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Scan 538
Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840
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1Wolf (E. F.)
2Wolf (Ernst Friedr.), Bruder Ernst Wilhelm's, † 1772 als Stadtorganist zu Kahle; ausgezeichneter Orgelspieler und Meister im Fugiren; Schüler Stölzel's. (Kirchenstücke mit Doppelfugen, Claviersachen &c.)
3Wolf (Ernst Mich.), Musikdirektor und Organist zu Stettin, geb. 1709, gest. am 3. Jan. 1789; ein zu seiner Zeit sehr beliebter Komponist. (Orgelübungen, Claviersonaten, Lieder &c.)
4Wolf (Ernst Wilhelm), geb. 1735 zu Großens-Behringen bei Gotha, † am 7. Dec. 1792 zu Weimar, woselbst er seit 1766 als Kapellmeister angestellt war. Dieser berühmte Künstler, den auch die junge musikliebende Herzogin Amalia zu ihrem Lehrer nahm, entwickelte fast in jedem Zweige der Komposition und selbst als Schriftsteller eine ungemäße Tätigkeit. So schrieb er außer mehreren größeren Kirchenwerken und vieler Kammermusik an 20 deutsche Opern, welche zu ihrer Zeit sehr beliebt waren und sich durch reine Harmonie und ungesuchten Ausdruck auezeichnen. (Oratorien: der leidende Erlöser, die letzte Stunde des Erlösers; Passionen, Cantaten &c.; Opern: z. B. das Rosenfest, Uereste, Superbo, die Dorfsbeputirten, Erwin und Elmire; eine große Anzahl Clavierconcerte &c. Musikalischer Unterricht; Ueber den guten Vortrag.) one of two readings
5Wolf (Ernst Wilhelm), geb. 1735 zu Großens-Behringen bei Gotha, † am 7. Dec. 1792 zu Weimar, woselbst er seit 1766 als Kapellmeister angestellt war. Dieser berühmte Künstler, den auch die junge musikliebende Herzogin Amalia zu ihrem Lehrer nahm, entwickelte fast in jedem Zweige der Komposition und selbst als Schriftsteller eine ungewöhnliche Tätigkeit. So schrieb er außer mehreren größeren Kirchenwerken und vieler Kammermusik an 20 deutsche Opern, welche zu ihrer Zeit sehr beliebt waren und sich durch reine Harmonie und ungesuchten Ausdruck ausezeichneten. (Oratorien: der leidende Erlöser, die letzte Stunde des Erlösers; Passionen, Cantaten &c.; Opern: z. B. das Rosenfest, Uereste, Superbo, die Dorfsbeputirten, Erwin und Elmire; eine große Anzahl Clavierconcerte &c. Musikalischer Unterricht; Ueber den guten Vortrag.) one of two readings
6Wolf (Georg Friedr.), geb. 1772 zu Haynrode im Schwarzburgischen, † im Januar 1814 als Kapellmeister zu Bernigerode. (Clavierlieder und Sonaten. Unterricht im Clavierspielen. Kurzgef. musikal. Lexikon.)
7Wolf (Johanna); s. Schmidt.
8Wolf (Nikolaus), Bratschist; Mitglied der Domkapelle, Musiklehrer und Instrumentenhändler zu Münster. (Orgelvorspiele.)
