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Scan 459
Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840
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1Stainer (M.)
2durch ihren vorzüglichen Ton und besondere Bauart aus und sind meist aus Haselstichtenholz versiert, welches er sich selbst aus Gleirsch holte. 1669 ward Stainer als Hofgeigenmacher von Kaiser Leopold I. bestätigt. Er starb im Wahnsinn.
3Stainer (Marcus), Bruder des Obigen, gleichfalls Instrumentenmacher zu Lauten, aber lange nicht so berühmt.
4Stamentienbass und
5Stamentienpfeife; s. Schwiegel.
6Stamik (Ant.), geb. zu Mannheim 1753, † um 1820, Carl’s jüngerer Bruder, wie dieser ein Violinvirtuos und genialer Tonsezer. (Eine große Menge Violinsachen: 120 Duo’s &c.)
7Stamik (Ant. Thadeus), geb. zu Deutschbrod in Böhmen, † den 23. Aug. 1768 als erzbischöfl. Landvicar und Kanonikus zu Alt- bunszlau; früher ein ausgezeichneter Violoncellvirtuos und Concertmeister am pfälzischen Hofe.
8Stamik (Carl), älterer Sohn des Folgenden, geb am 7. Mai 1746 zu Mannheim, wo selbst er sich unter Cannabich und später zu Paris ausbildete. Er war ein beliebter Komponist und einer der größten Virtuosen auf der Violine und Bratsche. 1796 Musikdirektor in Jena, woselbst er 1802 starb. Jean Paul hat ihn und seine Viole d’amour im Hesperus verewigt. (Opern: Dardanus Sieg; der verliebte Bormund. Viele Instr.- u. Vocalkomp.)
9Stamik (Joh.), geb. zu Deutschbrod in Böhmen, Bruder des Ant. Th., kam 1746 als Concertmeister nach Mannheim und † daselbst 1762. Er war Stifter der sogenannten „Mannheimer Schule“ u. schrieb viele zu seiner Zeit Aufsehen machende Sinf., Violin- u. Clavierstücke.
10Stammaccorde; diejenigen Accorde, welche die zur Bildung einer Harmonie nötigen Intervalle in ihrer ersten natürlichesten Gestalt enthalten, und von welchem durch Verwechslung (s. d.) die andern (abstammenden) abgeleitet werden; sie bestehen aus übereinander gesetzten Terzen (Stammintervalle). So ist z. B. der reine Dreiklang [Beisp. 108 a] mit der Tonica im Bass ein Stammaccord, dessen Umkehrungen aber, der Sexten- und Quartsixtenaccord [Beisp. 108 b c] abstammende oder abgeleitete Accorde. Die Benennung Stammaccorde und Grundaccorde (s. d.) werden oft in einerlei Bedeutung gebraucht.
11Stammintervalle nennt man diejenigen Intervalle, welche die Haupttöne bei den beiden Haupt- und Stammaccorden ausmachen, nämlich Prime, große Terz, große Quinte und kleine Septime. Werden diese Intervalle umgekehrt, so entstehen die abstammenden oder abgeleiteten, denn aus 1 (Prime) wird 8, aus 3—6, aus 5—4, aus 7—2.
12Stammleiter; s. Normaltonleiter.
13Stammelodie wird diejenige Gesangeweise eines Kirchenliedes genannt, die ursprünglich auf einen Text oder auf ein Kirchenlied, entweder von dem Verfasser des Liedes selbst oder von einem andern Komponisten gesetzt wor- one of two readings
14Stammmelodie wird diejenige Gesangeweise eines Kirchenliedes genannt, die ursprünglich auf einen Text oder auf ein Kirchenlied, entweder von dem Verfasser des Liedes selbst oder von einem andern Komponisten gesetzt wor- one of two readings
15den ist, und gewöhnlich in den Choral- und Gesangbüchern mit den Anfangsworten des Ur- oder Stammliedes angeführt wird.
16Stammtontleiter; s. Normaltonleiter.
17Stanessby, Vater und Sohn, Beide Thomas mit Vornamen, und einst sehr berühmte Flöten à bec-Macher in London; der Vater starb daselbst 1734 und sein noch berühmterer Sohn 1754.
18Stangen nennt man kurzweg 1) die Registraturstangen der Orgeln; 2) die messingenen Züge oder Stiefeln an den Posaunen, zwei Röhren, welche unten durch einen Bogen mit einander verbunden sind, und in welchem das Hauptstück liegt, welches durch deren Verschiebung verlängert oder verkürzt wird.
19Stanhope (Graf Charles), geb. zu Genf 1753, † den 1. Dec. 1816 zu London; Erfinder verschiedener Monochorde, Glasstreifen (anstatt Stimmgabeln) zur Stimmung der Instrumente, auch des Grand-Pianoforte &c. (Principles of tuning instruments with fixed tones.)
20Stanley (John), geb. 1712 zu London, erblindete bereits im dritten Lebensjahre durch einen Fall in ein Federmesser unheilbar, und † am 20. Mai 1786 als Direktor der königl. Hofkapelle gaselbst. Ein ausgezeichnetes musikalisches Genie, tüchtiger Violinspieler und einer der größten Orgelspieler seiner Zeit. Auch als Direktor war er trefflich; doch musste er jede Komposition, die er dirigiren wollte, zuvor auswendig lernen, was mit größter Leichtigkeit geschah. (Concerte Sonaten, Solo’s &c.)
21Stanza, ital. Stanza, franz. Stance, jede Strophenaabteilung eines Gedichtes.
22Stark, forte; äußerst stark, fortissimo; so stark als möglich, fortiss. quanto possibile oder ss. possibile.
23Stark nennt man Orgelregister, die einen kräftigen Ton haben, z. B. Starkgedackt, Starkposaune, Starkregal, Starksubbass.
24Stark (Friedr. Gottlieb), geb. den 29. Aug. 1742, starb am 29. Mai 1807 als Cantor zu Waldenburg in Schlesien; ein vortrefflicher Orgelspieler. (Gesänge, 160 Fugen und Präludien; Die Pharisäer und Jesus auf Golgatha, 2 Orat.)
25Starke (Friedr.), geb. 1774 zu Elsterwerda in Sachsen, † den 18. Dec. 1835 zu Döbling bei Wien als pensionirter Regimentskapellmeister und Orchestermitglied des k. k. Hofopernthalers; anfänglich Kapellmeister der Kolter’schen Kunstreitergesellschaft. Clavierspieler und Virtuos auf dem Horn und Czakan. (Journal f. Militairmusik, 300 Hefte; id. für Trompeten-Chöre, 30 Hefte; Messen, Lieder, Sonaten, Quartette &c.)
26Staudacher, vorzüglicher Opernsänger zu München. Ein Schüler Brizzi’s.
27Staudigl (Joseph), geb. den 14. April 1807 zu Willersdorf in Unterösterreich, Sohn eines Revierjägers; vorzüglicher Opernsänger (Bassit) am k. k. Hoftheater n. d. Kärntnerthor. Seinen eigentlichen Ruf erkannte er, indem er, mit dem Vorsage Chirurgie zu studiren nach Wien reisend, dort als Theater-Chorsänger anzukommen suchte, um seine finanzielle Lage zu verbessern.
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