Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 449

Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1912

12 lines. Read by computer on 29 September 2026. Printed page 433. See the scan on archive.org.

1Als Erbauer hübscher »Pardessus de viole« sind Louis Guersan in Paris (geb. ca. 1710, gest. ca. 1780) und Simon Gilbert in Metz (geb. ca. 1710) zu erwähnen; besonders die Instrumente von Guersan, bei denen Boden und Zargen aus Spänen von Sycomore- und Zedernholz zusammengesetzt sind, zeichnen sich durch ihre gefällige Ausstattung aus.
3Die »Alt-Viola da braccio« (frz.: »Taille de Viole« [à bras], engl.: »Alto or small Tenor Viol«) besaß ungefähr Stimmlage und Umfang der alten Tenorgeige oder in ihrer fünfsaitigen Form der heutigen Bratsche (Altgeige), deren sprachlich ungenaue Bezeichnung (im 17. und 18. Jahrhundert: »Brazze«) bekanntlich auf das Wort »braccio« zurückzuführen ist. Die Altviole hatte eine Länge von 70—75 cm und war mit fünf oder sechs Saiten bezogen, deren Stimmung
5oder auch einen Ton tiefer:
7lautete. Beliebter und häufiger anzutreffen als die wegen ihrer großen Mensur ziemlich unbequem zu handhabende Altviole war im 18. Jahrhundert ihre Abart »Viola d’amore« (s. Seite 475 f. des Katalogs), die mit 5—7 Spielsaiten aus Darm und ebenso vielen mitklingenden (Resonanz-) Saiten aus Metalldraht bezogen war.
9Die von Mattheson im „Neu eröffneten Orchestre“ (Hamburg 1713, S. 285) erwähnten »Bassa Viola« und »Viola di Spala« („Schulter-Viole“) waren nicht, wie noch vielfach angenommen wird, größere Arten der Alt- oder Tenorviolen, sondern „kleine Baß-Geigen“ (»Violoncelli piccoli« bezw. große Alt- oder Tenorgeigen), zählen also zu den Violininstrumenten. Zu dieser Gruppe gehört auch die von Joh. Sebastian Bach ca. 1724 erfundene fünfsaitige »Viola pomposa«, die eine Mittelstellung zwischen Bratsche und kleinem Violoncell (»Violoncello piccolo«) einnimmt. (Siehe Seite 548 f. des Katalogs.)
11Die Tenor-Viole, die eigentliche »Viola da gamba« (frz.: »Basse de viole«, engl.: »Baß Viol«, auch »Division Viol«), in Deutschland kurzweg »Gambe« genannt, war im 17. Jahrhundert neben der Laute das beliebteste und verbreitetste Saiteninstrument, das auch noch im 18. Jahrhundert in England, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden eifrig gepflegt wurde. An Gestalt und Größe ist die »Viola da gamba« dem modernen Violoncello ähnlich, bezüglich Bauart und Besaitung jedoch wesentlich von diesem Instrument verschieden. Ihr Bezug bestand gewöhnlich aus sechs Saiten, die folgendermaßen gestimmt wurden:

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