9Wolf (Heinrich), ausgezeichneter Violinvirtuös, am 1. Jan. 1813 in Frankfurt a. M. geb., kam als Kind von zwei Jahren nach London, wo er, noch nicht fünf Jahre alt, von dem zu seiner Zeit berühmten holländischen Violinspieler Binger Unterricht erhielt, denselben bei Spagnoletti fortsetzte, und zwar mit so großem Erfolg, daß der neunjährige Knabe bei einem Musikfeste zu Bath öffentlich auftreten konnte. Als im Jahre 1824 seine Eltern nach Frankfurt zurückkehrten, bildete er sich ferner aus bei François Fémy, einem der besten Schüler Baillot's und, nach dessen Abreise, beim Concertmeister Hoffmann, wie in der Harmonielehre bei Schnyder von Wartensee. Zu seiner völligen Ausbildung glaubte der junge Künstler 1828 noch eine Reise nach Wien unternehmen zu müssen, und hier wurden unter Mayseder's und Seyfried's Leitung fleißig Studien gemacht, bei letzterem im Contrapunkt. Nun verließ er 1830 Wien, wo er mehrmals sich hatte hören lassen, und reiste nach Frankfurt und Hamburg, 1832 nach Paris, Jahres darauf nach London, wo er sich bis 1835 aufhielt. Ueberall trat er öffentlich auf, und überall mit größtem Beifall; in München wurde er zum Mitglied der philharm. Gesellschaft, in Stockholm zum Ehrenmitgl. der königl. mus. Academie ernannt. 1836—37 durchreiste er Holland und Belgien, 1837—38 Dänemark und Schweden und schlug endlich über Hamburg und Berlin den Weg nach Petersburg ein. Von seinen Kompositionen sind bis jetzt nur erschienen 8 Etüden für die Violine u. 6 Lieder für eine Singstimme. one of two readings
10Wolf (Heinrich), ausgezeichneter Violinvirtuoso, am 1. Jan. 1813 in Frankfurt a. M. geb., kam als Kind von zwei Jahren nach London, wo er, noch nicht fünf Jahre alt, von dem zu seiner Zeit berühmten holländischen Violinspieler Binger Unterricht erhielt, denselben bei Spagnoletti fortsetzte, und zwar mit so großem Erfolg, daß der neunjährige Knabe bei einem Musikfeste zu Bath öffentlich auftreten konnte. Als im Jahre 1824 seine Eltern nach Frankfurt zurückkehrten, bildete er sich ferner aus bei François Fémy, einem der besten Schüler Baillot's und, nach dessen Abreise, beim Concertmeister Hoffmann, wie in der Harmonielehre bei Schnyder von Wartensee. Zu seiner völligen Ausbildung glaubte der junge Künstler 1828 noch eine Reise nach Wien unternehmen zu müssen, und hier wurden unter Mayseder's und Seyfried's Leitung fleißig Studien gemacht, bei letzterem im Contrapunkt. Nun verließ er 1830 Wien, wo er mehrmals sich hatte hören lassen, und reiste nach Frankfurt und Hamburg, 1832 nach Paris, Jahres darauf nach London, wo er sich bis 1835 aufhielt. Ueberall trat er öffentlich auf, und überall mit größtem Beifall; in München wurde er zum Mitglied der philharm. Gesellschaft, in Stockholm zum Ehrenmitgl. der königl. mus. Academie ernannt. 1836—37 durchreiste er Holland und Belgien, 1837—38 Dänemark und Schweden und schlug endlich über Hamburg und Berlin den Weg nach Petersburg ein. Von seinen Kompositionen sind bis jetzt nur erschienen 8 Etüden für die Violine u. 6 Lieder für eine Singstimme. one of two readings
11Wolf (Herrmann), jüngerer Bruder des Obigen, Virtuos auf der Holzharmonica (s. b.). one of two readings
12Wolf (Herrmann), jüngerer Bruder des Obigen, Virtuoso auf der Holzharmonica (s. b.). one of two readings
13Wolf (Joseph Franz), geb. am 2. Juni 1802 zu Tschirmkau bei Leobschütz in Schlesien; seit 1823 Clavier- und Orgelspieler und Musiklehrer zu Breslau, wo er 1820 in das kathol. Schullehrerseminar eintrat und dort von Schnabel, der auf sein schönes Talent aufmerksam wurde, seine Ausbildung erhielt. (Offertorien, Graduale, Psalmen, Te Deum &c.)
14Wolf (Joh. Wolfg.), 1704 zu Anspach geb., 1734 in der Kapelle zu Frankenhausen, 1740 in Strelitz, wo er um 1778 starb. Ein geschätzter Violoncellist. (Concerte f. s. Instrument &c.)
