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Scan 533
Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840
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1Wilde (J.)
2selben nicht zu verkennen ist und jest die natürliche Höhe seines Tenors durch Falschttöne ersetzt werden muß, so besitzt er doch noch immer eine starke und wirkungsvolle Stimme, die, verbunden mit lebhafter Action, ihn in den sog. Spielparthieen: Masaniello, Zampa, Fra Diavolo &c. vor vielen seiner Kollegen auszeichnet.
3Wilde (Joh.), geb. aus Baiern, † 1770 als pensionirter Kammermusiker zu Petersburg. Er erfand um 1748 die „Nagelharmonica“ (s. d.) und versorgte unter andern seltsamen mechanischen Kunstwerken ein Violoncell, das in ein 2 Fuß langes und 9 Zoll breites Kästchen zusammengelegt werden konnte und dennoch ganz den Ton eines gewöhnlichen Violoncellos hatte.
4Wilsingfeder (Ambros.), berühmter Tonkünstler des 16ten Jahrh., geb. zu Braunau in Baiern; um 1550 Cantor und von 1562 an Diaconus an der Sebalduskirche zu Nürnberg; † am 31. Dec. 1563. (Deutsche Musica, der Jugend zu gut gestellt, Nürnberg. 1558; Erotemata mus. pract. 1563.)
5Wilhelm, Abt von St. Benigne zu Dijon; als Arzt und Musiker im 10ten und 11ten Jahrh. berühmt, verbesserte die Antiphonien, Responsorien, Hymnen und andere Theile des Kirchengesanges. † um 1031 und wurde kanonisiert.
6Wilhelm, von 1068 an Abt des St. Aurelii-Klosters zu Hirschau, früher Mönch im St. Emmerans-Kloster zu Regensburg, ein großer Musikgelehrter, † am 4. Juni 1091 und hinterließ zwei musikal. Werke. (De Musica, in Gerbert's Samml. Bd. 2 abgedruckt; De Musica et Tonis, Codex, früher im Besitz des Freih. v. Murr.)
7Wilhelm IX., Herzog von Aquitanien und Graf von Poitou, geb. 1071, † 1126 im Lann, der älteste Troubadour.
8Wilhelm (Boquillon, W. Louis), 1781 Schüler Gossac's, anfangs Musikdirektor zu St. Cyr, 1810 Professor und Clavierlehrer am Lycée Napoleon zu Paris; ein zu seiner Zeit beliebter Komponist. (Hymnen, Chöre mit Orchester, eine Oper, viele Romanzen und Gesangssachen.)
9Wilke (Friedr.), Lehrer am Gymnasium, Musikdirektor und Organist an beiden Hauptkirchen zu Neu-Ruppin, einer der kundigsten Männer seiner Zeit im Fache des Orgelbaues; geb. am 13. März 1769 zu Spandau, erhielt den ersten Unterricht in der Musik von seinem Vater und vom Organisten Neumann, dann im Generalbass vom Organisten Grosse und fernere Ausbildung in der Komposition vom Kapellmeister Chr. Kalkbrenner in Berlin, wo er, vom Vater zum Theologen bestimmt, das Gymnasium besuchte. Schon in seinem ersten Jahre spielte er mit großem Beifall zum Gottesdienste und konnte in seinem vierzehnten in Concerten als Clavier- und Violoncellspieler thätigen Anteil nehmen. 1791 bezog er, der Theologie entsagend, als Secundant die Organistenstelle in Spandau, kam 1809 als Lehrer und Organist nach Neu-Ruppin, führte hier den Gesangunterricht am Gymnasium ein, stiftete einen Singverein, veranstaltete große Musikaufführungen und wirkte durch Unterricht und fördernde Thätigkeit so segenreich, daß er in Anerkennung seiner großen Verdienste vom Ministerium zum Musikdirektor ernannt wurde. Doch hatte er sich von Jugend auf mit besonderer Neigung dem Studium des Orgelbaues zugewendet, wobei ihm der fleißige Besuch der Werkstätten sowohl in Brandenburg als auch in Berlin von großem Nutzen und die Bereitwilligkeit der Inhaber, ihm alle Orgeltheile und deren Zusammensetzung zu zeigen, eine förderliche Unterweisung gewesen war. So hatte er hierin denn so seltene Kenntnisse gesammelt und in vielen werthvollen Auffäßen über dies Fach sich so erfaßt erwiesen, daß er von vielen Orten her zu Rathe gezogen, und 1821 endlich von der Regierung zu ihrem Commissarius in Orgelbauangelegenheiten beeidigt wurde. An 60 Orgeln sind bis jetzt nach seiner Angabe erbaut und etwa 75 reparirt worden. Auch abgesehen von seinem Wissen, wird er als ein trefflicher, höchst achtungswürdher Mensch geschildert. (Kirchenwerke; Festchor mit Harmoniebegleitung; Leitsaden zum prakt. Gesangunterricht, Berlin. 1812; Auffäße in der „Allg. M. Ztg.“ und der „Cäcilia“, als: über den Verfall des Kirchengesanges; über das von ihm erfundene Octochord &c.; an 40 Abhandl. über Orgelwesen &c.) one of two readings
