Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 501

Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840

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1Variato
2Harmonie entwindend, freier und fließender sich bewegen konnte. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts, wo auch die Suite entstand, treten Themen mit Veränderungen für Clavier und auch für Violine auf. Solche Themen fanden sich zunächst unter den Ciaconnen, Passacaglien und andern beliebten Tänzen.
4Variato (ital.), varié (frz.), verändert.
6Varoti (Michele) Novarensis, berühmter ital. Kirchenkomponist des 16. Jahrhunderts. (2- bis 8-stimmige Messen, 5-st. Hymnen &c.)
8Vasen (zur Verstärkung des Schalls); s. Echeien.
10Vatican; s. Sixtinische Kapelle.
12Baucanson (Jaques), französischer Mathematiker, berühmt durch Erfindung und Bau mehrerer höchst künstlicher Automaten, worunter die merkwürdigsten musikalischen der Flötenspieler, welcher zwölf, und der Schäfer, welcher zwanzig Stücke spielt, sind, wobei die Töne wirklich durch Einblasen der Luft und erforderliche Fingerapplicatur erzeugt wurden. Diese producirten sich mit der nicht minder berühmten verbauenden Ente zum erstenmal 1738 in Paris und kamen später in den Besitz des wohlbekannten Hofrats des Weireis zu Helmstädt. + 1782. one of two readings
13Baucanson (Jaques), französischer Mathematiker, berühmt durch Erfindung und Bau mehrerer höchst künstlicher Automaten, worunter die merkwürdigsten musikalischen der Flötenspieler, welcher zwölf, und der Schäfer, welcher zwanzig Stücke spielt, sind, wobei die Töne wirklich durch Einblasen der Luft und erforderliche Fingerapplicatur erzeugt wurden. Diese producirten sich mit der nicht minder berühmten verbauenden Ente zum erstenmal 1738 in Paris und kamen später in den Besitz des wohlbekannten Hofratshe Weireis zu Helmstädt. + 1782. one of two readings
15Vaudeville. Olivier Basselin, Besitzer einer Walkmühle bei Vire in der Normandie, dichtete in der zweiten Hälfte des funfzehnten Jahrhunderts leichte, fröhliche Lieder, denen er selbst den Namen Vaux de Vire gab, von den Châlern am Flusse Vire, in denen sie gesungen wurden, und diese Benennung soll in der Folge der Zeit in Vaudeville corrumptirt worden sein. Diese Art Volkslieder sind mehrstrophig, fröhlichen, neckischen und meist satirischen Inhalts, irgend eine komische Begebenheit des Tages, eine lächerliche Sitte oder Thorheit des Zeitalters schildernd. Der Hauptgedanke wird darin auf mannigfache Weise, auf das Witzigste verändert und wiederholt; sie haben eine leichte gefällige Melodie und gehen im Volke von Stadt zu Stadt, von Munde zu Munde; daher diese Benennung auch wohl von Vadere hergeleitet werden könnte: va de ville en ville, oder von vau (Lied), vau de ville, Stabtlied, Gassenlied. Aus der Vereinigung mehrerer solcher Lieder zu einem Ganzen ist das französische Liederspiel desselben Namens entstanden, die bekannte Lieblingssunterhaltung der Pariser. Der Dialog wird darin bei hervorstechenden Momenten, an welche sich irgend eine witzige Anspielung auf öffentliche Charaktere, Tagesbegebenheiten, politische oder moralische Zustände in irgend einer Beziehung verknüpfen lassen, von Couplets unterbrochen, die alle mit einer sogenannten Pointe schließen und nach bekannten Mustermelodien gedichtet sind, die von den Vaudevillisten Timbres genannt werden. Die ersten Vaudevilles kamen in Paris um 1790 auf, und 1791 ward ein eigenes Theater für deren Aufführung eröffnet. Die Helden der neuesten Zeit in dieser Gattung sind Scribe und Melesville. Das Vaudeville ist von Blum in Berlin auch für die deutsche Bühne bearbeitet worden. Vergl. auch Liederspiel. one of two readings
