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Scan 427
Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1912
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1Von »Lire da braccio« in entwickelter (violinähnlicher) Form sind bisher nur die beiden Exemplare im Besitze von Hill & Sons in London und im Museum des Conservatoire zu Brüssel bekannt geworden, die bereits auf Seite 389 des Katalogs erwähnt wurden. Vielleicht war auch eine fünfsaitige »Viola da braccio« von Girolamo Brensio in Bologna, die dem dortigen Liceo musicale angehört (No. 15 dell’ antici strumenti armoniche), ursprünglich eine »Lira da braccio«; jedenfalls entsprechen Bauart und Ausstattung des Instruments genau der »Lira da gamba« desselben Meisters im Cölner Museum (No. 782, s. Seite 419). — Der »Lirone da braccio« von Ventura Linarolo (No. 780) ist das einzige bisher bekannt gewordene Exemplar dieser Art. Eine ähnliche »Lira da gamba«, wie sie das Museum in drei Exemplaren (No. 782—784) besitzt, ist in der Sammlung von Alfred Keil-Lissabon (No. 203, mit neunsaitigem Bezug) vertreten. Ein in den Konturen und den Einzelheiten der Bauart mit der erwähnten »Lira da gamba« No. 782 genau übereinstimmendes Instrument von Nicolaus Amati (Cremona 1650), das anscheinend ursprünglich ein »Lirone perfetto« war, besitzt die Kgl. Sammlung zu Berlin aus der Coll. Snoeck (No. 492; im Katalog als „Basso italien, ou grande basse de viole“ bezeichnet); seine Korpuslänge von 85 cm entspricht dem in Praetorius’ „Sciagraphia“ abgebildeten Instrument. Dagegen ist ein anderer neunsaitiger »Lirone«, der sich neben der schönen »Lira da braccio« (No. 1443) im Museum des Conservatoire zu Brüssel befindet (No. 1444), von etwas kleineren Dimensionen; seine Korpuslänge beträgt 77 cm und seine Gesamtlänge, da der Hals auffallend kurz ist, nur 1,10 m. Der Kgl. Sammlung zu Berlin gehören ferner zwei ebenfalls neunsaitige als »Lire da gamba« bezeichnete Instrumente an (No. 820 u. 842), deren Authentizität jedoch, da sie offenbar erst später zu Lyren umgearbeitet worden sind, zweifelhaft erscheint.
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