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Scan 562
Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1912
20 lines. Read by computer on 29 September 2026. Printed page 546. See the scan on archive.org.
1Die Stimmung der Saiten ist eine Quinte tiefer als bei der Bratsche und eine Oktave tiefer als bei der Violine, entspricht also der Stelzner'schen »Violotta« (s. unt., No. 916).
2Gesamtlänge 71 cm, Korpuslänge 43 1/2 cm, obere Breite 21 1/2 cm, untere Breite 27 cm, Zargenhöhe 8 1/4 cm.
4No. 915. Contr'alto,
5Versuchsinstrument, von Jean Baptiste Vuillaume zu Paris 1855 gebaut. (Ein Alto in gewöhnlicher Bratschenmensur, aber mit stark verbreiterten Ober- und Unterbacken. Vgl. die Einleitung, Seite 539.) Der Lack des trefflich gearbeiteten Instruments ist von rötlichgelber Färbung, die f-Löcher zeigen schön geschwungene Form.
6Gesamtlänge 67 1/2 cm, Korpuslänge 41 cm, obere Breite 29 1/2 cm, untere Breite 36 1/2 cm, Zargenhöhe 5 cm.
7Abbildung auf Seite 542.
9No. 916. Violotta
10mit geschriebenem Zettel: „No. 330 Dresden, 1899. / Dr. Alfred Stelzner inv[enit]“. Der Lack des sorgfältig gearbeiteten Instruments ist von gelblichroter Färbung. Die f-Löcher haben zierlich geschwungene, blattartig auslaufende Form. — Bemerkenswert ist die abweichende ellipsoidische Umrißform des Körpuss und die nach oben und unten zu entsprechend abnehmende Zargenhöhe. (Vgl. Seite 639 des Katalogs.)
11Die »Violotta« hat bei einer der Bratsche entsprechenden Mensur eine um eine Oktave tiefere Stimmung als die Violine:1)
13(Zu den 4 Saiten wird je eine Violoncello C-, Viola c-, Violoncello d- und Violin d'-Saite benutzt.)
14Gesamtlänge 71 1/2 cm, Korpuslänge 40 1/2 cm, obere Breite 23 cm, untere Breite 28 1/2 cm, obere Zargenhöhe 4,5 cm, mittlere Zargenhöhe 6,3 cm, untere Zargenhöhe 5,4 cm.
15Nachbildung des Zettels auf Seite 650.
17Die »Violotta«, eine Armgeige von nur 41 cm Korpuslänge, ist ein von Alfred Stelzner in Wiesbaden i. J. 1891 erfundenes und nach seinem in mehrfacher Hinsicht von dem „klassischen Modell“ abweichenden Prinzip gebautes Streichinstrument, das als Vertreter der dem Streichensemble bisher fehlenden Tenorstimme gedacht war, d. h. eine Ausfüllung der zwischen Bratsche und Violoncello vorhandenen Lücke bilden
191) Versuche zur Konstruktion größerer Bratschen-Instrumente mit einer um eine Oktave tieferen Stimmung als bei der Violine sind im Laufe des 19. Jahrhunderts wiederholt unternommen worden. Derartig gestimmte und als Armgeigen gespielte Instrumente sind z. B. der »Violon-Ténor« von B. Dubois (Paris 1833; s. ob., No. 914), die »Tenorgeige« von Hopf in Josefstadt [in Böhmen] (ca. 1860; s. „Zeitschrift für Instrumentenbau“, XV Bd. S. 103), der neue »Contraviolino« von Valentino de Zorzi (Florenz 1908; cf. L. Bargagna, „gli Strumenti musicali raccolti nel Museo del R. Istituto L. Cherubini a Firenze“, Florenz 1911, p. 23) etc. — Die ebenso gestimmte Hermann Ritter'sche »Tenor-Geige« wird als Kniegeige gespielt.
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