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Musikalisches Conversations-Lexikon : Ergänzungsband, 1883
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1ten ihm ihre Anerkennung. Darauf kehrte er wieder nach Warschau zurück; hier wurde er 1836 nach Einerts Tode Organist an der evangelischen Kirche. Er gründete in Warschau einen Oratorienverein, mit dem er grössere Aufführungen veranstaltete. Auch selbstschöpferisch war er thätig, er componirte namentlich Orgelstücke und verfasste auch ein Choralbuch.
3Frescobaldi, Girolamo (IV, 54) ist 1580 geboren.
5Freubel, Joh. Lud. Paul (IV, 55), wurde zu Namur 1763 (nicht 1770 in Berlin) geboren. Er starb am 21. Mai 1828 in Amsterdam.
7Frey, Hans (IV, 56). »Und zwar eine solche Zahl Erbarer Künstler kan ich nit ausslassen diesen kunstreichen alten Freyer, der in allen Dingen erfahren war, der Musik hat er Verstand, für einen guten Harpfenschläger wurde er berühmt, hat einen gutten Verstand das Wasser mit Lufft in die Höhe zu bringen, er machte aus Kupffer allerley Bilder Manns- und Weibs-Persohnen, die waren inwendig hohl und also durchs Gebläs zugerichtet, dass das einge- gossene Wasser ihnen zum Kopf heraus sprang und an andern Orten mehr in die Höhe, und mögt ein jeder solchen Brunnen tragen und mitten in einen Saal setzen und zu zierlicher Ehren gebrauchen, wo dann beim Herren Hanns Ebner noch einer zu sehen ist. Dieser Frey verheirathet seine Tochter mit Namen Agnes a. 1494 an den berümbten Mahler und Künstler Albrecht Dürer, ward Genander des grossern Raths a. 1496 und starb a. 1523 den 21. November (Joh. Neudörffers Nachrichten von den vornehmsten Künstlern und Werkleuten Nürnberg, 1446—1660), nach einer alten Handschrift herausgegeben von Dr. Friedr. Campe (Nürnberg 1828).« Neudörffer war Zeitgenosse von Frey und deshalb dürfen seine Nachrichten als authentisch angenommen werden. Dass F. 1415 bereits zu Bologna glänzte, ist wol ein Irrthum Barons, oder ein Druckfehler in seinem Werk: »Untersuchung der Lauten«. Möglicherweise soll es 1475 heissen. Darnach liegt auch kein Grund vor, ihm einen Sohn zu geben, dessen Existenz durch nichts weiter bewiesen wird.
9Fricci, Antonietta, Frietsche, bekannt unter dem Namen Fricci, talentvolle Sängerin, im Besitze einer prächtigen Sopranstimme, geboren gegen 1840 in Wien, erhielt am dortigen Conservatorium durch Frau Marchesi ihre gesangliche Ausbildung. Nicht ihr Debüt, aber ihre ersten Triumphe feierte sie in Lissabon. Bei ihrem Benefiz daselbst fuhr sie in einer Hofequipage, begleitet von zwei Musikchören, nach Hause. Später ging sie nach Moskau und dann nach London, wo sie gleichen Erfolg errang. Nachdem sie sich mit dem Tenoristen Neri-Baraldi verheiratet hatte und bis 1866 in Moskau und London abwechselnd die Saison hindurch gesungen, ging sie nach Italien, wo sie in Mailand wieder besonders viel Glück machte. Die Journale erzählen von dreihundert Bouquets an einem Abend und ähnlichen Ovationen. Mad. Fricci sang noch in anderen Städten Italiens und besuchte Cairo und noch wiederholt Lissabon und London. In grossen pathetischen Partien excellirte sie am meisten.
11Friedlowsky (IV, 61), starb am 27. December 1875 in Wien.
13Friedrich III., Herzog und Kurfürst zu Sachsen, mit dem Beinamen der »Weise«, geboren am 17. Januar 1463 zu Torgau, war auch ein eifriger Verkehrer und Förderer der Musik und vortrefflich in dieser Kunst ausgebildet. Die Gründung der Universität Wittenberg 1502, wie die Berufung Luthers sind sein Werk. Die deutsche Kaiserkrone schlug er aus und in seinem Leben führte er keinen Krieg. In seiner Eigenschaft als Beförderer der Kunst wurde er für seine Zeit von musikhistorischer Bedeutung, er übte die Musik selbst vorzüglich aus und bereitete ihr an seinem Hofe zu Torgau eine der ersten Pflegestätten Deutschlands. Als er 1493 seine Reise ins gelobte Land antrat, sorgte er in seinem Testament für alle Fälle für seine Cantorey ebenso, wie für die Universität. Die erstere war von seinen Vorfahren bereits gestiftet worden, aber er erweiterte und verbesserte sie ganz bedeutend. An der, unter Leitung des berühmten Marcus Krodel blühenden Schule, liess er durch einen festangestellten Symphoniacus, so wie durch den Organisten Gesangunterricht erthei-
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