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Scan 503
Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840
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1Veränderliche B.
2starb hier gegen 1750. (Opern, z. B. Adriano, Rosalinda, &c.; Violinstücke.)
3Veränderliche Vorschläge; s. Vorschlag.
4Veränderung; s. Variation.
5Verbeissen (Ellipsis), in der Komposition das Abbrechen eines Satzes, den man anhebt, aber nicht völlig beendet.
6Verbindungsaccorde u. Verb.-Töne, nennen einige Tonlehrer die zu mannigfaltiger Verbindung der wesentlichen Harmonien be-
7nutzten dissonirenden, durchgehenden Accorde.
8Verbindungszeichen s. Bogen.
9Verbotene Fortschreitungen s. Octa-
10ven und Quinten.
11Verbunkas (ungarisch), gewöhnlich „Werbungstanz" genannt. Ein Nationaltanz der Ungarn, von langsamer Bewegung, stolz und kriegerisch, welcher vielleicht mit dem ehemaligen tragischen Tanz der Griechen zu vergleichen sein dürfte.
12Verdeckt; s. Octaven und Quinten.
13Verdelot (Phil.), alter berühmter niederländischer Contrapunktist, blühte besonders in Italien, wo er die Kunst mit verbreiten half, in der ersten Hälfte des 16. Jahrhdt., † um 1560. Von seinen Werken liegt noch eine Sammlung vierstimmiger Madrigale auf der Münchener Bibliothek.
14Verdiguier (Pierre Louis), am 11. April 1778 in Paris geb., ausgezeichneter Violin-
15spieler, einer der besten Schüler Gavinié's, trat 1809 auch als Komponist auf. (Violin-
16trio's, Duo's, Sonaten &c.)
17Verdonck (Cornel.), Niederländer, einer der vorzüglichsten Komponisten seiner Zeit, geb. 1564 zu Turnhout, † am 4. Juli 1625 zu Antwerpen.
18Verdoppelt, Raddoppiato.
19Verdoppelung; der gleichzeitige Gebrauch eines Tons in zwei verschiedenen Stimmen, im Einklang oder in der Octave. Beim vier- oder mehrstimmigen Satz tritt oft die Notwendigkeit der Verdoppelung ein, theils weil alle con-
20sonirenden Accorde nur aus drei unter sich ver-
21schiebenen Tönen bestehen, theils auch weil, um falsche Fortschreitungen zu vermeiden, zuweilen ein Intervall ausgelassen und dagegen ein anderes verdoppelt werden muß. Welches nun gerade, läßt sich nicht für alle Fälle bestimmen, sondern muß sich aus den besondern Umständen des Satzes ergeben.
22Verein zur Beförderung der Ton-
23kunst in Böhmen; unter diesem Namen und zu diesem Zweck constituirte sich am 31. März 1810 in Prag eine Gesellschaft kunstinniger Magnaten, 50 an der Zahl, deren erster Be-
24schluß die Gründung einer vaterländischen Pflan- one of two readings
25schluß die Gründung einer vaterländischen Pfanz- one of two readings
26schule für Musik, „des Conservatoriums zu Prag," zur Folge hatte. Als eigentlicher Stifter oder doch tyätigster Beförderer nannte man den Grafen Pachta, als Ausarbeiter des Plans Fr. Dionys Weber, der einstimmig zum Direktor ernannt wurde; wie zur Leitung des Ganzen ein Ausschuß von sieben Mitgliedern:
27Präses, Graf Joh. Nostiz; Referent, Graf Franz Klebelsberg; Cassenbewahrer, Graf Fr. Jos. Wrbty, und vier Beisitzer: die Grafen Joh. Pachta, Frdr. Nostiz, Christ. Clam-Gallas und Fürst Jos. von Lobkowicz. Die Ernennung des Lehrpersonals fiel aus wie folgt: außer dem oben genannten Direktor ein Adjunct, Regenschori Franz Stro-
28bach, und neun Professoren: Violin und Bratsche Fr. Piriš, Violoncell Stiasny, Contrabass Hauser, Flöte Bayer, Oboe Fischer, Klarinette Farnik, Fagott Rausch, Horn Ja-
29lushan, Trompete und Posaune Weiß. Nach einigen Jahren entstand unter der Leitung der Mad. Czegka und des Hen. Schnepf noch eine eigene Klasse für den höhern (Opern- und Concert-) Gesang. Auch für die übrigen mit der dem Künstler unentbehrlichen Geistesbildung in Verbindung stehenden wissenschaftlichen Ge-
30genstände ist reichlich gesorgt; und die blühende Anstalt ist unter F. D. Weber's fast 30-jäh-
31riger Leitung zu einer hohen Stufe von Voll-
32kommenheit gediehen. — Die Zahl der Jöglinge ist dem Plane nach auf 78 Instrumentisten, 12 Sänger und 12 Sängerinnen bestimmt; doch geschieht es, daß die auf 39 festgesetzte Auf-
33nahme nicht selten aus 50 und darüber besteht, so groß ist der Zudrang. Gegenwärtiger Pro-
34tector des Instituts ist der Graf Chotek.
35Vereine s. Academie, Conservatoire, Holländischer Verein, Lieder-
36tafel, Musikverein des Oesterr. Kaiserstaats, Musikvereine, Pressburger Kirchen-
37musikverein, Singacademie, Société, Society.
38Verengerung des Thema's entsteht in der Fuge durch Verwandlung eines Intervalls oder mehrerer in ein kleineres, z. B. der Quinte des Führers beim Gefährten in eine Quarte, wie es zuweilen bei der Bildung des leitern zur richtigen Beantwortung des Thema's noth-
39wendig wird.
40Vergleichung; s. Verhältniß 2.
41Vergrößerung; s. Augmentatio.
42Verhältniß der Intervalle (1. Akustik) ist die möglichst genaue Bestimmung des Grads der Entfernung zwischen zwei Tönen von verschiedener Höhe oder Tiefe; sie wird erlangt durch die Berechnung der Schwingungen, in-
43dem 1) die Länge einer Saite, 2) der Grad der Geschwindigkeit ihrer Schwingungen und 3) die Höhe des daraus entstehenden Tones in Pro-
44portion stehen, und eine Saite mit größter Ge-
45nauigkeit gemessen und geteilt werden kann. In dem Artikel Intervall sind die Verhält-
46nisse sämmtlich angeführt.
47Verhältniß der Intervalle (2. Kanoni-
48k). Welches die Größen oder Zahlen sind, durch welche ein Intervallenverhältniß bestimmt wird oder werden kann, lehrt die mathematische Kanglehre. Sie bringt die große Anzahl un-
49gleicher Verhältnisse (es gibt nur ein gleiches, der Einklang oder die Prime 1:1) in die drei folgenden Hauptordnungen: 1) vielfaches oder
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