Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 406

Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1912

10 lines. Read by computer on 29 September 2026. Printed page 390. See the scan on archive.org.

1der Abbildung bei Praetorius (s. ob.) entspricht.1) — Große Aehnlichkeit mit diesen »Lire da braccio« besitzt die dem Cölner Museum angehörende, jedoch viel größere Lyra No. 780 (siehe S. 415/16) von Ventura Linarolo (Venedig 1577), die vermöge der bei ihr angewandten eigenartigen Haltung — sie wurde auf den rechten Oberarm gestützt und quer vor die Brust gelehnt — als »Lirone da braccio« (große Arm-Lyra) bezeichnet werden kann. Jedenfalls ist das Instrument in seinen Dimensionen zu groß, um als gewöhnliche »Lira da braccio«, und zu breit und zu gering an Zargenhöhe, um als »Lira da gamba« gespielt werden zu können, und überdies bestätigen zwei vom Verfasser aufgefundenen, auf Seite 413 u. 399 des Katalogs nachgebildete Stiche von Giambattista Bracelli (1599) und nach dem Gemälde „Omero“ [Homer] von Jusefe Ribera (1588—1652) die eigentümliche Haltung des »Lirone da braccio« in einwandfreier Weise.2)
3Bisher noch unbekannte wertvolle Aufschlüsse über den Werdegang der »Lira da braccio« und dadurch gleichzeitig Beiträge zur Entwicklungs geschichte der Violine bieten eine in der ikonographischen Sammlung des Museums vorhandene größere Anzahl von Kupferstichen und Holzschnitten des 16. und 17. Jahrhunderts und verschiedene Photographien derselben Zeit angehörender Gemälde, die als Vorlagen für die Instrumentennachbildungen No. 775—778 u. 781 benutzt und im vorliegenden Katalog teilweise reproduziert sind. — Die eigentliche Ausbildung des Lyra-Typs erfolgte um die Wende des 15. Jahrhunderts (1490—1510) und läßt sich an Hand der zeitgenössischen Stiche und Gemälde, die die charakteristischen Phasen dieser Entwicklung getreu widerspiegeln, genau verfolgen. Daß einzelne spätere Blätter noch primitivere Entwicklungsformen als ältere Darstellungen erkennen lassen, ist in that city [1540]“. Ein Brescianer Meister mit den Vornamen „Giovanni Maria“ ist in der Fachliteratur nicht bekannt; jedoch erscheint die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, als Erbauer Giovan Maria dalla Corna, den Vater des von Lanfranco gerühmten Lauten- und Violenmachers Giovan Giacobo dalla Corna (vgl. die Fußnote auf Seite 401 des Katalogs) anzunehmen, da dieser in zwei im Brescianer Archiv erhaltenen „polizze d’estimo“ als Sohn des Giovan Maria bezeichnet wird. (cf. Giov. Livi, „I Liutai Bresciani“, Milano 1896, p. 15.)
5Die Vermutung, daß auch der ältere dalla Corna „liutaio“ war, ist nicht ungerechtfertigt, zumal sich dieser Kunstzweig sehr häufig vom Vater auf den Sohn vererbte. Da Giovan Giacobo c 1484 geboren wurde, fällt das Geburtsjahr des Vaters Giovan Maria etwa um 1450; die Entstehungszeit der betreff »Lira da braccio« wäre daher früher als 1540 anzusetzen.
71) Abbildung und Beschreibung im Katalog von Victor Ch. Mahillon; vol 3e (Gand 1900), p. 59—61.
92) Auf dem 1563 vollendeten berühmten Gemälde „die Hochzeit zu Kana“ von Paolo (Caliari) Veronese (1528—1588) im Louvre zu Paris sind zwei Musiker dargestellt, die ihre Instrumente in ähnlicher Weise handhaben, sie aber nicht an den rechten Ellbogen lehnen, sondern auf den rechten Oberschenkel stützen. Allerdings sind dies — wie es Rühlmann (a. a. O., S. 254) irrtümlich annimmt — keine Lyren, sondern große, mehrfach geschweifte sechssaitige Violen (ohne Bordunsaiten!) — In den beiden Musikern hat Veronese bekanntlich sich selbst und Tintoretto, in dem daneben sitzenden Violone-Spieler Tizian porträtiert.

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.