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Scan 474
Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1912
18 lines. Read by computer on 29 September 2026. Printed page 458. See the scan on archive.org.
1Gesamtlänge 1,12 1/2 m, Korpuslänge 62 cm, obere Breite 31 cm, untere Breite 35 1/2 cm, Zargenhöhe 13 cm.
2Abbildung auf Seite 452, Nachbildung des (Orig.-) Zettels auf Seite 609, des Reparaturzettels von Grohmann auf Seite 623.
4No. 809. Tenor-Viola da gamba
5mit gedruckten Zetteln: „Matheus Epp / in Strasburg“ und „Hanß Jacob Epp / in Straßburg“; aus dem dritten Viertel des 17. Jahrhunderts (ca. 1660). Boden und Zargen des prächtigen Instruments sind aus geflammtem ungarischem Eschenholz; der Lack zeigt schöne dunkelrote Färbung. Boden und Decke sind mit eingelegten ornamentalen Verzierungen aus schwarzem Kitt geschmückt. Die eigenartig geschnittenen langen Schalllöcher sind von C-ähnlich geschweifter Form; im oberen Teil der Decke befindet sich außerdem ein rundes Schalloch, in das nach Art alter italienischer Guitarren eine vertiefte Pergament-Rosette eingelassen ist. Die Ränder des Saitenhalters und des Griffbretts sind mit Elfenbein eingelegt. Der durchbrochene Wirbelkasten ist mit Blattschnitzereien verziert und läuft in ein hübsch geschnitztes, mit einem Diadem gekröntes Frauenköpfchen aus.
6Gesamtlänge 1,23 1/2 m, Korpuslänge 69 1/4 cm, obere Breite 30 3/4 cm, untere Breite 39 1/2 cm, Zargenhöhe 13 cm.
7Abbildung auf Seite 451, Nachbildung der Zettel auf Seite 614.
9No. 810. Tenor-Viola da gamba
10mit geschriebenem Zettel: „Christoph Döring / Lauthen und Violenmacher / in Cafsell. / Anno 16-67“ und folgendem geschriebenen Reparaturzettel: „Reparirt von J. H. Cattus / Hoffmusicus in Cassel / den 4ten octo : 1828.“ Boden und Zargen des hübschen Instruments sind aus Vogelahornholz und mit kunstvoll verschlungenen ornamentalen Ahorn- und Ebenholzadern reich eingelegt; der Lack ist von bräunlichgelber Färbung. Die Schalllöcher haben flammenschwertähnliche Form; im oberen Teil der nur schwach gewölbten Decke befindet sich außerdem ein rundes Schalloch mit einer aus dem Deckenholz geschnitzten Rosette. Der Wirbelkasten läuft in ein hübsch geschnitztes Löwenköpfchen aus. — Das Instrument war früher zu einem Violoncell umgearbeitet; Saitenhalter, Hals und Griffbrett sind daher ergänzt.
11Gesamtlänge 1,16 1/2 m, Korpuslänge 65 cm, obere Breite 30 cm, untere Breite 37 1/2 cm, Zargenhöhe 13 1/2 cm.
12Nachbildung des Zettels auf Seite 613.
14No. 811. Tenor-Viola da gamba
15mit gedrucktem Zettel: „Thomas Edlinger / Lauten- und / Geigenmacher in Augspurg / 1672.“ Das prächtige Instrument hat eigenartige mehrfach geschweifte Korpuskonturen und erinnert ebenso wie die Gamben von Ernst Busch in Nürnberg (vgl. No. 802 und 808 des Katalogs) an die altertümliche Violenform des 16. Jahrhunderts.1) Der Boden ist aus abwechselnd angeordneten hell und dunkel lackierten breiten Spänen von Pflaumbaum- und Ahornholz zusammengesetzt, zwischen denen schmale Adern aus denselben Hölzern eingefügt sind. An den Ecken der Zargenbiegungen sind in den Boden tulpen-, in die Decke herzförmige Perlmutterverzierungen eingelegt. Der Deckenrand ist von
171) Vgl. z. B. die Abbildung einer italienischen »Viola da gamba« v. J. 1547 in A. Vidalis „Les instruments à archet“ (Paris 1876, tome I, pl. XII).
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