15Wolfram (Joseph), geb. am 21. Juli 1789 zu Dobrzan in Böhmen. Studierte anfänglich in Prag die Rechtswissenschaft, trieb aber dabei mit Leidenschaft Musik, und bildete sich in Harmonielehre und Contrapunkt bei Drehgler und Kozeluch. Als seine Eltern 1811 durch Unglücksfälle ihr ziemlich bedeutendes Vermögen verloren hatten, ging er nach Wien und gab selbst auf Moscheles Empfehlungen in den ersten Häusern Unterricht im Fortepiano und Gesange. Doch bald nahm es mit seinen Vermögensumständen eine glücklichere Wendung und er erhielt eine amtliche Stellung in Staatsdiensten, die sich schnell verbesserte. 1813 ward er Syndicus in Theusing, dann Magistratsperson in Graupen und endlich 1824 Bürgermeister in Leipzig. Zwar hatte er bis dahin schon nicht wenig komponirt, doch wurde er in Deutschland recht bekannt erst durch seine Hauptoper: „Maja und Alpino oder die bezauberte Rose" (Text von Gehe), die er 1826 in Dresden selbst zur Aufführung brachte. Unterhandlungen über seine Anstellung als Kapellmeister an Weber's Stelle wurden angeknüpft, aber wieder abgebrochen, da Reissiger den Vorzug erhielt. Sein Eifer aber für Musik verdoppelte sich mit jedem Jahr und hörte nur auf mit seinem Tode, der am 30. Sept. 1839 in Wien erfolgte. Wolfram nimmt unter den deutschen Komponisten eine würdige Stelle ein, doch zu den beliebten, volkstümlichen gehört er nicht. Sein Stil ist fließend, gesangreich und in der Stimmführung wirksam, doch fehlte es ihm an kräftiger Originalität. (Opern: „der Normann in Sicilien", „der Bergmönch", von C. B. v. Miltitz, „Schloß Candia", „Prinz Lieschen", „Alfred", „Wittekind"; ferner eine Missa nuptialis, Leipzig 1832; Cantaten, Sinfonien, Quartett, Clavierkompos., Lieck'sche Lieder, Gerhard's serbische Lieder &c.) one of two readings
16Wolfram (Joseph), geb. am 21. Juli 1789 zu Dobrzan in Böhmen. Studierte anfangs in Prag die Rechtswissenschaft, trieb aber dabei mit Leidenschaft Musik, und bildete sich in Harmonielehre und Contrapunkt bei Drehgler und Kozeluch. Als seine Eltern 1811 durch Unglücksfälle ihr ziemlich bedeutendes Vermögen verloren hatten, ging er nach Wien und gab selbst auf Moscheles Empfehlungen in den ersten Häusern Unterricht im Fortepiano und Gesange. Doch bald nahm es mit seinen Vermögensumständen eine glücklichere Wendung und er erhielt eine amtliche Stellung in Staatsdiensten, die sich schnell verbesserte. 1813 ward er Syndicus in Theusing, dann Magistratsperson in Graupen und endlich 1824 Bürgermeister in Leipzig. Zwar hatte er bis dahin schon nicht wenig komponirt, doch wurde er in Deutschland recht bekannt erst durch seine Hauptoper: „Maja und Alpino oder die bezauberte Rose" (Text von Gehe), die er 1826 in Dresden selbst zur Aufführung brachte. Unterhandlungen über seine Anstellung als Kapellmeister an Weber's Stelle wurden angeknüpft, aber wieder abgebrochen, da Reissiger den Vorzug erhielt. Sein Eifer aber für Musik verdoppelte sich mit jedem Jahr und hörte nur auf mit seinem Tode, der am 30. Sept. 1839 in Wien erfolgte. Wolfram nimmt unter den deutschen Komponisten eine würdige Stelle ein, doch zu den beliebten, volkstümlichen gehört er nicht. Sein Stil ist fließend, gesangreich und in der Stimmführung wirksam, doch fehlte es ihm an kräftiger Originalität. (Opern: „der Normann in Sicilien", „der Bergmönch", von C. B. v. Miltitz, „Schloß Candia", „Prinz Lieschen", „Alfred", „Wittekind"; ferner eine Missa nuptialis, Leipzig 1832; Cantaten, Sinfonien, Quartett, Clavierkompos., Lieck'sche Lieder, Gerhard's serbische Lieder &c.) one of two readings
17Wolfram (Joseph), geb. aus Wien; großherzogl. Badenscher Hofmusiker zu Karlsruhe;
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