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Musikalisches Conversations-Lexikon : Ergänzungsband, 1883
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1cachordon« ins Französische, und übertrug die in dem Werke enthaltenen Musikstücke in Partitur.
3Mattei, Saverio, Advokat und ausgezeichneter Schriftsteller, geboren in Calabrien 1742, wohnte lange Zeit in Padua und starb in Neapel 1802. Er gab ein sehr gut geschriebenes Buch heraus »Dissertazioni preliminari alla traduzione de’ Salmi« (Padua, 1780, 8. Bd.); der letzte der Bände enthält eine Correspondenz des Autors mit Metastasio, über die Musik der Alten. Zwei andere Schriftchen sind: »Se i maestri di capella sono compresi fragli artigiani«, und »Aneddoti secreti della vita dell ab. Pietro Metastasio, colla storia dell progresso della poesia e musica teatrale, memoria storico satirico curiosa; Colle Ameno« (ohne Namen und Datum). — Memoria per la biblioteca musico fondata nel Conservatorio della Pietà« (Neapel, 1795, in 8°).
5Mattei, Abbé Stanislao, Kirchenkomponist und Lehrer des Contrapunkts am Lyceum der Musik zu Bologna, in welcher Stadt er am 10. Februar 1750 geboren wurde. Sein Vater betrieb das Schlosserhandwerk und M. wurde in die Armenschule geschickt, die nothdürftigsten Kenntnisse zu erwerben. Nachdem der Knabe, jedoch durch Zufall, einmal in die Kirche der Franziskaner gekommen war, in welcher täglich der Gottesdienst mit Musik begleitet wurde, suchte er diese Kirche so häufig auf, dass Pater Martini, der berühmte Contrapunktist, ihn bemerkte und sich für ihn interessirte, auf welche Weise dann Mattei in dessen Kloster aufgenommen wurde. Er studirte nun Theologie und Philosophie, legte mit 16 Jahren die Gelübde ab, und empfing mit 21 Jahren die priesterlichen Weihen. Seit seinem Eintritt ins Kloster hatte er gleichzeitig mit den anderen Studien die Musik unter des berühmten Pater Martini, seines Gönners, Anleitung betrieben, dem er aber auch mit zärtlicher Dankbarkeit ergeben war, und den er in seinen letzten Lebensjahren unterstützte und pflegte wie ein Sohn. Pater Martini vermachte ihm seine Bücher und Schriften, zu welchen auch seine unvollendete Geschichte der Musik gehört, die aber nicht durch M. fertig gestellt wurde, der sich dieser Arbeit vielleicht nicht gewachsen fühlte. M. folgte seinem gelehrten Vorgänger in dem Amte des Kapellmeisters der Franziskaner, das er eigentlich seit 1770 schon ausfüllte. 1776 trat er zuerst mit eigenen Compositionen hervor, deren er ziemlich viele schrieb und die in Messen, vier-, sechs- und achtstimmigen Motetten, Hymnen, Psalmen u. a. Kirchengesängen bestehen. Der grösste Theil ist in Bologna in der Bibliothek St. Georg aufbewahrt, nur einige Copien derselben befinden sich in Rom in der Bibliothek des Pater Santini. Als 1798 die Klöster aufgehoben wurden, ging M. nach Bologna zurück und lebte dort mit seiner alten Mutter. Er suchte seinen Unterhalt durch Unterrichtertheilen in der Composition, und erlangte hierin bald weit verbreiteten Ruf, so dass Schüler von nah und fern zum Abbé M. wanderten. Mehrere Anträge als Kirchenkapellmeister, lehnte er ab um in Bologna zu bleiben, nahm aber eine solche Stellung in seiner Vaterstadt an der Kirche St. Petrone gern an. Als 1804 in Bologna das Lyceum der Musik errichtet wurde, übernahm er an demselben den Unterricht des Contrapunkts. Zu seinen hervorragenden Schülern gehörten hier Rossini, Morlacchi, Donizetti, J. A. Perotti, Robuschi, Palmerini, Bertolotti, Corticelli, Nancini, Tadolini, Tesei, Pilotti. Der Letztere folgte ihm in seinem Kapellmeisteramt. Nach dem Tode seiner Mutter lebte M. in dem Hause seines Freundes Batistini, Pfarrer von St. Katharina und verbrachte dort seine letzten Lebensjahre, ausschliesslich mit dem Unterricht seiner Schüler und mit schriftlichen Arbeiten beschäftigt. Er starb daselbst am 17. Mai 1825 und wurde ehrenvoll bestattet. Er war Mitglied (von 1791—94 Präsident) der Philharmonischen Gesellschaften in Bologna und auch anderer gelehrten Gesellschaften. Ausser seinen Compositionen verfasste er ein Lehrbuch: »Pratica d’accompagnamento sopra bassi numerati et contrappunti a più voci sulla scala ascendente, maggiore et minore con diverse fughe a quattro e otto« (Bologna, Cipriani, 1825—30). Aber weit davon entfernt ein System aufzustellen, giebt M. in demselben nur Regeln des
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