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Scan 426
Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1912
14 lines. Read by computer on 29 September 2026. Printed page 410. See the scan on archive.org.
11639 aus Rom geschriebenen Briefe bei Erwähnung einer kirchlichen Musik-aufführung berichtet: „Quant à la musique instrumentale, elle éftoi composée d’un Orgue, d’un grand Claveffin, d’une Lyre, de deux ou trois Violons et de deux ou trois Archiluths… La Lyre eft encore en recommandation parmi eux; mais je n’en ay ouy aucun qui fuf à comparer à Farabosco d’Angleterre“.1)
3Originale Exemplare von Lyren zählen zu den am seltensten vorkommenden Streichinstrumenten, deren Besitzes sich nur wenige Museen und Sammlungen rühmen können. Das älteste und in kunstgewerblicher Hinsicht zugleich bemerkenswerteste Exemplar einer »Lira da braccio« (oder »Lira da spalla«) befindet sich in der Sammlung des Erzherzogs Franz Ferdinand von Oesterreich-Este zu Wien; das schöne eigenartige Instrument, das in seiner Korpusform im allgemeinen noch an die Viole, in den vorspringenden Ecken der abgerundeten Unterbacken aber bereits an die Violine gemahnt, ist die Arbeit eines Veroneser Künstlers und enthält folgenden handschriftlichen Zettel:
5„Joannes andreas Veronesis
6à di 12 Auosto
71511“.2)
91) Cf. Er. Thoinan, „Maugars Sa biographie“, Paris 1865, p. 30 et 32. — Ueber die als Gambenspieler berühmte Familie Ferabosco vgl. Seite 438 des Katalogs. — C. Engel („Researches into the early history of the Violin Family“, p. 145) bezeichnet Lord Francis North (geb. 1637, [gest. 1685]) als „distinguished player on the lira da-braccio“; doch liegt hierbei wahrscheinlich eine Verwechslung mit der »Lyra Viol« (oder »Viola bastarda«, vgl. S. 491 des Katalogs) vor, da die italienische »Lira da braccio« — zumal noch im 17. Jahrhundert! — kaum in England bekannt gewesen sein dürfte.
112) „Der Boden ist samt den konkav ausgestochenen Zargen in einem Stück rötlichen Holzes ausgearbeitet und zeigt in prachtvoller Arbeit en relief einen Jupiterkopf und oberhalb desselben einen weiblichen Busen, während die Decke die stilisierte Form eines weiblichen Leibes erkennen läßt. Die geschnitzten grotesken Köpfe auf beiden Seiten des Wirbelkastens sind erneuert. Die Schalllöcher, deren konkave Ausschnitte reichlich verschönert sind, haben halbmondähnliche Form. Auf dem Boden ist eine griechische Inschrift ,ΛΥΠΗΣ. IAT/POΣ. EΣΤΙΝ. | ANΘΡΩΠΟΙΣ. | ΩΛΗ.‘ („Ein Leidenströster ist den Menschen der Gesang“) und das Wort ,XPONIKOΣ‘ in Elfenbein eingeschrieben.“ — (Vgl. die Abbildungen in dem Prachtwerk von S. Schneider über die Wiener Musikausstellung 1892 (S. 55) und S. 51 u. 59 des Textes; ferner den Fach-Katalog der betreff. Ausstellung, S. 87 No. 95.)
13„2 Italianische Lyren“ waren auch in der alten Kunstkammer des kurfürstl. Schlosses zu Dresden vertreten, deren Schätze der Augsburger Patrizier Philipp Hainhofer auf seiner Dresdener Reise i. J. 1629 kennen lernte. (Vgl. O. Doering, „Des ..Ph. Hainhofer Reisen nach Innsbruck u. Dresden“ in den „Quellenforschungen für Kunstgeschichte“, Neue Folge Bd. 10, Wien 1901.) Drei »Lire da gamba« mit 12, 13 und 14 Saiten befanden sich in der von Cristofori verwalteten ehemaligen Instrumentensammlung Ferdinands von Medici zu Florenz (No. 43 u. 44 des Inventars v. J. 1716. Cf. L. Puliti, „Cenni storici..“, Florenz 1874 pag. 104, u. S. 219 .im 1. Bande des vorlieg. Katalogs, Fußnote 1).
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