10Wilke (Friedr.), Lehrer am Gymnasium, Musikdirektor und Organist an beiden Hauptkirchen zu Neu-Ruppin, einer der kundigsten Männer seiner Zeit im Fache des Orgelbaues; geb. am 13. März 1769 zu Spandau, erhielt den ersten Unterricht in der Musik von seinem Vater und vom Organisten Neumann, dann im Generalbass vom Organisten Grosse und fernere Ausbildung in der Komposition vom Kapellmeister Chr. Kalkbrenner in Berlin, wo er, vom Vater zum Theologen bestimmt, das Gymnasium besuchte. Schon in seinem ersten Jahre spielte er mit großem Beifall zum Gottesdienste und konnte in seinem vierzehnten in Concerten als Clavier- und Violoncellspieler thätigen Anteil nehmen. 1791 bezog er, der Theologie entsagend, als Secundant die Organistenstelle in Spandau, kam 1809 als Lehrer und Organist nach Neu-Ruppin, führte hier den Gesangunterricht am Gymnasium ein, stiftete einen Singverein, veranstaltete große Musikaufführungen und wirkte durch Unterricht und fördernde Thätigkeit so segenreich, daß er in Anerkennung seiner großen Verdienste vom Ministerium zum Musikdirektor ernannt wurde. Doch hatte er sich von Jugend auf mit besonderer Neigung dem Studium des Orgelbaues zugewendet, wobei ihm der fleißige Besuch der Werkstätten sowohl in Brandenburg als auch in Berlin von großem Nutzen und die Bereitwilligkeit der Inhaber, ihm alle Orgeltheile und deren Zusammensetzung zu zeigen, eine förderliche Unterweisung gewesen war. So hatte er hierin denn so seltene Kenntnisse gesammelt und in vielen werthvollen Auffäßen über dies Fach sich so erfahren erwiesen, daß er von vielen Orten her zu Rathe gezogen, und 1821 endlich von der Regierung zu ihrem Commissarius in Orgelbauangelegenheiten beeidigt wurde. An 60 Orgeln sind bis jetzt nach seiner Angabe erbaut und etwa 75 reparirt worden. Auch abgesehen von seinem Wissen, wird er als ein trefflicher, höchst achtungswürdher Mensch geschildert. (Kirchenwerke; Festchor mit Harmoniebegleitung; Leitsaden zum prakt. Gesangunterricht, Berlin. 1812; Auffäße in der „Allg. M. Ztg.“ und der „Cäcilia“, als: über den Verfall des Kirchengesanges; über das von ihm erfundene Octochord &c.; an 40 Abhandl. über Orgelwesen &c.) one of two readings
11Willaert (Hadrian), einer der berühmtesten und verdienstvollsten niederländischen Tonsezer des 16. Jahrhdt's, Stifter der venetianischen Schule (s. d.), war, so viel man weiß, der erste, welcher für mehr als vier Stimmen (wie bisher üblich gewesen), nämlich für sechs oder sieben komponirte, und zugleich der Erfinder der zwei- und dreichörigen Komposition. Er war um 1490 zu Brügge geb., studirte anfangs zu Paris die Rechte und widmete sich endlich unter Mouton's Leitung der Musik. Im J. 1518 reiste er nach Rom und ward 1527 Kapellmeister an der St. Marcuskirche in Venedig, wo er 1563 sein ruhmvolles Leben beschloß. (Motetten [auf der Münchener Bibliothek]; Einzelnes in Salbinger's Concentus und Hawkins's Geschichte.)
12Willing (Joh. Ludw.), geb. am 2. Mai 1755 zu Kühndorf bei Meiningen, † am 24. Sept. 1807 als Concertmeister und Organist zu Nordhausen. Ein Schüler Remb'te. (Kirchenstücke; Concerte, viele Sonaten, Arien &c.)
13Willführlich, A suo arbitrio.
14Willmann (Caroline), geb. zu Kassel 1798; Sängerin beim Theater an der Wien; vorher Prima Donna der Oper des kön. Theaters zu Breslau. Fertigkeit, künstlerische Bildung, vorztreffl. Vortrag.
15Willmann (J.), geb. 1733, † Ende Juni 1815 als pensionirter Musikdirektor des Hoftheaters zu Kassel, um welches er sich verdient machte. Seine Tochter und Schülerin Caroline s. oben.
16Willmann (Mar.), um 1768 zu Forchtenberg im Hohenlohischen geb., † im Herbst 1812
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