Books › Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840 › scan 454
Scan 454
Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840
25 lines. Read by computer on 15 September 2026. Printed page 0. See the scan on archive.org.
1Spieß (M.)
2ganist zu St. Peter zu Heidelberg. (David's Harfenspiel in 150 Psalmen auf 342, und geistl. Liebesposaune gleichfalls in 342 Liedermelodien.)
3Spieß (Meinrad), ein berühmter Kirchenkomponist; schrieb vornehmlich von 1713—36; lebte noch 1774 als Prior im Kloster zu Urse in Schwaben. (Viele Kirchenstücke.)
4Spillflöte, Flauto cuspidia, eine Art kleines Gemshorn (s. d.), doch nicht dasselbe, da dessen Mensur viel weiter ist; sie intonirt zwar ein wenig scharf, doch angenehm.
5Spindelflöte; s. v. a. Spießflöte (s. d.).
6Spindler (Franz Stanisl., hieß eigentlich Meister), geb. zu Augsburg 1759; Opernsänger zu Innsbruck, Brünn, Gräz, 1795 zu Breslau und 1807 nach Straßburg, wo er seiner angenehmen Stimme und gründlichen Kenntnisse wegen sehr beliebt war, und 1808 zum Kapellmeister an der Kathedralkirche ernannt wurde. Auch als Komponist hat er sich ausgezeichnet. † am 8. Sept. 1819. (Mehrere treffliche Kirchensachen, Messen, Tebeums, Motetten &c.; Opern: z. B. das Waisenhaus; die 4 Vor- münner, Achmed und Zenide; Don Quixote &c. &c.)
7Spindler (Nicol.), geb. 1730, gest. am 9. Januar 1804 als Kirchensänger zu Dresden.
8Spinett; 1) ital. Spinetto, frz. Epinette, lat. Clavichordium. Ein veraltetes Clavierinstrument von Flügelform, oder vielmehr die kleinste Art Flügel (s. d.), in England unter dem Namen Virginal bekannt, dessen Saiten gleich bei diesem und dem Clavicytherium durch Stückchen Rabenfedern zum Erklingen gebracht wurden. Der Umfang dieses Instruments betrug selten über 3 Octaven. Es war einchörig, die Saiten waren von der Rechten zur Linken gezogen, und gewöhnlich eine Quinte oder Octave höher gestimmt, als der Flügel oder das Clavier.
9Spinett. 2) Ein Zug am Flügel, bei welchem ein Chor Saiten in der höheren Octave erklingt.
10Spinettchen, ein Zug an der Saitenharmonica, vermittelst welches eine dritte Saite des sonst durchaus zweichörigen Instruments allein erklingt.
11Spinettdraht, eine Art Messing- und Eisendraht, wie er zu den Claviersaiten gebraucht wird.
12Spinettzug; s. Spinett und Spinettchen.
13Spiritoso, spirituoso (ital.), s. v. a. con spirito, mit Geist, d. h. mit feurigem Vortrage.
14Spieß= auch Cornettbass, eine veraltete Pedalzungenstimme von 2 auch 1', die ihren Namen von ihrem scharfen u. spiezen Ton erhielt.
15Spießeder (Amalie), vormals vorzügliche Sängerin bei'm Stadttheater zu Hamburg, vorher bei der Pichler'schen Schauspielergesellschaft zu Münster.
16Spießeder (Henriette, geb. Schüler), geb. am 18. März 1800 zu Dessau, † am 30. Nov. 1828 als Gattin des Nachfolgenden. Anfänglich in Karlsruhe, dann seit 1814 in Nürnberg und Wien, zuletzt bei'm königstädtter Theater in Berlin als erste Sängerin engagirt. Sehr ausgezeichnet und beliebt.
17Spießeder (Joseph), geb. 1796. Einer der bessern deutschen Bassbuffo's, anfangs in Wien, später als Komiker und Regisseur beim Königstädtter Theater zu Berlin, welche Bühne er 1831 verließ, und als königl. Hofschauspieler und Kapellsänger nach München ging, woselbst er am 14. Dec. 1832 starb. Seine unversiegbare muntere Laune machte ihn fortwährend zum Liebling des Publikums.
18Spießeder-Bio (Sophie), Tochter des in Sachsen und am Rhein bekannten Sängers Bio, des Obigen zweite Gattin, jetzige Mad. Maurer, in Italien gebildet, von wo sie nach Wien und 1829 nach Berlin kam, wo Spießeder sie kennen lernte und heirathete. Sie ging 1831 mit ihrem Gatten nach München, wo sie noch lebt, und als ausgezeichnete Sängerin in muntern Partien sehr beliebt ist.
19Spießflöte. Ein Flötenwerk der Orgel von 2, 4 und 8 Füsten, das seinen Namen von der Form seiner Pfeifen erhalten hat, die von unten nach oben spitzig zulaufen, und ein breites Labium und engen Auffchnitt haben. Es gibt auch ein Quintenregister von dieser Art des Flötenwerks, welches man mit dem Namen Spießquinte bezeichnet.
20Spießharfe; s. Harfe.
21Spießpfeife; s. v. a. Spießquinte.
22Spießviolgeige, s. v. a. kleine Taschengeige; s. Pochette.
23Spörken oder Spork (Franz Anton, Reichsgraf von), geb. 1662 zu Lissa, † den 30. März 1738 auf seiner Herrschaft daselbst. Brachte 1680 das um diese Zeit in Paris erfundene Waldhorn (s. d.) zuerst nach Böhmen.
24Spohr (Louis), Dr. der Musik und churfürstl. Hofkapellm. zu Kassel, Mitgli. mehrerer musikal. Gesellschaften, der größte deutsche Violinspieler seiner Zeit u. einer der vorzüglichsten Komponisten; wurde am 5. April 1784 zu Seesen im Braunschweigischen geboren. Frühzeitig wachten schon ungewöhnliche Fähigkeiten in dem Knaben auf; die von seinem ersten Violinlehrer Maucourt mit so günstigem Erfolge entwickelt wurden, daß sein Vater, der selbst Arzt, den Sohn gern für die Wissenschaft erzogen hätte, ihm doch in Ansehung seines eminenten Talents zur Musik später erlaubte, seinem entschiedenen Berufe zu folgen und der Kunst sich zu widmen. Seinen daneben fortgesetzten wissenschaftlichen Studien verdankte Spohr die hohe geistige Ausbildung, die ihn vor so vielen seiner Kunstgenossen ausgezeichnet. Bald trat er als Kammermusikus in herzogliche Dienste und begleitete mit herzogl. Unterstützung später seinen zweiten Lehrer, den berühmten Eck, auf Reisen, bis nach Russland. 1804 machte er eine Kunstreise durch Deutschland, und erregte sowohl durch seine hohe Meisterschaft auf der Violine, als durch seine noble imposante Gestalt allgemeine Bewunderung. 1805 ward er Concertmeister in Gotha, und beschäftigte sich nun noch eifriger als bis-
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.