16Vaudeville. Olivier Basselin, Besitzer einer Walkmühle bei Vire in der Normandie, dichtete in der zweiten Hälfte des funfzehnten Jahrhunderts leichte, fröhliche Lieder, denen er selbst den Namen Vaux de Vire gab, von den Châlern am Flusse Vire, in denen sie gesungen wurden, und diese Benennung soll in der Folge der Zeit in Vaudeville corrumpt worden sein. Diese Art Volkslieder sind mehrstrophig, fröhlichen, neckischen und meist satirischen Inhalts, irgend eine komische Begebenheit des Tages, eine lächerliche Sitte oder Thorheit des Zeitalters schildernd. Der Hauptgedanke wird darin auf mannigfache Weise, auf das Witzigste verändert und wiederholt; sie haben eine leichte gefällige Melodie und gehen im Volke von Stadt zu Stadt, von Munde zu Munde; daher diese Benennung auch wohl von Vadere hergeleitet werden könnte: va de ville en ville, oder von vau (Lied), vau de ville, Stabtlied, Gassenlied. Aus der Vereinigung mehrerer solcher Lieder zu einem Ganzen ist das französische Liederspiel desselben Namens entstanden, die bekannte Lieblingssunterhaltung der Pariser. Der Dialog wird darin bei hervorstechenden Momenten, an welche sich irgend eine witzige Anspielung auf öffentliche Charaktere, Tagesbegebenheiten, politische oder moralische Zustände in irgend einer Beziehung verknüpfen lassen, von Couplets unterbrochen, die alle mit einer sogenannten Pointe schließen und nach bekannten Mustermelodien gedichtet sind, die von den Vaudevillisten Timbres genannt werden. Die ersten Vaudevilles kamen in Paris um 1790 auf, und 1791 ward ein eigenes Theater für deren Aufführung eröffnet. Die Helden der neuesten Zeit in dieser Gattung sind Scribe und Melesville. Das Vaudeville ist von Blum in Berlin auch für die deutsche Bühne bearbeitet worden. Vergl. auch Liederspiel. one of two readings
18Wausenville; s. Linienzieher.
20Bayanakol, eine Flöte der Ostindier.
22Vecchi (Drazio), „das Wunder seiner Zeit" genannt, ein merkwürdiger, hochberühmter Komponist, auch Dichter und vortrefflicher Sänger des 16. Jahrhunderts, war um 1551 geb., 1586 Diaconus zu Goreggio, 1596 Kapellmeister am Dom zu Modena, an G. Ferrari's Stelle, von welcher er 1604 durch die Ränke seines Schülers und Nachfolgers Capilupi verdrängt wurde, und starb am 19. Febr. 1605. Schon früh hatte er als Musiker einen so hohen Ruf, daß er zu einem der drei Revisoren gewählt wurde, die den Auftrag erhielten, eine neue Auflage des Graduale Romano zu corrigiren. Doch erreichte sein Ruhm den höchsten Gipfel im Jahre 1597 bei der Aufführung seines „Amsiparnasso" am Hofe zu Modena. Dies Werk, welches auch bald darauf in Venedig gedruckt wurde, ist eine Komödie in Versen, in der alten italienischen Manier, aber durchaus komponirt, und dieser Umstand, in Verbindung mit der Vorrede, in welcher der Verfasser sagt, daß er damit der Erfinder einer ganz neuen Gattung von Musik zu sein glaube, veranlaßte die Musikgeschichtschreiber, seinen „Amsiparnasso", den Vorläufer der eigentlichen Versuche dramatischer Musik und recitativischen Stils von Peri, Caccini u. A., als die erste Opera buffa zu betrachten, mithin ihn als den Erfinder der Oper. Es besteht dies Werk aus lauter fünfstimmigen Madrigalen; Monolog, Dialog, Ausrufung, a parte, Alles wird stets von fünf Stimmen gesungen; von eigentlicher Melodie, von Recitativ kein Gedanke. Man sieht also, wie roh, wie fern vom eigentlichen Opernstil die ganze Behandlung dieses sog. ersten Opernversuchs noch war. (Vergl. den Art. Oper.) Im Madrigalenstil aber war Vecchi ein ausgezeichneter Meister.
24Vecchio (Orfeo), Zeitgenosse des obigen; jedoch nicht, wie oft geschehen, mit jenem zu verwechseln; war Geistlicher und Kapellmeister an der Kirche S. Maria della Scala zu Mailand. Kirchenkomponist. (24 größere Werke.)
26Veemente (ital.), heftig.
28Weichtner (Franz Adam), seit 1790 Kapellmeister zu Petersburg; ein berühmter Violinvirtuos und gründlicher Komponist, Schüler des Fr. Benda. (Oratorien, Cantaten; 60 Sinfonien, Sonaten, Fantasien &c.)
30Beitstanz, auch St. Johannisstanz. Zu den merkwürdigsten Erscheinungen in der Geschichte der menschlichen Gesellschaft gehört unbestreitig die Tanzwuth, die im Mittelalter unter diesem Namen bekannt wurde. Länger als zweihundert Jahre durchraste eine seltsame Verzuckung alle deutsche Gauen und die nordwestlich angrenzenden Länder. Schon früh, Anfangs des 11. Jahrhundts. zeigen sich einzelne Fälle dieser Plage, doch erst später nahm sie den Charakter einer allgemeinen Epidemie an.

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