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Scan 473
Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1912
16 lines. Read by computer on 29 September 2026. Printed page 457. See the scan on archive.org.
1No. 806. Alt-Viola da gamba,
2vielleicht eine Arbeit von Sympert Niggell in Füssen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Boden und Zargen des hübschen Instruments, das eine Uebergangsform zwischen Gambe und Violoncell darstellt, sind aus geflammttem Ahornholz und rotbraun lackiert. Die Schalllöcher sind f-förmig und erinnern an den Stainer-Typ. Der in ein geschnitztes Löwenköpfcchen auslaufende Wirbelkasten ist ergänzt.
3Gesamtlänge 95 cm, Korpuslänge 56 cm, obere Breite 25 3/4 cm, untere Breite 33 1/2 cm, Zargenhöhe 10 cm.
5Tenor-Viole da gamba.
6(Basses de viole.)
8No. 807. Tenor-Viola da gamba (Basse de Viole),
9wahrscheinlich französische Arbeit aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Das interessante Instrument hat ein guitarrenähnlich geformtes schmales, langgestrecktes Korpus ohne Mittelecken; der eigentümliche Schnitt der Schalllöcher, die verhältnismäßig niedrigen Zargen und die langen, spitz zulaufenden Oberbacken gemahnen noch an den Violentyp des 16. Jahrhunderts, während der nicht flach, sondern gewölbt verlaufende Boden bereits auf das Violoncell hinweist. Boden und Zargen sind aus schlichtem Ahornholz und dunkelbraun lackiert. Die primitiv geschnittenen Schalllöcher sind der Form der Ziffer 3 nicht unähnlich (3ε) und erinnern an die Schallochform der »Lire da gamba« No. 782 und 783. — Das Instrument war später zu einem Violoncell umgearbeitet worden; Saitenhalter, Hals, Griffbrett und der in eine Schnecke auslaufende Wirbelkasten sind daher ergänzt. Der jetzige Bezug entspricht No. 808 ff.
10Gesamtlänge 1,23 m, Korpuslänge 73 cm, obere Breite 30 3/4 cm, untere Breite 37 1/4 cm, Zargenhöhe 9 cm.
12No. 808. Tenor-Viola da gamba
13mit gedrucktem Zettel: „Ernst Busch, in Nürnberg/1644“ sowie zwei geschriebenen Reparaturzetteln: „C. A. G. Grohmann, genaıt Franck reparirt in Bayreuth 1799“, „Georg Phillipp Walther, reparirt in Thurnau 1847.“
14Das schöne Instrument hat die für Busch charakteristische geschweifte Form, die der Altgambe No. 802 ähnelt. Boden und Zargen sind aus Vogelahornholz und goldgelb lackiert. Der Boden ist in der Mitte und im oberen Teil mit ornamentalen Einlagen aus schwarzem Kitt verziert. Die Schalllöcher sind von merkwürdig gewundener, flammenschwertähnlicher Form; im oberen Teil der Decke befindet sich außerdem ein ziemlich großes rundes Schalloch mit einer Pergament-Rosette. Die Decke ist an den Ein- und Ausbuchtungen und an dem runden Schalloch mit tulpenförmigen Einlagen von verschiedenfarbigen Hölzern verziert. Der Wirbelkasten läuft in eine mit Schnitzerei versehene Schnecke aus.
15Der Bezug besteht (ebenso wie bei den folgenden Tenorgamben No. 809—823) aus 6 Saiten in der Stimmung:
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