Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 273

Musikalisches Conversations-Lexikon : Ergänzungsband, 1883

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1Materna, Amalie Friedrich- ist zu St. Georgen einem Marktflecken in Steiermark 1847 geboren. Der Vater, Lehrer des Orts, führte sie früh in die Musik ein, und seit ihrem neunten Lebensjahre sang sie schon Solopartien in den Kirchenmusiken. Nachdem sie kaum das zwölfte Jahr zurückgelegt hatte, starb der Vater. Der älteste Bruder wollte sie zur Sängerin ausbilden lassen, und ging mit ihr nach Wien zu dem bekannten Professor des Gesangs Gentiluomo. Diesem gefiel die Stimme zwar sehr gut, aber für das geringe Honorar, das der Bruder bieten konnte, wollte er die Ausbildung nicht übernehmen. Amalie ging nun zu einem Bruder nach St. Peter in Obersteiermark, und nachdem der älteste Bruder Telegraphenbeamter in Graz geworden war mit der Mutter zu diesem. Hier wurde sie durch den Theaterdirektor Czernitz veranlasst, am Thaliatheater in der Operette aufzutreten und damit war ihre fernere Laufbahn bestimmt. Sie sang zwei Jahr in Graz und ging dann an das Carltheater in Wien. Hier studirte sie unter Heinrich Proch privatim Partien der grossen Oper, und 1869 sang sie mit glänzendem Erfolg die Selika in »Die Afrikanerin« im Hofopernttheater und wurde darauf sofort engagirt. Ihren Weltruf verdankt sie ihrer Darstellung der Brunhilde in den Bayreuther Vorstellungen des »Nibelungenringes«. Frau Materna ist mit dem Schauspieler Carl Friedrich verheiratet.
3Mathias, Georg Amadée Saint Clair, Componist, Pianist ersten Ranges und ausgezeichneter Lehrer des Clavierspiels, war langjähriger Schüler Chopins und auch Kalkbrenners und übertrug Methode und Stil dieser beiden berühmten Clavierspieler auch auf seine Schüler. M. übernahm am Conservatorium die sehr in Misscredit gekommene Classe Laurent und brachte dieselbe wieder zu Ehren durch die trefflichen Pianisten, die aus derselben hervorgingen. Auch als Componist ist M. hervortretend. Seine zahlreichen Compositionen sind gehaltvoll und mit Geschmack geschrieben. Es sind: eine Sinfonie für grosses Orchester; mehrere Ouverturen; ein Clavierconcert mit Orchester; viele Trios; fünf sinfonische Stücke für Clavier, Violine und Violoncell; »Trois Esquisses d'après Goethe, à quatre mains«; »Allegro symphonique«; »Allegro appasionata«; »Trois suites de romances sans paroles«; viele Clavierstücke; »24 Études de style et de mécanisme en deux livres. Op. 28«; »10 Études de genre. Op. 10«. Diese Werke erschienen Paris bei Brandus, Hartmann, Heugel, Richault, Flaxland.
5Mathias, Hermann, mit dem Beinamen Verrecorensis, wol der latinisirte Name eines Ortes, ist als deutscher Musiker des 16. Jahrhunderts anzusehen. Lateinische vierstimmige Gesänge von ihm sind aufgenommen in die Sammlungen Selectissimae nec non familiarissimae contiones« etc. Augustae Vindelicorum, Melchior Kriesstein. excudebat 1540. Kl. in 8° obl. Ist wahrscheinlich identisch mit Mathias, Hermann (p. 155).
7Mathieu, Giovanni Battista, geboren am 2. Januar 1762 zu Billone in Auvergne, trat 1779 als Schüler in das Musikchor der französischen Garde. Er blies Serpent, gewann aber später auch soviel Fertigkeit im Gesang und Guitarrenspiel, dass er in diesen Zweigen Unterrieht ertheilen konnte. Bald wurde M. als Serpentist an der Kirche St. Eustache angestellt, und auch als Lehrer des Gesanges an das neuerrichtete Conservatorium berufen. Den Musikunterricht am Blindeninstitut übernahm er ebenfalls, und schrieb für die Schüler daselbst die kleine Oper »La Ruse d'Aveugles«. 1809 ging M. als Kapellmeister der Kathedrale nach Versailles, in welchem Amte er dreissig Jahre verblieb. Er schrieb fünf Messen und viele Motetten die in den Kirchen von Paris zur Aufführung gelangten. Ferner schrieb er gegen 10,000 Gesangsübungen, und ein Buch über den Cantus planus, das zu den instruktivsten und besten dieser Gattung gehört. Der Titel desselben ist: »Nouvelle méthode de plain-chant à l'usage de toutes les églises de France, traitant de tout ce qui a rapport à l'office divin à l'organiste, aux chantres, aux enfants de choeur; contenant un abrégé du plain-chant ancien; précédée d'une notice historique etc.« (Paris, Augé, 1838, 12°). Mathieu übersetzte auch das Werk des Glarean »Dode-

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