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Scan 539
Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840
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1Flötenvirtuos und Erfinder des „Penaulon“ (s. d.), auf welchem er sich an mehreren Orten mit Beifall hören ließ.
3Wolfssaiten, Saiten, welche von Wolfseßdärmen gedreht sind. one of two readings
4Wolfssaiten, Saiten, welche von Wolfssäbärmern gedreht sind. one of two readings
6Wolkenstein (Oswald Graf von), gewöhnlich der Wolkensteiner genannt, geb. aus Tyrol; lebte in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts und † 1449. Ein berühmter Meistersänger. (Ueber 100 mit Noten versehene Lieder, von denen sich die Handschrift auf der k. k. Bibliothek zu Wien befindet; 2 davon sind abgedruckt in Forkei’s Gesch. d. Mus., Leipzig 1801, II. 763 u. f.)
8Wollank (Friedr.), geb. am 3. Nov. 1782 in Berlin und † daselbst am 5. Sept. 1831 an der Cholera. Studierte in Frankfurt a. d. O. die Rechtswissenschaft, ward 1803 Auscultator beim Stadtgericht, 1805 Referendar beim Kammergericht, 1808 Assessor und 1813 Justizrat beim Stadtgericht in Berlin. Schüler Gürlich’s, ausgezeichneter Dilettant, vorzüglicher Liederkomponist; befreundet mit Fasch, Zelter, C. M. v. Weber u. a. Einzelnes aus seinen Gesangskompositionen darf dem Besten in dieser Gattung an die Seite gestellt werden. (2 Missen, Requiem, 2 Offertorien und mehrere andere Kirchenkompos.; Oper: die Alpenhirten; Liederspiel: Chibaut von Lovis; Monologen; über 100 Lieder, 33 mehrstimmige Gesänge &c.; 2 Ouvertüren, Quartette, Quintette, Clavier-sonate, Märsche, Tänze &c.)
10Wollick (Nic.), auch Bolicio, einer der ältesten musikal. Schriftsteller, von dem man nichts weiß, als daß er im 15. Jahrhdt. noch lebte und Magister artium war. Es erschienen von ihm fünf Tractate mus. Inhalts. (Opus aureum Mus. etc. Col. 1501; Enchirid. Mus. und Inquisit. mus., Paris. 1512.)
12Wolynka (russ.) s. v. a. Walnyka (s. d.).
14Worgan (John), Dr. der Musik zu London, Schüler Rosingrave’s und Geminianis, einer der größten Orgelspieler des vorigen Jahrhunderts, besonders im Fugenstil. † um 1775. (Oratorien, Chöre, Gesänge, Anthems, Cantate: Phaon and Myra für 5 Stimmen &c.)
16Worzischek (Joh. Hugo), am 11. Mai 1791 zu Wamberg in Böhmen geb., † am 9. Mai 1825 als k. k. Hoforganist in Wien; Schüler Tomaschek’s; ein höchst talentvoller Musiker und Komponist, ausgezeichneter Orgel- und Claviervirtuose, dessen frühes Ende durch wilden, zügellosen Lebenswandel herbeigeführt wurde. (Missen, Graduale, Offertorium, Cantate; Chor: „Gott im Frühlinge“; Moreau’s Leichenfeier; Sonaten, Rondo’s, Rhapsodien u. a. Claviersachen; Lieder, Arien &c.)
18Wrangel (Hedwig), Tonkünstlerin zu Stockholm. (Lieder aus E. Tegner’s „Frithiofs Saga“.)
20Wranigk (Anna); s. Kraus.
22Wranigk (Anton), 1760 zu Neureusch in Mähren † als Kapellmeister des Fürsten Joh. v. Lobkowitz. Komponist und tüchtiger Violinspieler. Er ist ein Bruder Paul’s und Vater der beiden berühmten Sängerinnen Anna Catharina Kraus (1800 in Wien geb.) und Caroline Seidler (s. d.).
24Wranigk (Anton), der jüngere, Sohn des Obigen, ein braver Violinspieler am k. k. Hoftheater in Wien.
26Wranigk (Friedr.), älterer Bruder des vorhergehenden, zu Wien geb., Kammermusiker; ein tüchtiger Violoncellist.
