Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 443

Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1912

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1Violen des 17. und 18. Jahrhunderts.
3Die Violen, deren Entwicklung gegen Ende des 16. Jahrhunderts zu einem endgültigen Abschluß gelangt war, nahmen in der Tonkunst des 17. und teilweise auch noch während des 18. Jahrhunderts eine gleichberechtigte Stellung mit der Gruppe der violinartigen Instrumente (Violine, Bratsche, Violoncell und Contrabass) ein, verschwanden jedoch mit dem Ausgang der Rokokozeit immer mehr aus der musikalischen Praxis und waren im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts von den klanglich mehr durchdringenden Violininstrumenten so gut wie gänzlich verdrängt — wie sich überhaupt in der Geschichte der Musikinstrumente die immer wiederkehrende Erscheinung beobachten läßt, daß klangkräftigere Instrumente gleichartige klangärmere Tonwerkzeuge ersetzen und überleben. — Die zahlreichen Unterscheidungsmerkmale, die in der Bauart und der dadurch bewirkten Verschiedenheit des Toncharakters zwischen den entwickelten Violen einerseits und den Violinen und ihren Abarten andererseits bestehen, sind bei einer auch nur flüchtigen Vergleichung beider Instrumententypen leicht erkennbar: die Korpuskonturen der Violen zeigen — von den an die mittelalterlichen Fideln gemahnenden guitarrenähnlichen und mehrfach geschweiften Formen abgesehen — eine elliptische oder ovale Form; die etwas nach auswärts verlaufenden Mittelbügel sind sanft gebogen. Die Oberbacken (der Korpusteil oberhalb der Mittelbügel) verjüngen sich nach dem Hals zu, die Unterbacken (der Korpusteil unterhalb der Mittelbügel) sind mehr oder weniger abgerundet und an Breite den Oberbacken nahekommend. Die Decke ist nur wenig gewölbt, der Boden meist flach und im oberen Teil leicht abgedacht; weder Decke noch Boden ragen über die ziemlich hohen Zargen hinaus, haben also keine vorspringenden Ränder. Der Wirbelkasten läuft gewöhnlich nicht in eine Schnecke sondern in ein geschnitztes Menschen- oder Löwenköpfcchen aus. Die beiden Schalllöcher haben meist Jc- oder Flammenschwertern ähnliche gewundene Form; zuweilen ist die Decke unterhalb des Griffbretts noch von einem kleinen runden Schalloch durchbrochen, in das wie bei der Laute eine geschnitzte Rosette eingelassen ist. Ebenfalls auf das Vorbild der Laute deuten die die Tonlage anzeigenden Darmbünde auf dem Griffbrett und die Stimmung des aus fünf bis sieben (meist sechs) Saiten bestehenden Bezugs, die in aufsteigenden, in der Mitte von einer großen Terz unterbrochenen Quartintervallen erfolgte; das enge Zusammenliegen der Saiten und der nur flache

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