Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 458

Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840

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1Stadelmaier (J.)
2in Kassel, Straßburg, und besonders in Paris großes Aufsehen, kam aber durch Ausschweifungen aller Art endlich so weit herab, daß er um seinen Lebensunterhalt zu verbieten, gezwungen war, in Dorfschenken aufzuspielen. (Sonaten zc.)
3Stadelmaier (Joh.), aus Freisingen, Kirchenkomponist und um 1660 Kapellmeister zu Graz. (Messen, Magnificat, Miserere's zc.)
4Staden (Joh.), geb. 1581 zu Nürnberg, † 1634 als Organist an der Sebalduskirche da selbst. Ein so berühmter deutscher Komponist, daß nach seinem Tode eine Medaille auf ihn geprägt wurde. (Motetten, geistl. Gesänge.)
5Staden (Siegm. Theoph.), jüngerer Sohn des Vorhergegangen, geb. 1607 zu Nürnberg, † 1655 als Organist an der Lorenzkirche da selbst. (Friedensgesänge. Rudiment. mus., zc.)
6Stadler, zwei Brüder und ausgezeichnete Bassethornisten und Klarinetisten im Ausgange des vorigen Jahrh. zu Wien, welche besonders durch Vermehrung der Klappen viel zur Verbesserung der Instrumente beitrugen.
7Stadler (Felix), geb. zu Wien am 13. Jan. 1754, † den 30. Sept. 1824, ein tüchtiger Contrabasspieler.
8Stadler (Joseph), geb. den 4. März 1724 zu Wolfspassing, † den 6. Jan. 1777 als Kapellm. an der Jesuiterkirche zu Wien. Sehr geschätzt.
9Stadler (Joseph), geb. den 13. Oct. 1796 zu Wien und von 1819 bis 1831 Orchesterdirektor am Leopoldstädter Theater da selbst; ein ausgezeichneter Violin- und Clavierspieler und geschätzter Komponist. (40 Variat. für versch. Instr.; eine Menge Ouvertüren, Lieder zc.)
10Stadler (Abbé Max.), am 4. Aug. 1748 zu Melk geb., war der Sohn eines Bäckers, von dem er den ersten Musikunterricht erhielt. Mit zehn Jahren kam er als Chorknabe in die Abtei Lilienfeld, widmete sich später in Wien der Theologie, erhielt im 24sten Jahre in seinem Geburtsorte die Priesterweihe und wurde später Canonikus und Consistorialrat. Er lebte in freundschaftlichem Verkehr mit Mozart, Haydn und Albrechtsberger und den ausgezeichnetsten kunstfünigen Männern Wiens, wo er allgemeine Verehrung genoss und am 8. Nov. 1833 starb. Er war als Orgelspieler sehr tüchtig und als Kirchenkomponist berühmt. Mit großem Fleiß sammelte er Materialien zu einer Geschichte der Musik u. übertrug viel interessante Stellen aus den Handschriften alter Niederländer in unser heutiges Notensystem. Wie kräftig der fast achtzigjährige Greis als Vertheidiger der Aechtheit des Mozart'schen Requiems gegen Gottfr. Weber in die Schranken trat, ist der Mitwelt noch in frischem Andenken. Die meisten seiner Kompositionen sind noch in Mspt. (Ueber 70 Missen, Requiems, Miserere, Antiphonen, Litanien, Psalmen zc.; mehr Cantaten, Chöre zc.; Oratorium: „die Befreiung von Jerusalem"; Chöre zu Collin's „Polyrena"; 3 Quartette, 6 Trio's für Saiteninstrumente; 10 Sonaten und 19 Sonatinen, Präludium u. Fuge für Clavier; 30 Lieder zc.)
12Stainer (J.)
13Stadtmusikus, Stadtpfeifer,
14Stadtzinkenmeister, Kunstpfeifer, Hausmann, derjenige, der das Privilegium hat, alle in der Stadt vorkommenden Ball- und sonstigen Musiken, gegen Bezahlung, ausschließlich anzuführen. Er hält Gehülsen und Lehrlinge, welche Stadtmusici genannt werden. Die Stadtmusici sind eine Erfindung des Mittelalters, daher ihre Kunstmässigkeit.
15Ständchen; s. Serenade.
16Staggione (ital.), eigentlich die Jahreszeit, doch verstehen die Italiener auch die Zeit darunter, in welcher Opern aufgeführt werden; es sind ihrer vier; die Carneval-, Frühling-, Sommer- und Herbst-Staggione. Die italienische Saison hat in der Regel gegen 60 Vorstellungen, dazu drei oder vier Opern, deren jede also wenigstens 15 bis 20 mal gegeben werden muß.
17Staggione di Cartello nennt man in Italien diejenige Zeit, in welcher große Opern, große Balletts aufgeführt werden, wozu Künstler von erstem Rang (di Cartello) engagiert sind. In allen Städten Italiens ist die Carnevalssaison die glänzendste.
18Stahleclavier, ein von Troiger 1792 in Dessau erfundenes Instrument, welches dem Gambenwerk (s. d.) ähnlich war, jetzt aber ganz in Vergessenheit gerathen ist.
19Stahldraht; s. Saiten.
20Stahlharmonica, erfunden 1796 von Nöbe. Sie hat die Form eines durchschnittenen Zylinders von hartem Holze; an der unteren Seite befindet sich ein etwas hervorragender Rand, in welchem 22 stählerne Stäbe in einer Entfernung von 1 1/2 Zoll von einander befestigt sind und nach der Tonfolge den Zylinder senkrecht umstehen. Der Spieler stellt sich hinter das Instrument und streicht die Stäbe mit zwei kleinen Geigenbogen.
21Stahlknecht (Gebrüder; Adolph, geb. 1821, und Julius, geb. 1825), zwei junge Virtuosen, von denen der erste Violine, der andere Violoncello mit bewundernswürdiger Fertigkeit und Präcision spielt. Ließen sich schon früh zu Berlin mit großem Beifall hören.
22Stahlsaita, s. v. a. Drahtsaita.
23Stahlspiel, 1) ein von Joh. Th. Linge zu Torgau (geb. 1720, † 1802) erfundenes Instrument, welches sich von der oben beschriebenen Stahlharmonica dadurch unterscheidet, daß bei demselben die auf einem Resonanzboden hohlrühenden stählernen Stäbe mit Hämmerchen angeschlagen werden.
24Stahlspiel, 2) eine Art Glockenspiel an der Orgel, wo aber anstatt der Glocken Stahlstäbe angewandt sind, die viel angenehmer klingen.
25Stainer (Jacob), tyroler Geigenmacher, Schüler des berühmten Amati (s. d.), der gegen das Ende des 17ten Jahrhunderts in dem Dorfe Absom bei Innsbruck lebte. Er wanderte selbst mit seinen Geigen umher, um sie für 6 Gulden zu verkaufen; gegenwärtig werden sie ihrer Vorzüglichkeit wegen mit 300 Ducaten und ähnlichen hohen Preisen bezahlt. Sie zeichnen sich

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