Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 136

Musikalisches Conversations-Lexikon : Ergänzungsband, 1883

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1keiner Stellung bringen, in der er seine Familie hätte ernähren können. G. fing nun an, in Zürich Clavierstunden zu geben, wo sie besser bezahlt wurden. Dennoch behielt er den Organistenposten, eine Anzahl Clavierstunden und auch die Wohnung in Winterthur bei und reiste wöchentlich einige Tage nach Zürich. Ein Jahr später siedelte er mit seiner, in Winterthur gegründeten Familie nach Zürich über, behielt aber immer noch die Organistenstelle und einige Stunden in Winterthur bei, sodass er Samstag und Sonntag dort, die übrige Zeit in Zürich war. Diese Lebensweise führte er 2 1/2 Jahre hindurch; als er sie aufgab, war auch seine Gesundheit zerrüttet. Seit 1870 lebte G. privatisirend, d. h. stundengebend in Hottingen, einer Nachbargemeinde Zürichs, unter mühseligem Leiden unverdrossen schaffend. In weiten Kreisen wurde G. erst durch die Aufführung seiner Oper: »Der Widerspenstigen Zähmung« bekannt, welche zu Mannheim am 11. October 1874 mit grossem Glück gegeben wurde, G. wohnte der Aufführung bei. Das Werk gelangte dann schon im Februar 1875 in Wien mit bedeutendem Erfolg zur Aufführung, wenn sich auch die colossalnen Räume der Hofoper als der intimen Natur des Werkes nicht gerade allzugünstig erwiesen. Das Werk kam dann in rascher Folge in Weimar, Leipzig, Hannover, Coburg, Schwerin, Dessau, Salzburg, Darmstadt, Carlsruhe, Berlin, Bremen, Strassburg, Frankfurt, Cassel und mehrmals in London zur Aufführung. G. erlag am 3. December 1876 seinem langjährigen Lungenübel. Seine im Druck erschienenen Werke sind, der chronologischen Reihenfolge nach: Trio in G moll für Pianoforte, Violine und Cello, op. 1; 3 leichte Stücke für Pianoforte und Violine, op. 2; 3 Lieder, op. 3; Rispetti aus dem Italienischen von Heyse, op. 4; 3 Kinderlieder in Schweizer Mundart von J. M. Usteri, op. 5; Quartett in Edur für Pianoforte, Violine, Viola und Cello, op. 6; Lose Blätter, 2 Hefte Clavierstücke, op. 7; 2 Claviersonatinen, op. 8; Der Widerspänstigen Zähmung, komische Oper in 3 Akten von J. V. Widmann; Sinfonie in F dur, op. 9; Nenie von Schiller für Chor und Orchester, op. 10; Cantate für Männerchor und Orchester (Es liegt so abendstill der See), op. 11; 6 Lieder, op. 12; Genrebilder. 6 Clavierstücke, op. 13. Aus seinem Nachlass erschien: Francesca de Rimini, grosse Oper in 3 Akten (von Götz unvollendet hinterlassen; der 3. Akt nach den vorhandenen Skizzen instrumentirt von E. Frank), Frühlingsouverture für Orchester; der 137. Psalm für Soli, Chor und Orchester; Quintett für Clavier, Violine, Viola, Cello und Contrabass; Clavier-Sonate zu 4 Händen; Clavierconcert; Violinconcert; Lieder für eine Singstimme; für gemischtes Quartett und Männerstimmen, je ein Heft. Eine führwahr stattliche Anzahl von Werken aller Art, die der, von Mühsal und Krankheit stets schwer geplagte Mann geschaffen hat. Ausser der Oper: Der Widerspänstigen Zähmung, welche G.'s Ruf zuerst in Deutschland und England begründet hat, sind noch die Oper Francesca, die Sinfonie, Nenie, Psalm und Clavierquintett, als die bedeutendsten seiner Arbeiten hervorzuheben. G. schliesst sich im Wesentlichen der Schumann'schen Richtung an, ist aber doch eine durchaus originale Erscheinung. Die Vornehmheit seines künstlerischen Wesens entsprach vollständig seinem edlen und vortrefflichen Charakter — als Mensch, wie als Künstler war er stets dem Höchsten zugewandt. Seine Werke brechen sich langsam, aber hoffentlich stetig Bahn.
3Götze, Auguste, Grossherzoglich Sächsische Kammersängerin, Tochter des ehemaligen trefflichen Sängers, jetzt Gesangsprofessor Franz Götze in Leipzig (IV, 288), ist in Weimar 1840 geboren. Vom Vater im Gesange ausgebildet, glänzte sie eine Reihe von Jahren als Concertsängerin in Deutschland und im Auslande. Namentlich war sie im Liedervortrage unübertrefflich. 1870 nahm sie in Dresden ihren Wohnsitz und war hier am Conservatorium als Gesanglehrerin thätig, bis sie 1875 die »Gesangs- und Opernschule« errichtete, welche seitdem zu bedeutendem Ruf gelangte. Trotz der kurzen Zeit ihres Bestehens sind eine Reihe von bedeutenden Sängerinnen aus ihr hervorgegangen, wie Frl. von Kotzebue (als vortreffliche Lehrerin an der Anstalt

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