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Scan 421
Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840
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1Schlachtmusik
3Unterschied zwischen dem ditonischen und dem syntonischen Komma (s. d.), und zwischen diesem und dem Diaschisma.
5Schlachtmusik, Bataille; ein musikalisches Gemälde, in welchem der Tonseher die während einer Schlacht sich drängenden Ereignisse, Aufmarsch, Attaque, Artillerie, Kavallerie, Infanterie, Cris des mourans, Siegesjubel u. s. w. darzustellen sich bemüht. Das vollendetste in dieser Art leistet die „Schlacht bei Leipzig“, auf deren Seite 8 man unter andern bemerkt, daß die französische Armee „eine beschränktere Position“ einzunehmen beginnt. Auch Beethoven hat sich verleiten lassen die „Schlacht bei Vittoria“ zu schildern. Jedoch anders.
7Schlag, jede laute Bewegung des Dirigirenden mit Hand oder Tactstock zur Bezeichnung des Tactes.
9Schlagcither, in Oberösterreich, Tyrol und Steiermark gebräuchlich, unterscheidet sich von der gewöhnlichen Either (s. d.) durch vierseitige Form und fehlendes Griffbrett. Die Töne werden wie bei der Leier (s. d.) durch Lasten angeschlagen und die Saiten mit den Fingern zum Erklingen gebracht. Entweder nimmt der Spieler es sitzend auf den Schoß oder legt es vor sich auf den Tisch.
11Schlagfeder (Plectrum), die kleinen Stückchen Feder, Rohr u. s. w., womit die Saiten citherartiger Instrumente zum Tönen gebracht werden.
13Schlaginstrumente; Schlagwerke, griech. Kroumata, daher auch krustische Instrumente; s. Instrumente.
15Schlagmanieren, heißen die verschiedenen, für die Pauken gesetzten rhythmischen Figuren oder Bervielfältigungen der Schläge.
17Schlangenrohr; s. Serpent.
19Schlangentanz. 1) Ein Volks-Schauspiel in Indien, bei welchem die dortigen Taschenspieler oder Jongleurs gezähmte Brillenschlangen, denen sie vorher das Gift durch einen Biss in einen mit Milch getränkten Schwamm benehmen, nach dem Schalle einer Pfeife tanzen lassen. 2) Ein Tanz, bei welchem die Tänzer sich so bewegen, daß es den Wendungen der Schlangen ähnlich ist; besonders bei den Indianern am Oyapock in Nordamerika gebräuchlich.
21Schlecht blasen und trompeten. Dem ersten, im 4 B. Moses, Kap. 10, B. 3. 4. u. 7. gebrauchten Ausdruck „schlecht“ (schlicht) scheint das heutige Clarinblasen, und dem B. 5. 6. u. 8. gebrauchten „trompeten“ das Prinzipalblasen entsprochen zu haben; wie denn auch aus der dadurch zu erreichenden Absicht hervorgeht, daß bei’m Trompeten ein kräftigeres Traktament der hebräischen Trompete Statt gefunden habe.
23Schlechte Note, s. v. a. durchgehende Note.
25Schlechter Contrapunkt, s. v. a. gleicher (schlichter) Contrapunkt (s. d.).
27Schlechter (schlichter) Tact, ist der 4 Tact.
29Schlechter Tacttheil, s. v. a. leichter unaccentuierter Theil des Tactes.
31Schlick (J. F. W.)
33Schlechter (Mathias), am 17. Sept. 1803 in Wien geb., geachteter Clavierlehrer baselbst, Schüler Kauer’s und Seyfried’s im theoret. Theile der Kunst. (An 40 Werke: Kirchensachen; Instrumentalsätze, Ouvertüren, Concertino’s, Präludien u. a. Clavierstücke; der prakt. Lehrer am Clavier.)
35Schlegel, Schüler des Prager Conservatoriums. Violoncellvirtuos zu Straßburg.
37Schleisbogen; s. Bogen.
39Schleife, dasjenige linealförmige Holz auf der oberen Windlade der Orgel, wodurch der Pfeife der Wind verschlossen oder geöffnet wird, und das man auch Parallele (s. d.) nennt.
41Schleifen (Lier), mehrere Töne aneinanderhängend vortragen. Vergl. Bogen.
43Schleifer (Coulé); s. v. a. geschleifter Doppelschlag (s. d.), [Beisp. 38 e].
45Schleifer, ein deutscher, dem Ländler (s. d.) ähnlicher Nationaltanz; vergl. Walzer.
47Schleiflade; eine solche Windlade der Orgel, in welcher die Cancelle verspündet sind, und von den Registerschleifen geöffnet werden; sie ist von der Springlade (s. d.) zu unterscheiden.
49Schleifzeichen; s. Bogen.
51Schleifzunge, beim Horn- und Trompetenblasen derjenige Zungenstoß (s. d.), bei welchem die Silben oder Buchstaben t-il oder t-dl und d-dl angewendet werden; die gemeinüblichste Doppelzunge.
53Schleppen nennt man das fehlerhafte Anhalten der Töne, das Jögern beim Vortrag.
55Schleppend, strasciando, trascinando.
57Schlesinger (Dan.), Claviervirtuos, aus Hamburg gebürtig, seit 1826 in London. (Allegro di bravura; Introd. et Rondo brillant; Exercices u. a. Claviersachen.) † um 1837.
59Schlesinger (M.), gräfl. Erdöby’scher Kammervirtuos, 1751 zu Wildenschwert in Böhmen geb., † in Wien den 12. Aug. 1818, ein trefflicher Violinvirtuos. (Kompositionen.)
61Schlett (Josph.), Professor an der Ritterakademie zu München, 1763 zu Wasserburg am Inn geb., † am 26. Dec. 1836, ein tüchtiger Musikgelehrter und Komponist. (Kirchensachen: 2 Messen, Psalmen, Vesper, Miserere, Magnificat [gekrönt]; ital. Canzonetten.)
63Schlicht, einfach; semplice, schietto.
65Schleuse (Orgel), s. v. a. Gießlade (s. d.).
67Schlick (Joh. Conr.), einer der berühmtesten Violoncellisten seiner Zeit, seit 1785 mit der nicht minder berühmten Violinistin Strinasachi (s. unten) vermählt, starb 1825 zu Gotha als herzogl. Kammermusikus. (Ueber 100 Werke f. Violine, Violoncell, Clavier u. Guitarre.)
69Schlick (Regina, geb. Strinasachi), Gattin des Obigen, eine Tochter des Prof. Sacchi, war 1764 zu Mantua geb., bereiste mit ihrem Gatten Italien, Deutschland und Russland, und erregte durch ihr ausgezeichnetes Violinspiel allgemeine Bewunderung. Starb um 1820.
71Schlick (Joh. Friedr. Wilh.), Sohn der Obigen, Violoncellist u. Kammermusikus der dresdener Hofkapelle; geb. zu Gotha am 24. Jan. 1801.
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