im komischen Stile.
16Trotz seiner großen Einnahmen (1800 Pf. jährl. Gehalt) gerieth er durch seine zügellose Leidenschaft für das weibliche Geschlecht in Schulden. 1782 wandte er sich nach Paris, wo er für die Oper „Renaud," „Chimene" und „Dardanus" lieferte. Diese Werke wurden bei der Beliebtheit Gluck's und Piccini's anfangs lau aufgenommen. Erst durch seinen „Oedipe à Colonne," vor dessen Aufführung er mit grossen Hindernissen zu kämpfen hatte, machte er einen allgemeinen Eindruck. Er wollte nach London zurückkehren, starb jedoch am 7. Oct. 1786 zu Paris an den Folgen eines zurückgetretenen Gichtanfalls. Die unvollendete Oper „Arvire," an der er gerade arbeitete, wurde vom Musikdirektor Rey genügend auskomponirt. — Auch bei diesem ausgezeichneten Tonkünstler paarte sich zu grossem künstlerischen Genie ein ungeheurer Leichtsinn. Wie Rossini besaß er eine fast beispiellose Leichtigkeit im Schaffen. Seine Musik ist reinster Ausdruck seines liebenswürdigen, sanften, heitern Gemüths. Was an seinen Erzeugnissen zu tadeln wäre, ist höchstens seine zu grosse Einfachheit, dagegen man seine Grazie, Erhabenheit, Natürlichkeit der Melodie und schöne Verschmelzung von Gesang und Deklamation bewundern muß. (5 Oratorien, 50 Opern, Messen, Kirchenstücke; Trio's, Sonaten.)
17Sachs (Hans),… der ein Schuhmacher war und ein Poet dazu, versfertigte für die Meistersängergesellschaft in Nürnberg nicht weniger denn 6048 geistliche und weltliche Lieder, die er selbst absang, und wovon einige, z. B. „Warum betrübst du dich, mein Herz etc." berühmt worden sind. 1494 geb., † den 19. Jan. 1576.
18Sackbut (engl.), Saquebute (frz.), Posaune.
19Sackpfeife, Bockpfeife, Dudelsack (lat. Tibia utricularis, engl. Bag-pipe, frz. Cornemuse, ital. Corna musa), ist ein uraltes Instrument, welches schon den Hebräern und Griechen (unter dem Namen Samphonia oder Samponia) bekannt gewesen sein soll; jetzt aber nur noch bei den Landleuten gebräuchlich ist. Es besteht aus einem ledernen Schlauche, an dessen einem Ende eine Röhre befestigt ist, durch welche der Wind geblasen, und durch einen Druck mit dem Arme in die am entgegengesetzten Ende befestigten, verschiedenen Blasinstrumente geleitet wird; eins dieser Instrumente ist der Schallmei ähnlich, mit sechs Tonlöchern versehen, und wird wie diese be-

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