28Wranigk (Paul), geb. 1756 in Böhmen, † am 28. Sept. 1808 zu Wien, wofolb er seit 1785 Direktor des Hofopernorchesters am kaiserl. Nationaltheater war; ein ungewöhnlich fruchtbarer Komponist für Oper und Kammermusik, welcher sich besonders durch gefällige und leichte Melodie auszeichnet. Unter seinen 12 Opern und Balletts machte „Oberon, König der Elfen“ ein ungewöhnliches Glück in ganz Deutschland, und sicher mehr als der neue Weber’s. Außerdem aber schieb er noch eine sehr bedeutende Anzahl Sinfonien, worunter mehrere charakteristische und malende, z. B. „die Bataille bei Prag“ &c., welche zu ihrer Zeit sehr beliebt waren. Er hatte sich 1776 nach Wien begeben, um Theologie zu studiren, sich aber später auf Unrathen des schwed. Kapellmeisters Kraus, der sein Talent entdeckte, ganz der Musik zugewendet und bis 1758 eine Anstellung als Violinist in der Esterhazy’schen Kapelle gehabt, unter Haydn’s Direktion. (Opern: „das Fest der Cazzaroni“, „der dreifache Liebhaber“, „die Poststation“ &c.; Ballette; Concerte; 9 Quintette, 15 Quartette, Trio’s &c.) one of two readings
29Wranigk (Paul), geb. 1756 in Böhmen, † am 28. Sept. 1808 zu Wien, wofolb er seit 1785 Direktor des Hofopernorchesters am kaiserl. Nationaltheater war; ein ungemäss fruchtbarer Komponist für Oper und Kammermusik, welcher sich besonders durch gefällige und leichte Melodie auszeichnet. Unter seinen 12 Opern und Balletts machte „Oberon, König der Elfen“ ein ungemässes Glück in ganz Deutschland, und sicher mehr als der neue Weber’s. Außerdem aber schieb er noch eine sehr bedeutende Anzahl Sinfonien, worunter mehrere charakteristische und malende, z. B. „die Bataille bei Prag“ &c., welche zu ihrer Zeit sehr beliebt waren. Er hatte sich 1776 nach Wien begeben, um Theologie zu studiren, sich aber später auf Unrathen des schwed. Kapellmeisters Kraus, der sein Talent entdeckte, ganz der Musik zugewendet und bis 1758 eine Anstellung als Violinist in der Esterhazy’schen Kapelle gehabt, unter Haydn’s Direktion. (Opern: „das Fest der Cazzaroni“, „der dreifache Liebhaber“, „die Poststation“ &c.; Ballette; Concerte; 9 Quintette, 15 Quartette, Trio’s &c.) one of two readings
31Wrbna-Freudenthal (Rudolf Graf von), geb. 1761 zu Wien, † daselbst im Januar 1823. Machte sich um die Musik in Böhmen sehr verdient.
33Wriesbergische Körperchen (corpora wrlsbergiana), zwei zu den Stimmwerkzeugen gehörende, zwischen den Gießkannenknorpeln und dem Kehldeckel liegende, zur Bildung des Kehlkopfes (s. d. A.) beitragende längliche keilförmige Knorpel.
35Wülfing, Ministerial Secretair zu Berlin; um 1810 Regierungssecretair zu Münster; Bassist und beliebter Dilettantsänger im Concert daselbst.
37Würdevoll, ernst, Con gravitā.
39Würfel (W. Wilh.), geb. 1791 zu Planian in Böhmen, † zu Wien 1832; wurde durch den Unterricht seiner Mutter ein ausgezeichneter Claviervirtuos, durch seine eigene Bildung Komponist, und setzte schon im 15ten Jahr, außer mehreren größern Tonstücken, eine Messe, die aufgeführt und mit größtem Beifall aufgenommen wurde. Er war 1815 Professor der Musik in Warschau, machte später als Claviervirtuos Reisen und lebte seit 1826 in Wien, wo er mit dem Titel Kapellmeister eine Stelle am Kärnthnerthor-Theater erhielt. (Opern: z. B. „Der Berggeist oder Rübezahl“ [sein bestes Werk], „Der Rothmantel“; Tongemälde: „Wellington’s Sieg“, Clavierconcerte, Rondo’s, an 30 Werke Variationen für Pianoforte &c.
41Würfelspiele; s. Spiele.
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